Spielberichte

Jürgen Ließ (SK Stratex Gallspach) nach 0:4 im Derby: „Aufgeben ist keine Option“

SV Schlüßlberg
SK Gallspach

Im Derby zwischen SV Schlüßlberg und SK Stratex Gallspach in der 1. Klasse Mitte-West herrschte eine dichte, gut besuchte Kulisse – doch beim Gast überwog die Enttäuschung. Für Jürgen Ließ, den Gallspacher Trainer, war der Rückschlag „verdient“, in der Höhe jedoch „wahrscheinlich zu hoch“. Er sprach von zu vielen Eigenfehlern vor der Pause, wenigen eigenen Abschlüssen und dem klaren Auftrag, schon nächste Woche wieder zu punkten.

Nahaufnahme: Spieler holt zum Eckball aus. Weiß-grüner Ball, grüne Stutzen

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Selbstkritik und ein Spiel, das früh kippte

„Im Endeffekt war es ein verdienter Sieg. Das 0:4 war wahrscheinlich zu hoch, weil wir den Gegner vor allem in der ersten Halbzeit durch unsere eigenen Fehler zum Sieg verholfen haben“, ordnete Ließ offen ein. Seine Mannschaft kam nicht ins Spiel, stand zu weit weg vom Gegner und setzte in den Zweikämpfen zu selten Akzente. Prägend war die Phase vor der Pause: „Es gab vor allem in der ersten Halbzeit wenige Torchancen – auch wir hatten keine. Schlüßlberg hat aus mehr oder weniger drei Eigenfehlern und drei Torschüssen drei Tore gemacht.“ Die Chronik stützt das: Florian Winkler nutzte die Gallspacher Nachlässigkeiten eiskalt und schnürte vor der Pause einen Hattrick (29./1:0, 39./2:0, 41./3:0); zur Halbzeit stand es 0:3. Die Enttäuschung beim Trainer war spürbar, auch weil die personellen Voraussetzungen eigentlich passten: „Und das, obwohl wir dieses Mal in Bestbesetzung auftreten konnten. Ich bin sehr enttäuscht über diese Leistung.“

Kaum Standards, kein Streit um Entscheidungen – und der späte Schlusspunkt

In einer Partie, die vor allem durch Gallspacher Ballverluste und Schlüßlberger Effizienz geprägt war, spielten ruhende Bälle keine nennenswerte Rolle. „Es gab eigentlich wenige Standardsituationen; das meiste wurde konsequent wegverteidigt“, stellte Ließ fest. Auch Diskussionen um den Unparteiischen blieben aus: „Der Schiedsrichter hat das Spiel in keinem Fall beeinflusst.“ Nach dem dreifachen Nackenschlag kurz vor der Pause blieb Gallspach bemüht, kam aber kaum zu zwingenden Momenten. In der Schlussphase setzte Raphael Schinagl in der 81. Minute den 0:4-Schlusspunkt – ein Treffer, der den Verlauf in seiner Klarheit bestätigte, ohne dass Schlüßlberg zusätzliche Dominanz aus Standards oder langen Druckphasen brauchte.

Derbykulisse, klare Worte und der Blick nach vorn

Der Rahmen war dem Anlass angemessen, wie der Coach hervorhob: „Es war ein Derby. Schlüßlberg gegen Gallspach zieht immer viele Zuschauer an.“ Auf dem Feld jedoch fand der Gast keinen Halt. Individuelle Ausreißer nach oben wollte der Trainer nicht schönreden: „Nein, ich kann hier aus meinem Team absolut niemanden hervorheben.“ Was bleibt, ist die Aufgabe, schnell wieder in die Spur zu kommen – und genau daran knüpft Ließ an: „Aus dieser Partie können wir eigentlich nichts mitnehmen. Wir müssen in den nächsten Wochen wieder anders auftreten, so wie wir es die ersten vier Spiele gemacht haben.“ Trotz der herben Enttäuschung verengte er den Blick nicht auf das Resultat, sondern auf Haltung und Reaktion: „Wir werden keineswegs den Kopf in den Sand stecken. Wir werden nicht aufgeben. Solange es rechnerisch möglich ist, werden wir weiterkämpfen und erst im Juni werden wir sehen, ob wir tatsächlich abgestiegen sind oder nicht.“

1. Klasse Mitte-West: Schlüßlberg : SK Gallspach - 4:0 (3:0)

  • 81
    Raphael Schinagl 4:0
  • 41
    Florian Winkler 3:0
  • 39
    Florian Winkler 2:0
  • 29
    Florian Winkler 1:0