In einem Spiel der Landesliga West trennten sich der SC Schwanenstadt und der SK Schachner Bad Wimsbach 1933 torlos 0:0. Für Co-Trainer Gerald Hofer fühlte sich der Punkt aber nicht wie ein voller Gewinn an. Weil Bad Wimsbach vor der Pause mehr vom Spiel hatte und in der Nachspielzeit noch die große Chance auf den Sieg vergab, sprach Hofer nach dem Abpfiff von „eher zwei verlorenen Punkten“.

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Hofer sah seine Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit im Vorteil, und genau dort setzte auch seine Einordnung der Partie an. „Die erste Halbzeit war eigentlich klar besser für uns. Wir waren die spielbestimmende Mannschaft und hatten die gefährlicheren Situationen“, sagte der Co-Trainer. Bad Wimsbach hatte nach seiner Darstellung mehr Zugriff auf das Spiel und wirkte in den entscheidenden Zonen gefährlicher. Kurz vor der Pause schien sich das auch auszuzahlen, doch nach einem Standard blieb der mögliche Führungstreffer wegen Abseits aus. „Da sind wir leider nicht belohnt worden“, so Hofer. Statt mit einer Führung ging es daher mit einem 0:0 in die Kabinen, obwohl die Gäste ihre stärkste Phase bis dahin bereits hinter sich hatten.
Der zweite Durchgang verlief aus Sicht der Gäste deutlich anders. „Schwanenstadt ist besser aus der Kabine gekommen“, sagte Hofer, der den Gastgeber nach Wiederbeginn stärker sah. Bad Wimsbach wusste laut seinem Co-Trainer um die offensive Qualität der Heimelf, hielt aber lange gut dagegen. Gleichzeitig brachte die eigene Mannschaft nach vorne nicht mehr ganz so viel zusammen wie noch vor der Pause. In der 78. Minute wurde es dann zusätzlich schwierig, als Jan Kolnberger mit Rot vom Platz musste und Bad Wimsbach in Unterzahl geriet. Gerade diese Phase hob Hofer aber besonders hervor. „Nach der Umstellung in Unterzahl sind wir trotzdem gefährlicher geworden und haben die besten Chancen kreiert“, meinte er. Als dann in der 85. Minute auch Schwanenstadts Simon Oelz ausgeschlossen wurde, war personell wieder Gleichstand da. In der Nachspielzeit lag der Auswärtssieg dennoch noch einmal in der Luft. „In der 93., 94. Minute hatten wir noch den Matchball auf dem Kopf, aber den hat ihr Torwart pariert“, schilderte Hofer den aus seiner Sicht größten Moment des Spiels.
Dass Hofer den Abend trotz des Auswärtspunkts eher kritisch einordnete, hatte vor allem mit den Chancen und dem Gesamtgefühl der Partie zu tun. „Ich glaube, wir waren näher am Sieg, weil wir die gefährlicheren Chancen gehabt haben“, sagte er. Deshalb sei das 0:0 für Bad Wimsbach „eher zwei verlorene Punkte und für Schwanenstadt eher ein gewonnener Punkt“ gewesen. Als Grund, warum es am Ende nicht zum Treffer reichte, nannte er ein einziges Wort: „Glück.“ Gleichzeitig stellte Hofer heraus, was seine Mannschaft auch an einem Abend ohne Tor ausgezeichnet habe. „Wieder wie immer der Wille, der Kampfgeist und die Kraft, über 90 oder 95 Minuten alles zu geben. Jeder für jeden und alle miteinander. Wir sind eine Einheit, eine verschworene Einheit, und das ist eigentlich der Ausschlag“, sagte er. Den Gegner bewertete er trotz allem als starke Mannschaft: „Sie sind offensiv sehr stark. Das ist eine qualitativ hochwertige Mannschaft, und wir haben uns gut auf sie eingestellt.“ Nur am Rande sprach Hofer auch von „zwei, drei strittigen spielentscheidenden Situationen“, auf die er aber bewusst nicht näher eingehen wollte.
Das torlose Remis ändert nichts daran, dass der SK Bad Wimsbach weiter ganz vorne dabei ist, doch Hofer weiß auch, dass die kommenden Wochen viel Gewicht haben werden. In der Tabelle liegt seine Mannschaft nach zehn Runden an der Spitze, punktegleich mit Pettenbach/Grünau. Genau deshalb bekommt dieses 0:0 auch gleich noch mehr Bedeutung, weil nun direkte Prüfungen folgen. „Wir haben jetzt zwei schwere Spiele vor der Brust“, sagte Hofer und verwies zuerst auf das Heimspiel gegen den drittplatzierten Eferding. Danach wartet das Auswärtsspiel beim Zweiten Pettenbach/Grünau. „Da wird sich viel entscheiden“, sagte der Co-Trainer. Nach einem Freitagabend, an dem aus seiner Sicht mehr möglich gewesen wäre, geht Bad Wimsbach also mit einem Punkt, aber auch mit viel Spannung in die nächsten richtungsweisenden Wochen.