Nach dem Duell der 1. Klasse Mitte-West zwischen SK Stratex Gallspach und Sportunion Neukirchen/V.-Puchkirchen ordnete Trainer Jürgen Ließ eine Partie ein, die aus seiner Sicht von Disziplin, tiefem Verteidigen und schmerzhaften Ausfällen geprägt war. Zwischen Anerkennung für die feldüberlegenen Gäste und kämpferischem Optimismus schwankte sein Fazit: ein vergebener Elfmeter der Gäste, ein direkt verwandelter Eckstoß der Hausherren durch Elvis Selishta und eine strittige Schlussphase prägten die Rückschau – verbunden mit dem klaren Ziel, nun eine Serie zu starten.

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„Es war von unserer Seite her taktisch geprägt“, stellte Jürgen Ließ klar und ergänzte: „Wir standen sehr tief, sehr gut, finde ich.“ Die personelle Ausgangslage war schwierig: „Man muss erwähnen, dass uns in diesem Spiel fünf Stammspieler gefehlt haben, und wir haben das Beste herausgeholt.“ Den Gegner beschrieb Ließ als dauerhaft tonangebend: „Neukirchen war sicher feldüberlegen. Man hat zu jeder Zeit gespürt, dass sie unbedingt den Siegestreffer erzielen wollten.“ In der Chancenbilanz hob er einen frühen Knackpunkt hervor: Die Gäste vergaben rund um Minute 30 einen Elfmeter; weitere Gelegenheiten machten laut Ließ der starke Tormann sowie die aufmerksame Defensive zunichte.
In einer intensiven Anfangsphase setzte Gallspach den ersten Akzent: In der 22. Minute traf Elvis Selishta zum 1:0 – die Führung fiel nach Ließ’ Schilderung direkt aus einer Ecke. Noch vor der Pause kam Neukirchen zurück: Martin Mayr stellte in Minute 43 auf 1:1, womit es zur Halbzeit beim 1:1 blieb. Nach dem Seitenwechsel drängten die Gäste weiter auf die Entscheidung, was Ließ’ Eindruck der Feldüberlegenheit bestätigte. Das späte Momentum kippte schließlich zugunsten von Neukirchen, als Dominik Schachner in der 74. Minute das 1:2 markierte – jener Moment, den Ließ mit dem unbedingten Willen der Gäste verknüpfte. Weitere ruhende Bälle auf beiden Seiten blieben abgesehen vom Eckentor ohne größere Wirkung.
Für Gesprächsstoff nach dem Abpfiff sorgte aus Gallspacher Sicht die Entstehung des späten Gegentors. Ließ formulierte es deutlich: „Das zweite Tor für Neukirchen war abseitsverdächtig, und obendrauf ist der Spieler der Meinung, dass es ein Handspiel war.“ Zu erwähnen sei noch, dass der Schiedsrichter "leider oft nicht auf der Höhe des Geschehens war". Ungeachtet der Diskussionen rückte der Trainer die Reaktion seiner Mannschaft in den Mittelpunkt: „Ich will die Mannschaftsleistung hervorheben. Wir hatten fünf Ausfälle, und es war nicht leicht, das zu kompensieren. Wir haben alles gegeben und gekämpft – wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn alle da gewesen wären.“
Für die nächsten Wochen schärfte Ließ die Prioritäten: „Wir brauchen eine kompakte Mannschaftsleistung, eine kämpferisch-läuferische Topleistung. Spielerische Typen haben wir, wir haben eine gute Mischung. Aber wir müssen alle an einem Strang ziehen, jeder muss alles geben.“ Trotz der herausfordernden Lage bleibt der Ton optimistisch: „Ich bin zuversichtlich. Wir haben eine gute Mannschaft. Wir wollen jetzt eine Siegesserie starten und uns vorne wieder dranhängen. Vielleicht gelingt uns noch das Unmögliche.“