Trainer-Debüt mit vier Siegen in Serie und einem Torverhältnis von 17:2 zum Frühjahrsstart gab es für die LASK Juniors zuletzt auch eine bittere 1:4-Heimniederlage gegen Sierning und ein enttäuschendes 0:0 gegen Weißkirchen. Der erklärte ooeliga.at-Fan Polster („Eine ganz tolle Sache! Ich surfe fast täglich auf der Seite um immer top-informiert über die Geschehnisse in der Liga zu sein“) sieht die „Mission Aufstieg“ dennoch nicht gefährdet. Und das, obwohl ihm das Bundesheer im Moment einen dicken Strich durch seine Kader-Rechnung macht!
Bundesheer stört die Meisterschaft
Denn die Juniors-Supertalente Thomas Höltschl (20) und Martin Ivos (18)
müssen derzeit zum Rapport: Grundausbildung! Das haut natürlich den
Trainingsplan ordentlich durcheinander. „Die beiden waren in den letzten
vier Wochen vielleicht acht Mal beim Training“, sagt Polster, der sich
aber ausdrücklich nicht übers Militär beschweren will. „Wir haben eine
super Zusammenarbeit mit dem Bundesheer, haben schon oft bewirken
können, dass unsere jungen Spieler nicht allzu oft dort antreten müssen.
Aber Grundausbildung ist eben Grundausbildung.“
Das trage natürlich zur aktuellen Torflaute seiner Mannschaft bei. „Wenn du sechs Wochen voll rangenommen wirst, kannst du am Fußballplatz nicht mehr deine Top-Leistung abrufen.“ Für Amateure-Trainer Polster gibt es eben immer wieder Neues, mit dem er sich arrangieren muss.
Polster rechnet mit faulen Profis ab
Nicht arrangieren will er sich dagegen mit faulen Profis aus dem A-Team,
die ihm derzeit ebenfalls zu schaffen machen. „Einige sind gar nicht
interessiert daran, sich über die Juniors wieder für die Bundesliga zu
empfehlen. Vujic zum Beispiel ist immer ‚verletzt’, wenn er bei uns
spielen soll. Und bei Skuletic wär’s mir eigentlich auch lieber, wenn er
irgendeine Zerrung vortäuscht, so enttäuschend wie der immer spielt.
Ich sage: Entweder voll oder gar nicht! Sonst hat’s keinen Sinn.“
Wochen der Wahrheit
Trotz der vielen Fronten, an denen Polster derzeit kämpfen muss, hat er
den Aufstieg noch lange nicht
abgeschrieben. Es sind ja auch nur zwei
Punkte, die den LASK Juniors derzeit auf Tabellenführer Vöcklamarkt
fehlen. „Wenn man bedenkt, wie viel wir seit dem Herbst schon aufgeholt
haben, kann sich meine Mannschaft schon jetzt auf die Schulter klopfen.“
Und überhaupt: „Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir das
beste Team der Liga haben.“
Die Möglichkeit, das zu beweisen, haben seine Juniors in den nächsten Wochen genug. Nach dem Spiel in Mondsee am kommenden Wochenende geht es in den Duellen gegen die direkten Titel-Konkurrenten Vöcklamarkt und Neuhofen/Ried um Alles oder Nichts. Polster: „Das werden sicher die Wochen der Wahrheit.“
Minigolf und Urfahraner Markt
Um den Kopf nach der Weißkirchen-Enttäuschung frei zu bekommen, war er
mit den Spielern zuletzt am Urfahraner Markt und beim Minigolf.
Teambuilding vor der Meisterschafts-Entscheidung! „Solche Dinge müssen
auch mal sein“, grinst Schlitzohr Polster. „Der Spaß darf bei aller
Ernsthaftigkeit nie zu kurz kommen.“ Wer ihn kennt, der weiß, dass es
sich dabei nicht nur um leere Worthülsen handelt.
Keiner wie Pacult
Der Trainer Polster – im Gegensatz zu Kollegen wie Peter Pacult hat er
sich nach seiner aktiven Karriere nicht um 180 Grad gedreht. Disziplin
ist ihm wichtig, aber ein Schleifer ist er nicht. Die Arbeit macht ihm
Spaß, das lässt er seinen Spielern spüren. In einem Interview hat er
einmal gesagt: „Ich wusste gar nicht, wie sehr ich es vermisst habe,
Trainer zu sein.“
Deshalb hat Polster mit seinen Juniors auch noch einiges vor. Egal ob Aufstieg oder nicht – „ich bleibe der Mannschaft auf jeden Fall treu. Ich habe einen Weg begonnen, und den möchte ich zu Ende gehen.“
Polster und Kraft – das passt!
Die LASK-Fans werden es gerne hören. In den wenigen Monaten, in denen er
in Linz ist, hat er einiges bewegt. Die Schnittstelle zwischen Profis
und Amateure soll weiter geschlossen werden. So ist Helmut Kraft bei
fast jedem Spiel der Juniors persönlich anwesend, spricht sich oft mit
Polster ab. „Die Zusammenarbeit ist optimal“, so Polster, der in Lukas
Kragl erst den Anfang sieht. “Es werden noch viele meiner Spieler den
Sprung zu den Profis schaffen. Einige haben es echt drauf.“
Über den Rest der Liga wird er sich weiter auf ooeliga.at informieren.
Was ihm neben den Vereins-Storys ganz besonders gefällt? „Die
Liga-Girls“, sagt Polster. Da ist es wieder, das Schlitzohr.
von Gernot Hörwertner
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Foto: LUI