In der 30. und letzten Runde der Regionalliga Mitte bekamen die Zuschauer zum Saisonabschluss ein echtes Offensiv-Spektakel geboten. Die ASKÖ Oedt setzte sich in einem packenden Schlagabtausch mit 5:2 gegen Deutschlandsberg durch. Dabei sah es lange Zeit nach einer engen Kiste aus: Der DSC kämpfte sich nach einem frühen Zwei-Tore-Rückstand bravourös zurück und schnupperte im zweiten Durchgang sogar an der Führung. In den Schlussminuten bewiesen die Hausherren jedoch den längeren Atem und schraubten das Ergebnis in der Nachspielzeit in die Höhe. Für Oedt war es ein emotionaler Abschied, da die Oberösterreicher trotz des sportlichen Erfolgs freiwillig den Gang in die LT1 OÖ-Liga antreten.

Doppelpack Nr. 1: Okan Aydin
Die Mannschaft von Trainer Carsten Jancker erwischte im heimischen Stadion einen Start nach Maß. Die Deutschlandsberger Hintermannschaft fand überhaupt nicht in die Spur und wurde früh kalt erwischt: In der 3. Spielminute besorgte Okan Aydin die blitzschnelle Führung für die ASKÖ Oedt. Die Gastgeber blieben extrem druckvoll und legten in der 22. Minute nach. Erneut war es der glänzend aufgelegte Aydin, der die Kugel zum 2:0 im Netz versenkte.
Die Gäste wirkten geschockt, doch DSC-Trainer Patrick Haring reagierte taktisch hervorragend. Mit einer Umstellung der Grundordnung und einer neuen Formation bissen sich die Weststeirer plötzlich zurück in die Begegnung. Die Belohnung folgte prompt: In der 30. Minute verkürzte Marco Reiterer auf 2:1. Die Deutschlandsberger blieben am Drücker, glaubten an ihre Chance und glichen nur sechs Minuten später durch einen Treffer von Marco Fuchshofer zum 2:2-Pausenstand aus (36.).
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich das Spiel unter der Leitung von Schiedsrichter Stephan Orel zu einem völlig offenen Schlagabtausch mit offenem Visier auf beiden Seiten. In der 62. Minute schien die Partie komplett zu kippen, als der DSC den Ball zur vermeintlichen Führung über die Linie drückte – der Unparteiische entschied jedoch aufgrund einer haarscharfen Abseitsstellung auf kein Tor. Ein bitterer Moment für die Gäste, der gleichzeitig als Weckruf für Oedt fungierte.
Als sich die Mannschaften bereits auf ein Remis einzustellen schienen, läutete die Jancker-Elf eine furiose Schlussphase ein. In der 85. Minute nutzte Jonathan Ndubisi Alukwu einen Abstimmungsfehler in der DSC-Abwehr und stellte auf 3:2. Deutschlandsberg warf im Anschluss verständlicherweise alles nach vorne, riskierte die totale Offensive und fing sich in der Nachspielzeit bittere Konter. Erneut Jonathan Ndubisi Alukwu (92.) und der eingewechselte Alex Ristic (93.) schraubten das Ergebnis binnen weniger Augenblicke auf den 5:2-Endstand hoch.

Doppelpack Nr. 2: Jonathan Ndubisi Alukwu
Das Spiel markierte gleichzeitig einen historischen Einschnitt für den Verein aus Traun. Für die ASKÖ Oedt war es das vorerst letzte Regionalligaspiel der Vereinsgeschichte: Die Oberösterreicher verzichten trotz des starken dritten Tabellenplatzes (55 Punkte) auf einen Verbleib in der dritthöchsten Spielklasse und steigen zur kommenden Saison freiwillig in die LT1 OÖ-Liga ab. Der Heimsieg bildete somit den perfekten, wenn auch wehmütigen Rahmen für ein erfolgreiches Kapitel.
Trotz der am Ende deutlichen Niederlage ging auch der Deutschlandsberger SC erhobenen Hauptes vom Platz. Die Weststeirer beenden die Saison mit 51 Punkten auf dem hervorragenden fünften Tabellenplatz. Für beide Teams geht es nun in die wohlverdiente Sommerpause, ehe bereits Mitte Juni die Vorbereitung auf die neue Spielzeit anläuft.
Andreas Kohlberger (Sportchef DSC):
„Wir haben anfangs überhaupt nicht gut ins Spiel gefunden und lagen recht schnell mit zwei Toren im Rückstand. Das Trainerteam hat dann aber super reagiert und die Formation sowie die Grundordnung geändert. Dadurch sind wir richtig gut reingekommen und haben vor der Pause verdient ausgeglichen. Die Mannschaft ist dann super retour gekommen. Die zweite Halbzeit war ein offener Schlagabtausch, in dem wir leider ein ganz knappes Abseitstor erzielt haben.
In der 85. Minute sind wir dann unglücklich durch einen Fehler erneut in Rückstand geraten. Da wir danach alles nach vorne geworfen haben, haben wir defensiv aufgemacht und noch zwei Tore kassiert. Das ist einfach der extremen Offensive geschuldet. Nichtsdestotrotz sind wir am Ende Tabellenfünfter geworden! Auf dieses zweitbeste Ergebnis in der Vereinsgeschichte können die Mannschaft, das Trainerteam und der gesamte Verein extrem stolz sein. Wir sind hinter Voitsberg das zweitbeste steirische Team und nimmt man die Amateure heraus, sind wir sogar die beste steirische Mannschaft der Liga. Jetzt geht es in die wohlverdiente Sommerpause, bevor wir am 29. Juni wieder das Training aufnehmen.“
ASKÖ Oedt: Ifeanyi Samuel Alfred – Adi Mehremic, Sam Schutti, Nico Wiesinger – Jonathan Ndubisi Alukwu, Alexander Mayr, Belmin Cirkic, Gasper Koritnik, Arne Ammerer, Okan Aydin – Toni Barisic (90. Alex Ristic). Trainer: Carsten Jancker
DSC Wonisch Installationen: Christoph Leitinger – Claudio Lipp, Daniel Schroll, Andreas Fuchs, Pierre Mohr – Christian Degen, Jure Grubelnik, Anto Jelec – Tobias Revelant, Marco Fuchshofer, Marco Reiterer. Trainer: Patrick Haring
Schiedsrichter & Assistenten: Stephan Orel, Almedin Medin, Jasmin Muratovic
von René Dretnik
Fotos: RIPU-Sportfotos