In der Landesliga West hat ASKÖ Ohlsdorf am Samstag gegen SPG Union IKUNA Natternbach/St. Willibald nur ein 1:1 geholt, obwohl die Gastgeber aus Sicht von Trainer Adiz Cetin über weite Strecken das aktivere Team waren. Nach starkem Beginn, einem 0:1 zur Pause und dem Ausgleich durch Lukas Mayr blieb bei Ohlsdorf vor allem eine Szene um einen nicht gegebenen Elfmeter hängen.
Für Cetin war vor allem die erste halbe Stunde der Beleg dafür, dass seine Mannschaft diesmal eigentlich auf dem richtigen Weg war. „Wir haben sehr gut ins Spiel gefunden“, sagte der Ohlsdorf-Trainer und erinnerte gleich an die große Möglichkeit aus der vierten Minute, als der Ball von der Innenstange parallel zur Linie zurück ins Feld sprang. Dazu kamen laut Cetin noch zwei oder drei weitere gute Chancen, weil die Gastgeber druckvoll nach vorne spielten und das Geschehen kontrollierten. Umso bitterer war aus seiner Sicht dann der Bruch nach 33 Minuten. Ein individueller Fehler leitete das 0:1 ein, Dominik Pichler brachte Natternbach/St. Willibald in Führung, und Ohlsdorf verlor danach für einige Minuten den Faden. „Nach dem Tor waren wir leider ein bisschen zu passiv“, sagte Cetin. Bis zur Pause blieb die SPG damit näher am zweiten Treffer als Ohlsdorf am schnellen Ausgleich.
Nach Seitenwechsel änderte sich das Bild laut dem Trainer aber wieder deutlich. Cetin sprach von einer Mannschaft, die „klar überlegen“ gewesen sei und sich den Ausgleich mit viel Aufwand erarbeitet habe. Vor allem Pressing und Ballbesitz hätten diesmal gut funktioniert, dazu kam der Mut, Fußball zu spielen und immer wieder Druck zu erzeugen. Belohnt wurde das in der 77. Minute, als Lukas Mayr zum 1:1 traf. Damit war die Partie noch einmal völlig offen, und Ohlsdorf wollte mehr als nur den Punkt. „Wir haben dann alles reingeworfen, dass wir das Spiel noch komplett drehen“, sagte Cetin. Dass die Gäste in dieser Phase noch zu guten Konterchancen kamen, ordnete er auch ein: Weil seine Mannschaft voll auf Sieg ging, öffneten sich hinten Räume, in denen der Ohlsdorfer Tormann aber mehrmals stark reagierte.
Was bei Cetin nach dem Schlusspfiff besonders hängen blieb, war eine Szene rund um die 80. Minute. Aus Ohlsdorfer Sicht hätte es in dieser Phase Elfmeter geben müssen, der Trainer sprach deshalb von der spielentscheidenden Situation. „Den Elfmeter in der 80. Minute muss man pfeifen“, sagte er deutlich. Grundsätzlich störte ihn weniger, dass viel laufen gelassen wurde, sondern dass die Linie aus seiner Sicht nicht mehr stimmte. „Am besten ist der Schiedsrichter, wenn er gar nicht auffällt“, formulierte Cetin seine Sicht auf die Leitung.
Trotz des Ärgers wollte Cetin seine Mannschaft nach dem Abpfiff ausdrücklich in Schutz nehmen. „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte der Ohlsdorf-Coach und verwies noch einmal auf den bissigen Beginn, die vielen herausgespielten Möglichkeiten und den klaren Willen, das Spiel nach dem Ausgleich sogar noch zu drehen. Den Gegner erlebte er als kompakt und zweikampfstark, vor allem über Konter blieb Natternbach/St. Willibald bis zum Schluss gefährlich. Gerade deshalb ärgerte ihn, dass unter dem Strich nur ein Punkt blieb. „Wir haben eine Top-Leistung gebracht“, meinte Cetin, der den Blick aber sofort wieder nach vorne richtete: „Wir werden dranbleiben und schauen, dass wir nächste Woche den Sieg einfahren.“