In der Landesliga Ost hat der SC Marchtrenk gegen die Union ZAUNERGROUP Ansfelden trotz 1:0-Pausenführung mit 1:2 verloren. Neo-Trainer Stephan Kuranda sprach danach von einer "unverdienten Niederlage" und machte zwei Punkte aus, die aus seiner Sicht den Ausschlag gaben: Marchtrenk ließ nach der Führung die Entscheidung liegen und bestrafte sich in der Schlussphase mit einem groben Fehler selbst. Dabei lief die Partie lange so, wie es sich der SC vorgenommen hatte.

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Kuranda hatte seine Mannschaft nach eigenen Worten sehr gezielt auf den Gegner vorbereitet, und genau das war für ihn die Basis dafür, dass Marchtrenk über weite Strecken gut im Spiel war. "Wir haben das taktisch sehr gut gemacht gegen den Aufsteiger. Wir haben gewusst, wie Ansfelden spielt, wo ihre Stärken sind", erklärte der Trainer. Seine Elf machte die Räume eng, verteidigte kompakt und ließ die Gäste laut Kuranda "kaum zur Entfaltung kommen lassen im Offensivbereich". Vieles deutete daher auf einen Spielverlauf hin, der Marchtrenk gefallen konnte. Die Hausherren setzten selbst immer wieder Nadelstiche, und einer davon brachte noch vor der Pause den Ertrag: In der 43. Minute traf Micha Tindl zur 1:0-Führung. Für Marchtrenk war das der verdiente Lohn für eine erste Hälfte, in der der Plan des Trainers sichtbar aufging.
Auch nach dem Seitenwechsel änderte Marchtrenk laut Kuranda nichts am System, weil es aus seiner Sicht keinen Grund dafür gab. Der Coach sah seine Mannschaft weiterhin auf einem guten Weg, das Spiel zu kontrollieren. Gerade deshalb war für ihn klar, wo die Partie gekippt ist. "Nach dem 1:0 haben wir drei Riesenchancen vorgefunden, um das Spiel vorzeitig zu entscheiden", sagte Kuranda. Diese Möglichkeiten blieben aber ungenutzt, und damit blieb Ansfelden in Schlagdistanz. In der 69. Minute gelang Viktor Vrebac dann der Ausgleich zum 1:1. Kuranda ordnete diesen Treffer als Standardtor ein und hielt fest, dass Ansfelden in solchen Situationen bekannt stark sei. Dass Marchtrenk in dieser Phase die Entscheidung nicht nachlegte, wog für ihn dennoch schwerer als der Gegentreffer selbst.
Richtig bitter wurde es für den SC Marchtrenk dann ganz am Ende. In der 90. Minute traf erneut Viktor Vrebac zum 1:2, und damit war die Partie komplett gedreht. Kuranda sprach danach von einem "wirklich kapitalen Fehler in der Defensive" und legte nach: "Durch den schrecklichen Eigenfehler in der Defensive haben wir der Union Ansfelden die drei Punkte geschenkt." Für ihn fehlten am Samstagnachmittag vor allem "die Effizienz vor dem Tor und die Konsequenz in der Defensive". Trotzdem wollte der neue Trainer die Leistung nicht nur an der Niederlage festmachen. "Dass wir, seit ich Trainer bin, die taktischen Vorgaben und die taktische Disziplin an den Tag legen, ist positiv", sagte er. Jeder Spieler versuche, sich an den Plan zu halten, und das spiegle sich laut Kuranda bereits in den Leistungen wider, auch wenn sich das noch nicht ausreichend in Punkten zeige. Dass er Schiedsrichter Kirner ausdrücklich als "sehr gut" bezeichnete und keine strittigen Situationen sah, passte ins Bild: Marchtrenk suchte die Gründe nicht irgendwo anders, sondern bei sich selbst. Genau dort will Kuranda nun auch ansetzen, die leichten Fehler abstellen und aus einer Partie, die aus seiner Sicht nicht hätte verloren gehen müssen, zumindest etwas für die nächsten Runden mitnehmen.