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SV Micheldorf: „Ein Platz in den Top-Neun ist unser Ziel“

SV GW Micheldorf

Als Tabellenletzter der Vorsaison steht der SV Haidlmair Grün-Weiß Micheldorf in der LT1 OÖ-Liga heuer ganz im Zeichen des Neuaufbaus. Zehn Abgänge, zehn Zugänge, davon drei Talente aus dem eigenen Nachwuchs, sorgen für einen der markantesten Umbrüche des Sommers. „Ein Platz in den Top-Neun ist aber schon unser Ziel“, sagt Sektionsleiter Stefan Prieler im Gespräch mit Ligaportal. Nach einem schwierigen Jahr setzt der Verein nun auf eine Mischung aus Erfahrung, Jugend und eine klare Korrektur der Personalpolitik.

Fußballschuhe auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Ein Absturz mit mehreren Ursachen

Die Analyse der vergangenen Saison fällt in Micheldorf schonungslos aus. „Wir waren natürlich nicht zufrieden mit der letzten Saison. Das kann man auch nicht, wenn man Tabellenletzter ist“, sagt Prieler. Dass die Mannschaft am Ende auf Rang 16 landete, war die Folge mehrerer Entwicklungen, die sich über die Saison hinweg verstärkten.

Ein zentraler Punkt war die finanzielle Entscheidung im vergangenen Sommer. Das Kaderbudget wurde laut Prieler „drastisch gekürzt“, was sich unmittelbar auf die Zusammenstellung der Mannschaft auswirkte. „Dadurch konnten wir zum Teil nicht die Spielerqualität holen, die man für die OÖ-Liga braucht.“ Dazu kamen Langzeitverletzungen, die den Handlungsspielraum zusätzlich einschränkten. In der Tabelle rutschte der SV schon früh ab und verbrachte den Großteil der Saison am unteren Ende. Im Winter reagierte der Verein mit einem Trainerwechsel und Anpassungen im Kader. Ganz ohne Wirkung blieb das nicht: „Die Entwicklung im Frühjahr ging grundsätzlich in die richtige Richtung.“ Entscheidend war aber, dass die Kremstaler mehrere Schlüsselspiele nicht auf ihre Seite ziehen konnten. „In Summe haben wir wichtige Spiele nicht für uns entscheiden können und haben so Punkte liegen gelassen“, sagt Prieler.

Zehn Neue, davon drei Talente aus den Juniors

Der Sommer bringt nun einen tiefgreifenden personellen Schnitt. Zehn Spieler haben den Verein verlassen, sieben Neuzugänge wurden geholt. Drei Eigenbauspieler rücken aus den Juniors in den Kader auf. Prieler betont dabei bewusst die Jugendlinie: Die drei Nachwuchskräfte sind erst 17 und 18 Jahre alt, sollen aber ihre Chance bekommen.

Bei den Neuen setzt Micheldorf vor allem auf Erfahrung. Besonders hebt Prieler Lukas Tursch und Simon Gasperlmair hervor, die aus der Regionalliga kommen und „langjährige Spielpraxis auf hohem Niveau“ mitbringen. Dazu kommen weitere routinierte Spieler, wie u.a. mit Davor Brajkovic ein Spieler, der die OÖ Liga bestens kennt. Die Hoffnung dahinter ist klar: mehr Stabilität, mehr Qualität und mehr Ruhe in den entscheidenden Phasen eines Spiels.

Der Schwerpunkt der Vorbereitung liegt deshalb weniger auf großen Parolen als auf dem raschen Zusammenwachsen. „Nun müssen wir versuchen, bei den Testspielen die neuen Spieler bestmöglich zu integrieren und uns rasch zu einer Mannschaft zu formen“, sagt Prieler. Daraus soll eine Elf entstehen, die im Cup und in der Meisterschaft wieder konkurrenzfähiger auftritt. Einige kleinere Verletzungen gibt es aktuell noch, zum Saisonstart sollten diese Spieler aber wieder zur Verfügung stehen.

Kontinuität im Trainerteam, Verstärkung daneben

Während sich der Kader stark verändert, bleibt das Trainerteam fast unverändert. Der Verein hält an jenem Stab fest, der seit Winter in Micheldorf eine gute Arbeit macht. Man holt jedoch mit Reinhard Fuchsjäger einen erfahrenen Torwarttrainer ins Team, der zuletzt bei Hertha Wels tätig war. Parallel dazu wurde auf Funktionärsebene nachgebessert. Zwei zusätzliche Personen sollen helfen, die organisatorischen Aufgaben im Hintergrund besser zu bewältigen. Auch das passt zum Bild dieses Sommers: Micheldorf baut nicht nur an einer neuen Mannschaft, sondern auch an belastbareren Strukturen rundherum.

Anspruch vorhanden, Ton bleibt zurückhaltend

Dass der Verein die Ausgangslage diesmal besser einschätzt als noch vor einem Jahr, macht Prieler deutlich. „Nicht zuletzt dank der neuen Spieler aus der Regionalliga, aber auch durch die anderen Transfers, sind wir nun sicherlich deutlich besser aufgestellt als vor einem Jahr.“ Gleichzeitig vermeidet man in Micheldorf jede überzogene Ansage. „Dennoch bleiben wir demütig und bescheiden“, sagt Prieler.

Für die Fans heißt das: Sie bekommen eine deutlich veränderte Mannschaft zu sehen, in der erfahrene Zugänge sofort Verantwortung übernehmen sollen und junge Eigenbauspieler ihre ersten Chancen erhalten. Nach einer Saison, in der wenig zusammenpasste, zählt im Kremstal nun vor allem eines: dass aus dem großen Umbruch rasch wieder eine funktionierende Mannschaft wird.