In der Landesliga Ost hat der SV Gallneukirchen gegen die FC Blau-Weiß Linz Amateure ein 1:1-Unentschieden geholt, das sich für die Gastgeber wegen des späten Ausgleichs wie ein Bonuspunkt anfühlte. Trainer Michael Mehlem sprach nach dem Schlusspfiff von einem „gerechten Unentschieden“ und verwies auf zwei ganz unterschiedliche Halbzeiten. Gallneukirchen musste zunächst viel verteidigen, geriet nach der Pause durch einen Eigenfehler in Rückstand und kam in der Nachspielzeit doch noch zum moralischen Erfolg.

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Mehlem hatte genau das Spiel erwartet, das dann auch zu sehen war. „Es war das vermutete schwere Spiel gegen einen sehr gut eingestellten und agilen Gegner“, sagte der Trainer von Gallneukirchen. Gerade in der ersten Halbzeit hatten die Linzer Amateure mehr Ballbesitz, kombinierten gut und zwangen den SV immer wieder in die Defensivarbeit. Gallneukirchen war in dieser Phase vor allem gegen den Ball gefordert. Nach vorne ging wenig, dazu kamen laut Mehlem einige Fehlpässe in Momenten, in denen durchaus mehr drin gewesen wäre. Dass es mit einem 0:0 in die Kabinen ging, war für die Hausherren deshalb ein wichtiger Zwischenstand.
Nach dem Seitenwechsel kam Gallneukirchen nach Aussage seines Trainers besser hinein. Die Gastgeber wurden aktiver, fanden eher Zugriff und wirkten nicht mehr nur mit Abwehrarbeit beschäftigt. Umso ärgerlicher war aus Mehlem-Sicht der Rückstand in der 62. Minute. „Wir sind immer besser ins Spiel gekommen. Dann ist es schade, dass man aus einem geschenkten Tor blöderweise in Rückstand geht“, meinte er. Dem 0:1 durch Mateusz Marek Grober ging laut dem Trainer ein grober Eigenfehler voraus. Gerade deshalb war der Rückschlag bitter, weil Blau-Weiß zwar schon davor gute Möglichkeiten hatte, Gallneukirchen in dieser Phase aber selbst dabei war, die Partie offener zu gestalten.
Dass es am Ende trotzdem noch zum Punkt reichte, führte Mehlem vor allem auf die Reaktion seiner Mannschaft zurück. „Wir haben überhaupt nicht aufgesteckt. Wir lassen uns da nicht mehr unterkriegen“, sagte er und sprach von einem Lernprozess, den sich sein Team in den vergangenen Wochen erarbeitet habe. Auch personell ging Gallneukirchen ins Risiko. Mehlem stellte offensiver um und setzte dabei auf die Ruhe von Okan Taskin sowie auf die Energie der jungen Kräfte Noah Alexander und Tambi Elias. Der Plan ging noch auf: In der Nachspielzeit drückte Noah Friedrich Alexander nach einem Eckball zum 1:1 über die Linie. Und beinahe wäre es noch mehr geworden, weil Tambi Elias danach sogar noch zu einer guten Kopfballchance kam.
Gerade deshalb ordnete der Coach das Ergebnis trotz der späten Aufholjagd nüchtern ein. „Ein Sieg wäre auch nicht verdient gewesen“, sagte Mehlem, der das Remis in Summe „vollkommen in Ordnung“ fand. Den Gegner bezeichnete er als „Top-Mannschaft“, körperlich stark, diszipliniert und spielerisch gut. Auch mit Schiedsrichter Kettlgruber war er zufrieden: Mehlem sah keine Szene mit größerem Diskussionsbedarf und sprach von einer „super Leistung“. Für den SV Gallneukirchen bleibt damit ein Punkt, der tabellarisch nicht alles verändert, sich nach dem Verlauf aber sehr gut anfühlt. Nach 13 Runden hält der SV bei 21 Zählern – und nimmt aus diesem 1:1 vor allem die Bestätigung mit, dass die Mannschaft auch nach Rückschlägen im Spiel bleibt.