In der Landesliga West hat die ASKÖ Ohlsdorf am Freitagabend beim SV Pöttinger Grieskirchen nach einer ordentlichen ersten Hälfte mit 2:3 verloren. Trainer Adiz Cetin machte nach dem Schlusspfiff nicht den frühen Rückstand oder den individuellen Fehler allein zum Thema. Für ihn war vor allem entscheidend, dass seine Mannschaft nach dem 2:1 zu wenig Gegenwehr zeigte und sich in der zweiten Halbzeit klar steigerungsbedürftig präsentierte.

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Die Partie begann aus Sicht der Gäste mit einem frühen Dämpfer, trotzdem war Cetin mit den ersten 45 Minuten im Großen und Ganzen einverstanden. Schon in der 12. Minute brachte Milán Ángyán die Gastgeber mit 1:0 in Führung, wobei der Ohlsdorf-Trainer davon sprach, dass seine Mannschaft durch einen abgefälschten Weitschuss in Rückstand geraten sei. Viel Zeit zum Nachdenken blieb aber nicht, denn Daniel Lexl stellte nur zwei Minuten später auf 1:1. Genau diese Reaktion gefiel Cetin. „Wir sind leider durch einen abgefälschten Weitschuss in Rückstand geraten, haben aber ein paar Minuten später den Ausgleich gemacht und waren dann meiner Meinung nach die bessere Mannschaft in der ersten Halbzeit“, sagte er. Dazu kam, dass die Gäste die schwierigen Platzverhältnisse zunächst gut annahmen. Cetin betonte, seine Mannschaft habe den Boden „respektiert“ und einfachen Fußball gespielt. Gerade das sei auf diesem Platz wichtig gewesen, und aus seiner Sicht war Ohlsdorf vor der Pause sogar näher am 2:1 als Grieskirchen.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild aber deutlich. Ohlsdorf kam nach Einschätzung des Trainers schlecht aus der Kabine, und genau diese Phase kostete am Ende Punkte. In der 54. Minute erzielte Hamza Burak Celepci das 2:1 für Grieskirchen, und Cetin beschrieb diese Szene sehr klar. Seine Mannschaft sei in Ballbesitz gewesen, habe einen ruhigen Spielaufbau aufziehen können, dann aber zu lange gezögert. „Der Innenverteidiger hat sich leider zu lange Zeit gelassen. Der Gegner hat gut gepresst, den Ball gewonnen und im Endeffekt das 2:1 gemacht“, fasste er zusammen. Für Cetin war das die Schlüsselsituation des Spiels. Ohlsdorf fand danach nicht mehr zurück zu jener Stabilität, die vor der Pause noch da gewesen war. Grieskirchen blieb in dieser Phase gefährlich, nutzte seine Möglichkeiten besser und legte in der 81. Minute durch Matthias Leibetseder das 3:1 nach. Dass Markus Holzinger in der Nachspielzeit noch auf 3:2 verkürzte, änderte aus Sicht der Gäste nichts mehr. Cetin sagte selbst, die Reaktion sei leider zu spät gekommen, da sei die Partie praktisch schon entschieden gewesen.
Deutlich wurde der Ohlsdorf-Trainer vor allem bei der Frage, warum seine Mannschaft nach dem Rückschlag nicht mehr zurückkam. Für ihn war nicht der Fehler vor dem 2:1 allein ausschlaggebend, sondern das, was danach folgte. „Der Schlüsselmoment war einfach, dass wir nach dem 2:1 keine Reaktion gezeigt haben“, sagte Cetin. Noch klarer wurde er mit dem Satz: „Da war kein Aufbäumen da.“ Er vermisste Körpersprache, Willen und das spürbare Ankämpfen gegen die Niederlage. Gerade das ärgerte ihn, weil seine Mannschaft in den vergangenen Wochen bereits gezeigt habe, dass sie mit Rückständen umgehen kann. Auch die äußeren Bedingungen wollte er nur insofern gelten lassen, als sie eigentlich eine einfache, klare Spielweise verlangt hätten. „Der Platz war nicht bespielbar. Fertig, aus“, sagte Cetin und meinte damit, dass seine Elf nach der Pause zu sehr Fußball spielen wollte, obwohl zuvor gerade der einfache Ansatz gut funktioniert hatte. Gleichzeitig erkannte er an, dass Grieskirchen in dieser Phase die besseren Lösungen fand. Die Gastgeber hätten gute Fußballer in ihren Reihen, ihre letzten Pässe besser angebracht und seien nach der Pause bei der ersten echten Möglichkeit eiskalt gewesen. Dazu seien sie immer wieder durch Konter gefährlich geblieben.
Bemerkenswert war auch, dass Cetin nach der Niederlage gar nicht erst nach Nebenschauplätzen suchte. Zur Leistung von Schiedsrichter Weilhartner wollte er sich bewusst nicht äußern und legte den Fokus ganz auf die eigene Mannschaft. „Wir beschäftigen uns mit dem, was wir beeinflussen können, und das war unsere Leistung. Die war in der zweiten Halbzeit einfach nicht gut“, sagte der Coach. Damit war seine Analyse eigentlich fertig erzählt: eine brauchbare erste Hälfte mit schnellem Ausgleich durch Lexl, danach ein Bruch im Spiel, zu wenig Reaktion auf das 2:1 und am Ende eine Niederlage, die Cetin wegen der zweiten Halbzeit auch als verdient einstufte. Für die ASKÖ Ohlsdorf bleibt damit die Erkenntnis, dass der Auftritt in Grieskirchen aus zwei sehr unterschiedlichen Halbzeiten bestand. Der späte Treffer von Holzinger brachte nur noch Ergebniskosmetik. In der Tabelle bleibt Ohlsdorf nach sieben Runden bei vier Punkten, und intern wird man vor allem darüber sprechen, wie man nach Rückschlägen wieder schneller in die Partie zurückfindet.