In einem umkämpften Duell der Regionalliga Ost behielt der SR Donaufeld beim FavAC knapp mit 1:0 die Oberhand. Den Unterschied machte letztlich ein Strafstoß: Philip Schneider verwandelte in der 24. Minute zur Führung der Gäste. Doch wer glaubte, damit sei die Geschichte dieses Spiels bereits erzählt, irrte gewaltig. Vor allem eine Szene rund eine Viertelstunde vor Schluss sorgte für reichlich Gesprächsstoff: Der FavAC brachte den Ball zum vermeintlichen Ausgleich im Netz unter, der Treffer wurde jedoch wegen eines Handspiels aberkannt.

Von Beginn an entwickelte sich eine intensive Partie, in der beide Mannschaften keinen Zentimeter herschenkten. Donaufeld erwischte dabei den besseren Start und bekam in der 24. Minute die große Gelegenheit zur Führung. Nach einem Foul im Strafraum zeigte der Schiedsrichter auf den Punkt. Philip Schneider übernahm die Verantwortung und ließ sich die Chance nicht entgehen – 0:1.
Mit der Führung im Rücken konnten die Gäste ihr Spiel etwas kontrollierter aufziehen. Der FavAC musste hingegen einem Rückstand hinterherlaufen und suchte nach Möglichkeiten, die kompakte Donaufelder Defensive auszuhebeln. Die Hausherren blieben bemüht, fanden zunächst aber nur selten die entscheidende Lücke.
Donaufeld verteidigte konzentriert und versuchte seinerseits, nach Ballgewinnen schnell umzuschalten. So blieb die Partie eng – und mit nur einem Treffer Unterschied jederzeit offen.
Nach dem Seitenwechsel wurde der FavAC zunehmend mutiger. Die Gastgeber schoben weiter nach vorne und investierten immer mehr in die Offensive. Donaufeld wurde phasenweise tief in die eigene Hälfte gedrängt, verteidigte den knappen Vorsprung jedoch mit viel Einsatz.
Dann kam jene Szene, die dem Spiel beinahe eine völlig neue Richtung gegeben hätte: Rund eine Viertelstunde vor dem Ende zappelte der Ball im Donaufelder Tor – der FavAC jubelte bereits über den vermeintlichen Ausgleich. Doch die Freude währte nur kurz. Wegen eines Handspiels wurde der Treffer aberkannt. Statt 1:1 blieb es beim hauchdünnen 0:1.
Für die Favoritner war es der bitterste Moment des Abends. Dennoch warfen die Hausherren in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne und drängten auf den Ausgleich. Donaufeld hielt dem Druck jedoch stand, brachte die knappe Führung über die Zeit und durfte nach dem Schlusspfiff über drei hart erkämpfte Punkte jubeln.
Am Ende entschied damit Schneiders Elfmeter aus der 24. Minute die Begegnung. Das Ergebnis von 0:1 erzählt allerdings nur einen Teil der Geschichte: Der FavAC war dem Ausgleich insbesondere in der Schlussphase ganz nahe – doch der aberkannte Treffer ließ die Favoritner mit leeren Händen zurück.
Thomas Friz (Sportlicher Leiter Stellvertreter FavAC): "Natürlich ist diese Niederlage extrem bitter, weil wir aus meiner Sicht zumindest einen Punkt verdient gehabt hätten. Wir haben gegen eine gute Donaufelder Mannschaft ein intensives Spiel gezeigt und sind nach dem Elfmeter in Rückstand geraten. Trotzdem hat sich die Mannschaft nicht hängen lassen, sondern ist drangeblieben und hat vor allem in der zweiten Halbzeit immer mehr investiert. Wir wollten unbedingt zurückkommen und hatten auch unsere Möglichkeiten. Die entscheidende Szene aus unserer Sicht kommt dann rund eine Viertelstunde vor Schluss. Wir machen das vermeintliche 1:1, der Jubel ist natürlich riesig, aber der Treffer wird wegen Handspiels aberkannt. Das ist in so einer engen Partie besonders bitter, weil dieser Ausgleich dem Spiel noch einmal eine ganz andere Dynamik gegeben hätte. Was ich der Mannschaft zugutehalten muss: Sie hat auch danach weitergemacht und bis zur letzten Minute versucht, noch den Ausgleich zu erzwingen. Einsatz, Wille und Moral waren da. Was uns gefehlt hat, war letztlich die letzte Konsequenz beziehungsweise das nötige Quäntchen Glück in den entscheidenden Situationen. Am Ende stehen wir leider ohne Punkte da, obwohl die Leistung über weite Strecken absolut in Ordnung war. Davon können wir uns heute zwar nichts kaufen, aber auf dieser Einstellung und diesem Auftreten können wir aufbauen. Jetzt gilt es, die Partie richtig einzuordnen, die positiven Dinge mitzunehmen und in den kommenden Spielen wieder anzuschreiben.“
Josef Michorl (Trainer Donaufeld): „Es war das erwartet schwierige und intensive Spiel. Beim FavAC musst du bereit sein, über 90 Minuten dagegenzuhalten, und das haben wir heute gemacht. Wir gehen durch den Elfmeter von Philip Schneider in Führung und haben danach sehr konzentriert verteidigt. Natürlich hätten wir uns gewünscht, offensiv noch konsequenter zu sein und vielleicht mit einem zweiten Treffer früher für Ruhe zu sorgen. Das ist uns nicht gelungen, und deshalb ist das Spiel bis zum Schluss völlig offen geblieben. In der zweiten Halbzeit hat der FavAC noch einmal mehr Druck gemacht. Wir mussten einige Situationen überstehen und haben gesehen, dass der Gegner unbedingt zurück ins Spiel wollte. Danach war klar, dass wir noch einmal alles investieren müssen. In dieser Phase hat mir gefallen, wie die Mannschaft zusammengehalten und sich gegen den Ausgleich gestemmt hat. Es war sicher nicht alles perfekt, aber bei einem knappen Auswärtsspiel geht es manchmal genau darum: Widerstände anzunehmen, als Mannschaft zu verteidigen und ein Ergebnis über die Linie zu bringen. Wir nehmen die drei Punkte sehr gerne mit. Ein 1:0 klingt vielleicht unspektakulär, aber solche Siege musst du dir hart erarbeiten. Dass wir am Ende zu null bleiben und dieses enge Spiel für uns entscheiden, spricht für die Moral und den Zusammenhalt der Mannschaft.“
Donaufeld: Mark Habetler, Oleksii Kovtun, Lukas Haselmayr, Luca Ruiss, Marcel Holzer, Ilija Petkovic, Leonardo Ivkic, Aris Stogiannidis, Philip Schneider (K), Armin Domuzeti, Patrick Puchegger Ersatzspieler: Tobias Bencsics, Felix Pegam, Tunahan Mercan, Abdul Yazici, David Dimoski, Brian Ali Trainer: Josef Michorl
FavAC: Mario Zocher - Alphonse Denis Soppo, Borisz Grozdic, Erik Hoscha, Luis Bezjak, Leon Najdovski - Pjeter Lekaj, Michael Valtchev (K), Aleksa Markovic - Vitus Reisenbichler, Faris Kavaz Ersatzspieler: Julian Stöckl, Mateja Nedeljkovic, Calvin Stifter, Almer Softic, Patryk Ciez, Jakob Füruter Trainer: Herbert Gager
Foto: Anja Haller - AH Sportfotos