In der Landesliga Ost hat sich Union ZAUNERGROUP Ansfelden beim USV St. Ulrich mit 2:1 durchgesetzt. Nach frühem Rückstand drehten die Gäste die Partie noch vor der Pause, profitierten laut Sportlichem Leiter Mario Farthofer vom Ausschluss gegen die Heimelf und mussten am Ende trotz eigener Unterzahl noch einmal zittern. Mit dem Ergebnis war Ansfelden zufrieden, mit der eigenen Leistung aber nur bedingt.

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Farthofer beschrieb eine Partie, in die seine Mannschaft zunächst ordentlich hineingekommen war, die dann aber rasch eine andere Richtung nahm. „Angefangen haben wir nicht schlecht, aber relativ früh hat St. Ulrich immer besser ins Spiel gefunden. Sie haben einige Chancen gehabt und dann auch verdient das 1:0 gemacht“, sagte der Sportliche Leiter. Dieses 1:0 fiel in der 12. Minute durch Bence Zsigmond. Ansfelden brauchte allerdings nicht lange, um zu antworten. Milos Jotanovic stellte in der 16. Minute auf 1:1, ehe das Spiel kurz darauf durch den Ausschluss gegen die Gastgeber zusätzlich an Fahrt aufnahm. Farthofer meinte dazu klar: „Mit der roten Karte hat St. Ulrich das Spielgeschehen ein bisschen aus der Hand gegeben.“ Ansfelden glänzte nach seiner Einschätzung zwar nicht, brachte aber mehr Ruhe hinein. „Wir haben nicht geglänzt, aber den Ball so gut es geht laufen lassen“, sagte er. Noch vor der Pause machte Viktor Vrebac in der 34. Minute das 2:1 für die Gäste, die damit eine Halbzeit drehten, in der sie nach dem frühen Rückstand zur rechten Zeit zurückkamen.
Obwohl Ansfelden nach der Führung viel für sich hatte, wollte Farthofer von einer einfachen zweiten Hälfte nichts wissen. „Nach der roten Karte und mit dem 2:1 ist man dann schon optimistisch, dass das ein Sieg wird“, sagte er, schob aber sofort nach, dass der Gegner keineswegs auseinanderfiel. „St. Ulrich hat wirklich tapfer gekämpft und immer nach vorne gespielt, wenn es gegangen ist. Sie haben auch da noch die eine oder andere Chance vorgefunden. Es war auf jeden Fall keine leichte Aufgabe, auch gegen zehn Mann nicht.“ Gerade diese Aussage zieht sich durch seine gesamte Einschätzung. Ansfelden hielt die Führung, bekam aber weiter Arbeit. Farthofer hob in diesem Zusammenhang auch den eigenen Schlussmann hervor, ohne ihn namentlich herauszustellen: Mit Hilfe des Torhüters habe man Konter und Chancen der Heimelf verhindert. In der Schlussphase kippte das Spiel noch einmal leicht an. Nach der Roten Karte gegen László Gelsi in der 88. Minute musste auch Ansfelden in Unterzahl zu Ende spielen. „Die späte rote Karte von uns hat St. Ulrich noch einmal geholfen, einen Aufwind zu finden und die eine oder andere Druckphase zu schaffen“, sagte Farthofer.
Gerade deshalb fiel die Analyse des Siegers deutlich nüchterner aus, als es ein Auswärtserfolg vielleicht erwarten ließe. Farthofer wollte weder in große Begeisterung verfallen noch einzelne Spieler zu sehr herausheben. „Es war wieder ein erwartbares Kampfspiel“, sagte er und machte dann klar, dass ihn die Art des Auftritts nicht voll überzeugte. „Wir sind happy mit dem Sieg, aber von der Leistung her war das natürlich mit viel Luft nach oben. Das ist unser Anspruch auf jeden Fall.“ Diese Linie zog er auch bei der Frage nach den Stärken und Schwächen seiner Mannschaft durch. Die Basis stimme, meinte er, vor allem was Einsatz und Bereitschaft betrifft. „An der Fitness und an der Mentalität kann man nichts bekritteln“, sagte Farthofer. Gleichzeitig formulierte er sehr konkret, wo Ansfelden in den kommenden Runden zulegen muss: „Wir müssen wieder schaffen, dass wir Spiele mit Ball besser dominieren und den Ball in den gefährlichen Zonen länger in den eigenen Reihen halten.“ Genau dort sah er diesmal zu viele Ungenauigkeiten und zu wenig Kontrolle, obwohl am Ende die drei Punkte eingefahren wurden.
Bemerkenswert war auch, wie anerkennend Farthofer über den Gegner sprach. Trotz der frühen Roten Karte, die das Spiel aus seiner Sicht natürlich beeinflusste, stellte er St. Ulrich ein gutes Zeugnis aus. „St. Ulrich ist schon eine Mannschaft, die Fußball spielen will und auch den einen oder anderen Punkt mehr verdient hätte, als sie vielleicht hat“, sagte er. Noch deutlicher wurde er dann in seiner Gesamtbewertung der Heimelf: „Wirklich ansehnlich, körperlich erwachsen und fußballerisch stark, mit guten Unterschiedsspielern.“ Auch an der Leistung des Schiedsrichters auf dem Feld während der 90 Minuten hatte er im Spiel selbst wenig auszusetzen. Für Ansfelden bleibt unter dem Strich ein wertvoller 2:1-Auswärtssieg in Runde 13, mit dem die Mannschaft in der Tabelle auf Rang drei bleibt. Der Erfolg nimmt Druck weg, ersetzt aber nicht die Aufarbeitung. Farthofer formulierte den Auftrag intern schon direkt genug: „Am Spielerischen müssen wir jetzt schon wieder schauen, dass wir ein bisschen besser in die Fahrt kommen.“ Genau das ist die Botschaft, die Ansfelden aus St. Ulrich mitnimmt.