In der Landesliga West musste sich der SV HAI Schalchen am Freitagabend in der HAI ARENA der SPG Esternberg/St. Roman mit 0:2 geschlagen geben. Nach einer noch halbwegs ausgeglichenen ersten Hälfte mit guten Chancen auf beiden Seiten brachte ein Sonntagsschuss die Gäste auf Kurs, nach der Pause nahm ein Eigentor den Hausherren endgültig den Boden unter den Füßen weg. Sportchef Klaus Erkner sah vor allem beim Tempo und in den Zweikämpfen über weite Teile des Spiels klare Vorteile auf Seiten der Gäste.
Schalchen fand zunächst ordentlich in die Partie. Erkner beschrieb den Beginn als offen: „Das Spiel hat relativ ausgeglichen begonnen.“ Nach seiner Einschätzung war die Heimelf in dieser Phase „ganz gut im Spiel“, es gab Chancen auf beiden Seiten. Bereits in der 4. Minute konnte Torhüter Huber einen Schuss der Gäste von der Fünferlinie mit einer Glanztat bereinigen. Wenig später liefen einmal Aichinger, ein anderes Mal Büki, nach tollen Spielzügen alleine aufs Tor von Gästekeeper Hochholzer. Kurz darauf konnte Hochholzer mit einer tollen Parade gerade noch einen Distanzschuss von Büki parieren. In dieser Phase hätte Schalchen einfach in Führung gehen müssen, wer weiß in welche Richtung das Spiel dann verlaufen wäre. Es kam aber dann so, wie es nach den vergebenen Chancen der Heimelf kommen musste. Der erste Treffer fiel in der 29. Minute auf Seiten der Gäste, und genau dieser Moment veränderte den Abend. Attila Gábor Soós traf mit einem unglaublichen Direktschuss von der Strafraumlinie zum 0:1. Vorausgegangenen war allerdings ein Abwehrfehler mit dem dieser „Sonntagsschuss" erst möglich wurde. "Man muss dem Spieler zu diesem tollen Tor echt gratulieren, weil so ein Treffer gelingt nicht alle Tage.“ Mit diesem Vorsprung gingen die Gäste auch in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel dann deutlicher in Richtung der Gäste. „Zweite Halbzeit war dann Esternberg spürbar die bessere Mannschaft“, sagte Erkner, der seine Mannschaft nicht mehr so präsent sah wie noch in der Anfangsphase. In der 52. Minute wurde es für Schalchen dann noch schwieriger. Ein Eigentor führte zum 0:2, was an diesem Abend bereits die Vorentscheidung bedeutete. „Danach war es natürlich schwierig, gegen eine sehr starke Esternberger Mannschaft, die einen überdurchschnittlich guten Tag erwischten, noch etwas zählbares herauszuholen“, meinte Erkner. Schalchen konnte nach dem 0:2 nicht mehr entscheidend zusetzen und Esternberg verwaltete gekonnt den Vorsprung. Erkner brachte es knapp auf den Punkt: „Da ist nichts mehr gegangen, auch weil Esternberg absolut nichts zuließ.“
Den klarsten Unterschied machte der Schalchener Sportchef nicht an einer einzelnen Szene fest, sondern an den Grundlagen des Spiels. „Vielen Spielern, nicht allen, hat die notwendige Spritzigkeit gefehlt. Wir waren sehr häufig einen Schritt zu spät und taten uns so natürlich zumeist schwer überhaupt in die Zweikämpfe zu kommen“, sagte Erkner. „Der Gegner war aggressiver als wir, hatte mehr Tempo und war gefühlt immer einen Schritt vor uns am Ball. So ist es halt schwer in einem Landesligmatch zu bestehen.“ Wenn eine Mannschaft über weite Strecken hinterherlaufen müsse, kannst du einfach nicht erfolgreich sein, erklärte Erkner, und genau dieses Bild habe sich für ihn nach dem 0:1 immer stärker gezeigt. Besonders ärgerlich war aus Schalchener Sicht deshalb, dass die eigene Mannschaft in jener Phase, in der sie „noch halbwegs im Spiel“ war, ihre Chancen nicht nutzen konnte.
Diskussionen abseits des Sportlichen wollte Erkner nach dem Schlusspfiff gar nicht erst aufmachen. Schiedsrichter Hubinger nahm er ausdrücklich aus der Bewertung heraus: „Der Referee hat das Spiel nicht beeinflusst. Die Leistung war in Ordnung.“ Damit blieb unter dem Strich eine Niederlage, die der Schalchener sehr klar einordnete. Nicht eine strittige Szene, sondern das höhere Tempo der Gäste, ihre größere Aggressivität und zwei Treffer, die man mit etwas mehr Geschick vielleicht hätte verteidigen können, gaben den Ausschlag. Für den SV Schalchen ist die Analyse damit ebenso einfach wie deutlich: Gegen einen sehr zweikampfstarken Gegner reichte es diesmal nicht, weil die Mannschaft nie dauerhaft in ihren Rhythmus fand und nach dem zweiten Gegentor keine Antwort hatte.