Spielberichte

Später Schock in Hernals: Leobendorf dreht Partie gegen dominanten Wiener Sport-Club

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Wiener Sport-Club
SV Leobendorf

Der Wiener Sport-Club muss nach dem furiosen 6:0-Erfolg bei Wienerberg einen bitteren Rückschlag hinnehmen. Gegen den SV Leobendorf bestimmten die Hernalser über weite Strecken das Geschehen, hatten deutlich mehr Ballbesitz und auch genügend Möglichkeiten, die Begegnung frühzeitig in die gewünschte Richtung zu lenken. Doch die Gäste blieben geduldig, warteten auf ihre Momente und drehten einen 0:1-Rückstand noch in einen 2:1-Auswärtssieg. Besonders schmerzhaft für den Wiener Sport-Club: Der entscheidende Treffer durch Felix Orgolitsch fiel erst in der Nachspielzeit.

Fußball und Fußballschuh bei Eckball

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Keles belohnt starke erste Hälfte

Von Beginn an entwickelte sich eine Partie mit klar verteilten Rollen. Der Wiener Sport-Club übernahm das Kommando, ließ den Ball durch die eigenen Reihen laufen und versuchte, die kompakte Leobendorfer Defensive auseinanderzuspielen. Die Gäste konzentrierten sich hingegen auf ihre Ordnung und lauerten auf Möglichkeiten zum schnellen Umschalten.

Vor allem im ersten Durchgang ging dieser Plan für die Hausherren zunächst besser auf. Der Wiener Sport-Club kontrollierte das Geschehen und ließ Leobendorf nur selten zur Entfaltung kommen. In der 26. Minute folgte die verdiente Führung: Eren Keles kam zum Abschluss und setzte den Ball präzise ins Eck – 1:0.

Auch danach blieben die Gastgeber spielbestimmend. Was fehlte, war die letzte Konsequenz im entscheidenden Drittel. Die Hernalser kamen immer wieder in vielversprechende Situationen, konnten aus ihrer Überlegenheit aber keinen zweiten Treffer machen.

Genau dieser sollte im weiteren Verlauf schmerzlich fehlen.

Mirkovic trifft sehenswert zum Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Leobendorf verbessert. Die Gäste wurden aktiver und fanden nun häufiger Möglichkeiten, sich aus den längeren Ballbesitzphasen des Wiener Sport-Club zu befreien. An der grundsätzlichen Spielanlage änderte sich dennoch wenig: Die Hausherren hatten weiterhin viel vom Ball und versuchten, ihr Spiel durchzuziehen.

In der 58. Minute schlug Leobendorf jedoch zu. Luka Mirkovic fasste sich ein Herz und sorgte mit einem starken Abschluss für das 1:1.

Plötzlich war eine Partie wieder völlig offen, die der Wiener Sport-Club zuvor weitgehend unter Kontrolle gehabt hatte. Die Hausherren ließen sich vom Ausgleich zwar nicht grundsätzlich von ihrem Weg abbringen, agierten im letzten Drittel aber weiterhin nicht zielstrebig genug.

Dabei waren die Möglichkeiten zur neuerlichen Führung durchaus vorhanden. Kerschbaumer, Floris und Rocca kamen zu hochkarätigen Chancen, doch der entscheidende zweite Treffer wollte nicht fallen. Leobendorf hielt dagegen, verteidigte die gefährlichen Situationen und blieb damit bis in die Schlussphase im Spiel.

Einwurf wird zum bitteren Wendepunkt

Je länger die Begegnung dauerte, desto mehr deutete vieles auf eine Punkteteilung hin. Für den Wiener Sport-Club wäre allerdings selbst diese angesichts des Spielverlaufs und der eigenen Möglichkeiten bereits enttäuschend gewesen.

Doch es kam noch bitterer.

In der zweiten Minute der Nachspielzeit verteidigten die Hausherren eine Situation nach einem Einwurf nicht konsequent genug. Leobendorf nutzte die Unordnung – und Felix Orgolitsch traf zum umjubelten 2:1.

Stimme zum Spiel:

Daniel Seper (Trainer Wiener Sport-Club):

„Das ist natürlich maximal bitter, weil wir dieses Spiel aus meiner Sicht niemals verlieren müssen. Über 90 Minuten waren wir sehr dominant im Ballbesitz und haben versucht, unser Spiel durchzubringen. Die erste Halbzeit war richtig gut, nach der Pause ist Leobendorf etwas besser geworden und macht mit einem super Schuss den Ausgleich. Trotzdem hatten wir danach genügend Möglichkeiten. Kerschi, Floris und Rocca haben riesige Chancen – da kannst und musst du eigentlich das zweite Tor machen. Im letzten Drittel waren wir insgesamt einfach nicht zielstrebig genug. Wenn du vorne mitspielen willst, musst du solche Partien eigentlich gewinnen. Stattdessen verteidigen wir in der Nachspielzeit eine Situation nach einem Einwurf schlecht und verlieren noch 1:2. Das tut weh, aber wir können es nicht mehr ändern und die Welt geht davon auch nicht unter. Vor ein paar Wochen war nach den Siegen nicht plötzlich alles perfekt und jetzt ist nach dieser Niederlage auch nicht alles schlecht. Das war heute keine schlechte Leistung. Wir werden das Spiel sauber analysieren und unsere Schlüsse daraus ziehen. Uns war immer bewusst, dass es eine harte und schwierige Saison wird, gerade wenn man ambitionierte Ziele verfolgt. Die Richtung stimmt, aber Rückschläge gehören zu diesem Weg dazu.“

Regionalliga Ost: Wiener Sport-Club : Leobendorf - 1:2 (1:0)

  • 92
    Felix Orgolitsch 1:2
  • 58
    Luka Mirkovic 1:1
  • 26
    Eren Keles 1:0