Vier Punkte, fünf Tore und zwei bemerkenswerte Auftritte: Der USV Scheiblingkirchen-Warth hat sich ohne Anlaufschwierigkeiten in der Regionalliga Ost zurückgemeldet. Nach dem 3:3 gegen Traiskirchen feierte der Aufsteiger mit dem späten 2:1 beim SV Oberwart seinen ersten Saisonsieg. Im Lager der Scheiblingkirchner ist die Freude groß, die Einordnung bleibt dennoch realistisch.

USV Scheiblingkirchen-Warth-Trainer Daniel Kohn zum Auswärtssieg in Oberwart:
„Nach dem Spiel gegen Traiskirchen haben wir unsere Gedanken gebündelt und vor allem die positiven Aspekte unserer Leistung mitgenommen. In Oberwart haben wir von Beginn an sehr viel Energie und Leidenschaft auf den Platz gebracht, wobei die Führung der Gastgeber zu diesem Zeitpunkt durchaus verdient war. In der Pause haben wir einige Dinge korrigiert. Danach haben wir die Räume besser besetzt, unser Spiel konsequenter über die Außenbahnen aufgezogen und insgesamt wesentlich besser in die Partie gefunden. Der schnelle Ausgleich nach dem Seitenwechsel hat uns natürlich zusätzlich geholfen und neuen Schwung gegeben. Der größere Erwartungsdruck lag bei Oberwart, weshalb wir zunehmend befreiter und mit einer gewissen Leichtigkeit auftreten konnten. Im entscheidenden Moment haben wir schließlich zugeschlagen. Nach unserem Führungstreffer in der Nachspielzeit haben wir alles konsequent wegverteidigt und waren insbesondere bei den defensiven Standardsituationen bis zum Abpfiff vollkommen präsent und fokussiert.“
Den Auswärtserfolg wolle man aber nicht überbewerten. Über die gesamten 90 Minuten betrachtet habe nicht zwingend die spielerisch stärkere Mannschaft gewonnen. Den Ausschlag habe vielmehr gegeben, dass der Aufsteiger in den entscheidenden Situationen die besseren Entscheidungen getroffen und seine Möglichkeiten konsequenter genutzt habe.
„Es hat nicht zwingend die bessere Mannschaft gewonnen, sondern jene, die zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Dinge gemacht hat“, fiel die Analyse von USV-Coach Kohn aus.
Gerade diese Konsequenz habe in Oberwart den Unterschied ausgemacht. Die Mannschaft sei trotz des Rückstands ruhig geblieben, habe auf die Anpassungen in der Pause reagiert und sich nach dem Seitenwechsel deutlich gesteigert. Als sich spät die Möglichkeit auf den Sieg ergeben habe, sei Scheiblingkirchen zur Stelle gewesen.
Trotz des gelungenen Saisonstarts sei allen Beteiligten bewusst, dass noch längst nicht alles funktioniere. Scheiblingkirchen biete seinen Gegnern weiterhin zu viele Möglichkeiten an. Den fünf erzielten Treffern stünden nach zwei Spieltagen bereits vier Gegentore gegenüber.
Die bisherige Bilanz verdeutlicht damit sowohl die Stärken als auch die Schwächen des Aufsteigers. Die Mannschaft spielt mutig nach vorne, erzeugt selbst Torgefahr und ist jederzeit in der Lage, offensiv zuzuschlagen. Gleichzeitig müsse es gelingen, die Anzahl der zugelassenen Möglichkeiten zu reduzieren und über die gesamte Spielzeit stabiler zu verteidigen.
An der Freude über die bisherige Ausbeute ändere diese Selbstkritik allerdings wenig: „Vier Punkte nach dieser Auslosung sind für einen Aufsteiger eigentlich ein Wahnsinn.“
Das Ziel bestehe weiterhin darin, möglichst viele Begegnungen positiv zu gestalten. Scheiblingkirchen wolle sich als Liganeuling keineswegs zurückziehen oder ausschließlich auf Schadensbegrenzung bedacht sein. Stattdessen solle jeder Gegner mit großer Intensität beschäftigt und permanent unter Druck gesetzt werden.
„Wir verstecken uns nicht, sondern wollen maximalen Druck und maximalen Stress für den Gegner erzeugen“, lautet die klare Marschroute des Aufsteigers.
Mit dem FavAC wartet nun eine Mannschaft mit einer anderen Spielanlage. Daher werde Scheiblingkirchen erneut vor einer völlig neuen Aufgabe stehen. Um auch diese erfolgreich zu bewältigen, werde es jedoch wieder jene Tugenden benötigen, die bereits in den ersten beiden Saisonspielen zu sehen waren: Energie, Leidenschaft, Mut und die Bereitschaft, bis zur letzten Minute alles zu verteidigen.