Der Wiener Sport-Club marschiert weiter. Auch im vierten Saisonspiel der Regionalliga Ost ließ der Tabellenführer nichts anbrennen und setzte sich im Wiener Duell gegen den SC Wiener Viktoria souverän mit 3:0 durch. Vor allem im ersten Durchgang präsentierten sich die Hernalser äußerst dominant, setzten den Gegner mit aggressivem Pressing permanent unter Druck und sorgten durch Darijo Pecirep, Eren Keles und Konstantin Kerschbaumer bereits vor der Pause für klare Verhältnisse. Der vierte Sieg im vierten Spiel hätte am Ende sogar noch deutlicher ausfallen können.

Von einem vorsichtigen Abtasten war in Hernals wenig zu sehen. Der Wiener Sport-Club knüpfte nahtlos an seine bisherigen Auftritte an und übernahm vom Anpfiff weg die Kontrolle. Besonders das aggressive Pressing bereitete der Viktoria große Probleme. Die Hausherren liefen früh an, erzwangen Ballverluste und tauchten dadurch immer wieder gefährlich in der gegnerischen Hälfte auf.
Der Führungstreffer wirkte deshalb früh nur wie eine Frage der Zeit. In der 17. Minute war es schließlich Darijo Pecirep, der die Überlegenheit nach einem scharfen Stanglpass erstmals auf der Anzeigetafel sichtbar machte und zum 1:0 traf.
Kaum hatte sich die Viktoria vom Rückstand sortiert, schlug der Tabellenführer erneut zu. Nur zwei Minuten später erhöhte Eren Keles nach einem Lochpass per Chipball auf 2:0 und versetzte den Gästen damit den nächsten Wirkungstreffer.
Die Viktoria deutete beim Stand von 2:0 zwar einmal an, dass auch sie gefährlich werden könnte, insgesamt blieb das Kräfteverhältnis jedoch eindeutig. Der Wiener Sport-Club bestimmte Tempo und Rhythmus und wirkte bei seinen Angriffen permanent gefährlich.
Nach dem Doppelschlag ließ der Wiener Sport-Club keineswegs nach. Die Mannschaft blieb griffig, hielt den Druck hoch und suchte weiter konsequent den Weg nach vorne.
In der 33. Minute folgte die nächste Belohnung. Konstantin Kerschbaumer stellte per Schuss aus ca. 16 Metern auf 3:0 und sorgte damit bereits vor dem Seitenwechsel für eine Vorentscheidung.
Bemerkenswert war dabei weniger die komfortable Führung an sich als die Art und Weise, wie sie zustande kam. Die Hernalser ließen der Viktoria kaum Zeit für einen geordneten Spielaufbau, waren bei zweiten Bällen präsent und entwickelten nach Ballgewinnen sofort Zug zum Tor. Nach einer guten halben Stunde hatte der Tabellenführer das Wiener Duell damit fest im Griff.
Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Bild insofern, als keine weiteren Treffer mehr fielen. An der Kontrolle des Wiener Sport-Clubs änderte sich allerdings wenig. Die Gastgeber mussten nicht mehr dasselbe Risiko wie im ersten Durchgang gehen, blieben dennoch die gefährlichere Mannschaft.
Gerade hier lag am Ende auch der einzige wirkliche Makel des Auftritts. Möglichkeiten für einen vierten oder sogar fünften Treffer waren vorhanden, wurden aber nicht konsequent genug genutzt. Statt eines noch deutlicheren Ergebnisses blieb es beim 3:0.
Die Viktoria fand ihrerseits keine Mittel mehr, um die Partie noch einmal ernsthaft zu öffnen. Der Wiener Sport-Club verteidigte aufmerksam, kontrollierte das Geschehen und brachte seinen Vorsprung ohne größere Schwierigkeiten über die Zeit.
Stimme zum Spiel:
Daniel Seper (Trainer Wiener Sport-Club):
„Wir waren erneut sehr dominant und von Beginn an mit unserem Pressing richtig gut im Spiel. Wir haben permanent Gefahr ausgestrahlt und insgesamt einen sehr souveränen Auftritt gezeigt. Der Sieg ist absolut verdient, wobei wir gerade nach der Pause noch konsequenter sein müssen. Mit etwas mehr Entschlossenheit wäre auch ein höheres Ergebnis möglich gewesen. Natürlich bin ich mit einem 3:0 zufrieden und es ist schwierig, nach so einem Spiel viel zu kritisieren. Gleichzeitig sehen wir aber, dass noch mehr möglich ist – und das wissen auch die Spieler. Wenn wir unseren Plan über die gesamte Spielzeit konsequent durchziehen, können wir noch einen Schritt weiterkommen. Genau an dieser Konsequenz wollen wir arbeiten und die Gier innerhalb der Mannschaft aufrechterhalten. Die größten Fehler passieren oft im Erfolg. Jetzt weiß jeder, dass man uns ein Bein stellen will, deshalb dürfen wir keinen Prozentpunkt nachlassen.“
Foto: Josef Parak