Im Rahmen der 1. Klasse Mitte-West trennten sich der SV DSV Road Kallham und die Sportunion Neukirchen/V.-Puchkirchen 2:2. Trainer Alexander Steiner ordnete eine von Geduld, viel Ballbesitz und taktischer Disziplin geprägte Partie ein: eine harte aber fair geführte Begegnung, in der die Standards die Richtung vorgaben – gekrönt von einem Ausgleich in der letzten Aktion, der die Stimmung zwischen Enttäuschung und berechtigter Zufriedenheit balancierte.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
„Der Gegner ist extrem tief gestanden, hat über die neunzig Minuten mit einem Libero verteidigt, was eher sehr, sehr unüblich ist in dieser aktuellen Zeit.“ Aus dieser Beobachtung leitete Alexander Steiner den Charakter des Spiels ab: viel Kontrolle, wenig Räume. „Hochkarätige Torchancen waren eher Mangelware auf beiden Seiten.“ Dennoch fühlte sich seine Mannschaft über weite Strecken vorn: „Wir waren trotz allem über die gesamten neunzig Minuten eher die spielbestimmende Mannschaft, hatten viel Ballbesitz und probierten spielerische Lösungen zu finden, im Gegensatz zum Gegner der nur mit langen Bällen agierte.“ Zur Pause stand es 0:0 – ein Resultat, das den dichten Verteidigungsreihen und dem geringen Risiko Rechnung trug. In dieser Phase blieb die Begegnung intensiv, aber fair, mit einem disziplinierten Auftritt beider Teams, die das Zentrum schlossen und Umschaltmomente suchten.
Nach dem torlosen ersten Durchgang fand Neukirchen den Durchbruch: Patrik Holzapfel traf in Minute 57 zur 1:0-Führung und setzte damit das erste Ausrufezeichen in einer von taktischer Vorsicht geprägten Partie. Im unmittelbaren Gegenzug fiel der Ausgleich – Steiner sprach von einem „gerechtfertigen Elfmeter gegen uns, wo wir cleverer agieren müssen“, den Marcel Wolfesberger in der 62. Minute zum 1:1 verwandelte. Spät kippte die Dramaturgie ein zweites Mal. Aus einem Freistoß heraus – „den wir einfach besser klären müssen“, wie Steiner anmerkte – geriet Neukirchen in der 90. Minute 1:2 in Rückstand; den Treffer markierte Péter Hanzli. Doch die Gäste wehrten sich bis zum Schluss und nutzten die allerletzte Gelegenheit: Maximilian Schlager traf in der 93. Minute eiskalt zum 2:2 – genau jenes Comeback, das Steiner als Markenzeichen seines Teams herausstrich.
Steiner hob kollektiv die Reaktion nach dem Rückstand hervor: „Das zeichnet uns aktuell einfach aus, dass wir Rückschläge gut verkraften können und dann auch wieder zurückkommen.“ Auch in strittigen Momenten blieb der Ton maßvoll. Zwar sprach er ein aberkanntes Abseitstor seiner Mannschaft an, doch das Fazit blieb versöhnlich: „In Summe war es das erwartet schwere Spiel gegen einen tiefstehenden Gegner, mit einer gerechten Punkteteilung, auch wenn der Ausgleich am Ende etwas glücklich war.“ In der Analyse legte er den Finger klar auf Verbesserungspotenziale: „Gerade im Defensivverhalten müssen wir einige Themen verbessern, dass wir in Zukunft solche Situationen besser lösen.“
Zudem gehe es auswärts um eine spürbare Steigerung, damit Dominanz und Ballbesitz noch konsequenter in klare Möglichkeiten übersetzt werden. Inhaltlich steht damit ein Plan: Defensive stärken, Überzeugender auftreten und im eigenen Umschalten zielstärker agieren. Nach einem Remis, das Steiner als „gerechtes Unentschieden für beide Mannschaften“ einordnet, richtet sich der Fokus bereits auf die nächste Aufgabe – mit dem Vertrauen in eine Mannschaft, die an sich glaubt und im entscheidenden Moment zurückschlagen kann.