In der Landesliga West hat der SV Pöttinger Grieskirchen beim SV Luksch Riedau einen turbulenten 3:2-Auswärtssieg geholt. Zweimal gingen die Gäste in Führung, zweimal blieb die Partie dennoch offen, ehe Alexander Burgholzer kurz vor Schluss entschied. Sportchef Josef Iglseder sprach von einem verdienten Erfolg, machte aber auch klar, dass sich seine Mannschaft das Leben über weite Strecken selbst unnötig schwer gemacht hat.

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Aus Sicht der Gäste begann die Partie genau so, wie man sie sich in Grieskirchen vorgestellt hatte. Schon früh lag man vorne, denn German Rudelstorfer brachte sein Team in der 7. Minute in Führung. Für Josef Iglseder war das nur ein Teil einer Phase, in der seine Mannschaft aus seiner Sicht viel mehr aus dem Spiel hätte mitnehmen müssen. „Wir haben sehr gut begonnen. In den ersten 30 Minuten müssen wir eigentlich schon 2:0 oder 3:0 führen“, sagte er nach dem Schlusspfiff. Dass es trotzdem nicht so kam, ärgerte ihn sichtbar, weil mehrere Möglichkeiten ungenutzt blieben. Statt einer klareren Führung kam der Aufsteiger laut Iglseder „mit dem ersten Schuss aufs Tor“ zurück. Jannik Wesner traf in Minute 22 zum 1:1, nach Schilderung des Grieskirchner Funktionärs aus einem schön getretenen Freistoß. Dieser Treffer veränderte die Stimmung im Spiel. „Das hat unserer Mannschaft einen sichtlichen Dämpfer gegeben“, meinte Iglseder. Trotzdem sah er seine Elf auch danach noch im Vorteil. Bis zur Pause blieb es beim 1:1, obwohl Grieskirchen laut seiner Einschätzung weiter die bessere Mannschaft war und zumindest noch einige Halbschancen hatte.
Nach dem Seitenwechsel bekam die Partie dann jene Wendungen, die Iglseder später als „komisch“ beschrieb. Zunächst musste Grieskirchen aus seiner Sicht aufpassen, nicht selbst ins Hintertreffen zu geraten. „In der zweiten Hälfte hatten wir anfangs Glück, dass wir nicht 2:1 zurückgelegen sind“, sagte er und verwies auf zwei Konter, in die seine Mannschaft in den ersten Minuten nach der Pause lief. Genau dort setzte auch seine Kritik an: Nicht einzelne Spieler, sondern das gesamte Verhalten gegen den Ball sei in diesen Szenen nicht gut genug gewesen. Nach dieser heiklen Phase fing sich Grieskirchen wieder. „Nach diesen fünf bis zehn Minuten haben wir das Spiel wieder in die Hand genommen“, so Iglseder. Das spiegelte sich auch im Spielstand wider, als Matthias Leibetseder in der 59. Minute das 2:1 für die Gäste erzielte. Ruhe brachte aber auch dieser Treffer nicht hinein. Jannik Wesner stellte in der 71. Minute auf 2:2, aus Grieskirchner Sicht nach einem sehr harten Elfmeter. Iglseder formulierte seine Sicht klar, blieb dabei aber sachlich: „Meiner Meinung nach war der Elfmeter zum 2:2 sehr hart.“ In der Schlussphase spielte Riedau nach der Roten Karte für Attila Nemeth ab Minute 79 nur noch zu zehnt. Die Entscheidung fiel dennoch erst ganz spät, als Alexander Burgholzer in Minute 90 nach einem Eckball zum 3:2 traf. „Das 3:2 durch Alexander Burgholzer war natürlich die entscheidende Situation“, sagte Iglseder, der den Treffer als späten Lucky Punch seiner Mannschaft wertete.
Auch wenn der SV Grieskirchen am Ende jubeln durfte, war Iglseder weit davon entfernt, den Auftritt nur schönzureden. Sein Grundtenor war eindeutig: Der Sieg gehe in Ordnung, die Leistung sei über weite Strecken besser gewesen als jene des Gegners, doch die offenen Punkte seien ebenfalls klar zu sehen. „Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft“, sagte er, schob aber sofort nach: „Insgesamt war der Sieg verdient, jedoch hätten wir es uns nicht so schwer machen müssen.“ Besonders die Absicherung gegen Konter sprach er deutlich an. „Wir müssen in der Restverteidigung viel besser werden, lassen zu viele Kontermöglichkeiten zu“, erklärte der sportliche Leiter. Gerade weil Grieskirchen nach seiner Beschreibung gegen fast jeden Gegner viel Ballbesitz habe, müsse die Mannschaft dahinter kompakter sein und die Räume besser schließen. Positiv wertete er dagegen die Reaktion nach den Rückschlägen. „Dass wir nach dem Unentschieden zweimal noch zurückgekommen sind und immer an unseren Sieg geglaubt haben“, nannte er als größte Stärke seiner Elf. Auch für den SV Riedau fand Iglseder respektvolle Worte. Der Gegner habe „aus seinen Möglichkeiten das Beste gemacht“ und sei „eine kampfstarke Mannschaft, eine Einheit“ gewesen, die alles hineingeworfen habe. Den Schiedsrichter sah er trotz der strittigen Strafraumszenen unterm Strich ebenfalls nüchtern: „Grundsätzlich war Referee Fragner gut und unauffällig.“ Für Grieskirchen bleibt damit ein Auswärtssieg, der drei Punkte bringt und in der Tabelle weiter nach vorne schauen lässt, zugleich aber auch ein Spiel, das intern genug Stoff für die Aufarbeitung liefert.