Spielberichte

Nach Rückstand und Überzahl: Wiener Sport-Club dreht Spitzenspiel gegen Gloggnitz

Wiener Sport-Club
SV Gloggnitz

Der Wiener Sport-Club hat das Spitzenspiel der dritten Runde in der Regionalliga Ost für sich entschieden. Die Hernalser setzten sich gegen Titelverteidiger SV Gloggnitz mit 4:1 durch und bleiben damit auch nach drei Saisonspielen ohne Punktverlust. Das deutliche Endergebnis täuscht allerdings über eine schwierige Anfangsphase hinweg: Gloggnitz präsentierte sich zunächst äußerst dominant, ging durch Josef Pross verdient in Führung und stellte die Gastgeber mit seiner Wucht vor große Probleme. Die Rote Karte gegen Torhüter Christopher Stadler veränderte die Partie jedoch grundlegend. In Überzahl übernahm der WSC zunehmend die Kontrolle und entschied die Begegnung nach der Pause deutlich für sich.

Torwart in grüner Dress beim Abstoß

Image by Phillip Kofler from Pixabay

Gloggnitz bringt seine ganze Wucht auf den Platz

Vom Anpfiff weg wurde deutlich, warum Gloggnitz als amtierender Meister nach Hernals gereist war. Die Gäste präsentierten sich körperlich enorm robust, gewannen viele erste und zweite Bälle und schalteten nach Ballgewinnen immer wieder schnell um.

Der Sport-Club hatte zwar durchaus seine Ballbesitzphasen, fand gegen die Intensität und Power der Gäste zunächst aber nur schwer die passenden Lösungen. Gloggnitz lauerte auf Fehler und wurde nach Umschaltsituationen mehrfach gefährlich. Sport-Club-Torhüter Florian Haas musste bereits früh zwei-, dreimal eingreifen und verhinderte einen noch früheren Rückstand.

In der 20. Minute war aber auch er geschlagen. Josef Pross brachte die Gäste mit 1:0 in Führung und belohnte damit den starken Beginn des Titelverteidigers.

Rote Karte verändert die Ausgangslage

Der entscheidende Wendepunkt folgte noch vor der Pause. Nach einem Ball in die Tiefe musste Gloggnitz-Torhüter Christopher Stadler weit aus seinem Strafraum kommen und wehrte den Ball außerhalb des Sechzehners mit der Hand ab. Die Konsequenz war die Rote Karte (36.).

Für den Sport-Club veränderte sich die Partie dadurch schlagartig. Die Gastgeber fanden nun deutlich leichter Räume und konnten ihren Ballbesitz gegen zehn Gloggnitzer wesentlich besser ausspielen.

Noch vor dem Seitenwechsel folgte der nächste Rückschlag für die Gäste. Eren Keles erzielte in der 43. Minute nach einer Flanke im Nachsetzen den 1:1-Ausgleich und sorgte dafür, dass die Hernalser mit einem Mann mehr und einem ausgeglichenen Spielstand in die Kabine gingen.

Hausherren passen sich auch körperlich an

In der Pause reagierten die Gastgeber zusätzlich auf die Erkenntnisse aus dem ersten Durchgang. Trainer Daniel Seper brachte mit Marko Grubesic und Filip Drljepan größere und körperlich robustere Spieler und war damit auch für die Zweikämpfe gegen die physisch starken Gloggnitzer besser gerüstet.

Gleichzeitig machte sich die numerische Überlegenheit immer deutlicher bemerkbar. Die Hernalser ließen Ball und Gegner laufen, kontrollierten zunehmend das Geschehen und zwangen Gloggnitz zu immer mehr Defensivarbeit. Anders als noch vor der Pause gelang es den Gastgebern nun auch, aus dem vielen Ballbesitz Kapital zu schlagen.

Drei Treffer machen den Unterschied deutlich

In der 65. Minute war die Partie endgültig gedreht. Kürsat Güclü traf zum 2:1 und brachte die Gastgeber erstmals in Führung. Für Gloggnitz wurde es nun immer schwieriger, die Räume geschlossen zu halten und gleichzeitig selbst für Entlastung zu sorgen.

Nur sieben Minuten später erhöhte Sam Schutti auf 3:1 (72.). Spätestens damit war die Gegenwehr des Meisters weitgehend gebrochen.

Die Seper-Elf spielte die Überzahl anschließend souverän aus und blieb bis zum Ende gefährlich. Daniel Hölbling sorgte in der 88. Minute mit dem Treffer aus einem Umschaltspiel zum 4:1 für den Schlusspunkt eines aus Sicht der Hernalser letztlich perfekten Abends.

Stimme zum Spiel:

Daniel Seper (Trainer Wiener Sport-Club):

„Im Vergleich zu den ersten beiden Spielen war das heute noch einmal ein ganz anderer Gradmesser. Gloggnitz hat gerade zu Beginn seine enorme Wucht und körperliche Präsenz auf den Platz gebracht, da haben wir uns teilweise schwergetan, dagegenzuhalten. Obwohl wir mehr Ballbesitz hatten, hat der Gegner immer wieder auf seine Momente gelauert, viele erste und zweite Bälle gewonnen und nach Ballgewinnen sehr gut umgeschaltet. Wir können uns in dieser Phase auch bei Haas bedanken, der uns zwei-, dreimal mit starken Paraden im Spiel gehalten hat. Für uns war es der erste richtige Gradmesser in dieser Saison und insgesamt hat es sich trotzdem nach einem weiteren Schritt nach vorne angefühlt. Wir haben uns im Laufe der Partie gesteigert und gezeigt, dass wir auch gegen einen Gegner dieser Qualität bestehen können.“

 

Regionalliga Ost: Wiener Sport-Club : Gloggnitz - 4:1 (1:1)

  • 88
    Daniel Hölbling 4:1
  • 72
    Sam Schutti 3:1
  • 65
    Kürsat Güclü 2:1
  • 43
    Eren Keles 1:1
  • 20
    Josef Pross 0:1