Spielberichte

„Die rote Karte hat uns extrem wehgetan“ – Ennser SK kassiert in Marchtrenk 1:5-Schlappe mit bitterem Verlauf

Viktoria Marchtrenk
Ennser Sportklub

In der Landesliga Ost musste sich der Ennser Sportklub am Freitagabend beim ASKÖ SV Mauky´s Verfliesung Viktoria Marchtrenk klar mit 1:5 geschlagen geben. Für Trainer Peter Prokopczyk spiegelte das Resultat den Verlauf aber nur bedingt wider. „Die rote Karte hat uns extrem wehgetan“, sagte er nach dem Spiel, sprach von ordentlichen Ennser Phasen, von zu leicht kassierten Gegentoren und von einem Endstand, der aus seiner Sicht um das eine oder andere Tor zu hoch ausgefallen ist.

Spieler legt Ball für einen Freistoß zurecht

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Zwei hohe Bälle bringen Enns früh aus dem Tritt

Aus Sicht des Trainers begann die Partie zunächst gar nicht schlecht. „Wir sind ganz gut in das Spiel reingekommen und haben von Anfang an das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Prokopczyk. Trotzdem lag der Aufsteiger schon früh zurück, weil Marchtrenk in der 7. Minute einen hohen Ball in den Fünf-Meter-Raum zum 1:0 nutzte und Sepas Habibi zur Stelle war. Genau solche Situationen ärgerten den Coach besonders, weil sie aus seiner Sicht vermeidbar gewesen wären. „Den hätten wir besser abwehren können, besser verteidigen können“, meinte er. Enns fand danach aber zurück in die Partie, bekam laut Prokopczyk immer mehr Zugriff und war über weite Strecken der ersten Halbzeit die spielbestimmende Mannschaft. In der 31. Minute fiel dann auch der verdiente Ausgleich durch Edvin Orascanin. Lange freuen konnten sich die Gäste darüber allerdings nicht, denn praktisch postwendend kassierten sie nach einer ähnlichen Szene wieder ein Gegentor. Erneut war ein hoher Ball in den Strafraum der Ausgangspunkt, erneut verteidigte Enns die Situation nicht sauber, und Sandro Dezic stellte in der 33. Minute auf 2:1 für die Gastgeber. „Wir haben das 1:1 gemacht, waren dann richtig gut im Spiel und kriegen mehr oder weniger sofort das zweite. Das macht dann mit der Mannschaft etwas“, brachte es Prokopczyk auf den Punkt.

Nach der Pause bleibt Aufsteiger dran, dann kippt die rote Karte alles

Auch nach dem Seitenwechsel sah der Ennser Trainer seine Mannschaft zunächst noch im Spiel. Enns wollte weiter Druck machen, setzte Marchtrenk in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit laut Prokopczyk auch ordentlich unter Druck und brachte eine anständige Leistung auf den Platz. Das Problem war aus seiner Sicht aber, dass die Gäste in dieser Phase nicht entschlossen genug waren. „Da hätten wir durchaus das zweite oder dritte Tor machen können. Es ist uns leider nicht gelungen“, sagte er. Der entscheidende Einschnitt folgte dann in der 55. Minute, als Sakib Haskic nach einem Foul als letzter Mann die Rote Karte sah. Prokopczyk stellte die Entscheidung des Unparteiischen dabei nicht grundsätzlich infrage. „Der Schiedsrichter hat das als Torraub interpretiert, was auch in Ordnung war“, sagte der Ennser Coach. Ab diesem Moment wurde es für seine Mannschaft aber extrem schwer. „Wenn du mit einem weniger bist und das Tor aufholen musst, dann fällt dir das natürlich umso schwerer.“ Marchtrenk nutzte die Räume in Überzahl gut, erhöhte in der 64. Minute durch Medi Sulimani auf 3:1 und legte in der Schlussphase durch Fabian Brenner (84.) sowie Gregor Martinetz (90.+2) noch zwei Treffer nach. Für Prokopczyk war damit klar, wo das Spiel endgültig wegging: „Der entscheidende Punkt war mitunter sicher die rote Karte.“

Zu viele Geschenke, zu wenig Präzision und ein effizienter Gegner

Dass die Niederlage am Ende so deutlich ausfiel, führte der Ennser Trainer aber nicht nur auf die Unterzahl zurück. Vielmehr sprach er ein Grundproblem an, das seine Mannschaft in dieser Saison bislang begleitet. „Wir kriegen die Tore viel zu leicht“, sagte Prokopczyk deutlich. Gerade die ersten beiden Gegentreffer nannte er als Beispiele dafür, weil Enns die Bälle im eigenen Strafraum nicht konsequent genug verteidigte. Dazu kam aus seiner Sicht, dass die Gäste auch mit Ball nicht die richtigen Entscheidungen trafen und im letzten Drittel nicht präzise genug waren. „Da fehlt vielleicht auch ein bisschen die Entschlossenheit“, meinte der Trainer. Positiv wertete er dennoch, dass seine Mannschaft nach dem frühen Rückstand nicht auseinanderfiel. „Nach dem Gegentor sind wir immer besser ins Spiel gekommen, haben den Gegner ganz gut kontrolliert und ihn phasenweise richtig in die eigene Hälfte zurückgedrängt.“ Belohnt habe sich Enns dafür aber nicht. Gleichzeitig attestierte Prokopczyk dem Gegner genau das, was seiner Mannschaft fehlte: Effizienz. „Sie haben die Möglichkeiten, die wir ihnen angeboten haben, genutzt. Sie waren sicher effizienter als wir.“ Zusätzlich verwies er noch auf zwei Szenen, in denen er Elfmeter für seine Mannschaft gesehen hatte. Er betonte zwar, dass er grundsätzlich kein Trainer sei, der schnell auf den Schiedsrichter zeige, sagte aber auch, dass aus seiner Sicht zwei klare Strafraumsituationen für Enns nicht geahndet worden seien.

Coach Prokopczyk hält trotz Negativlauf am Weg fest

So blieb für den Ennser SK am Ende eine weitere Niederlage und das Gefühl, dass aus ordentlichen Phasen erneut zu wenig geworden ist. Prokopczyk sprach offen von einem Negativlauf, wollte die Leistung seiner Mannschaft aber auch nicht schlechter machen, als er sie gesehen hatte. „Die Leistungen, die wir auf das Feld bringen, sind nicht optimal, aber sie sind auch nicht eklatant schlecht“, sagte er. Gerade in dieser Liga sei es nicht einfach, trotzdem sieht der Trainer genügend Qualität im Kader. „Die Jungs geben alles, jeder will unbedingt gewinnen. Was die Einstellung und das Kämpferische betrifft, kann ich der Mannschaft kaum einen Vorwurf machen.“ Entscheidend sei nun, in allen Bereichen wieder genauer zu werden: defensiv stabiler, im Ballbesitz klarer und im letzten Drittel entschlossener. Prokopczyk will deshalb trotz des 1:5 den Blick nicht verlieren. „Qualität ist da, die ist unumstritten. Wir bringen sie momentan nur nicht auf das Feld.“ Sein Schlusswort fiel entsprechend kämpferisch aus: „Wir müssen konsequent weiterarbeiten, die Kräfte bündeln, und dann werden wir auch wieder auf die Erfolgsspur kommen. Da bin ich ganz sicher.“

Landesliga Ost: Viktoria Marchtrenk : Enns - 5:1 (2:1)

  • 92
    Gregor Martinetz 5:1
  • 84
    Fabian Brenner 4:1
  • 64
    Medi Sulimani 3:1
  • 33
    Sandro Dezic 2:1
  • 31
    Edvin Orascanin 1:1
  • 7
    Sepas Habibi 1:0