Nach dem Duell der 1. Klasse Mitte zwischen ASKÖ Sparkasse Eferding/Fraham und ATSV VLAD St. Martin/Traun zeigte sich Gerhard Mittermayr ungewöhnlich kompromisslos. Der Trainer sprach von einer harmlosen Vorstellung seiner Mannschaft, sah den Gegner mit deutlich mehr Ballbesitz und verwies auf mehrere Ausfälle sowie eine missglückte Vorbereitung. Seine Worte schwankten zwischen Enttäuschung und Entschlossenheit – bis hin zur offenen Frage nach seiner eigenen Zukunft. Der Abend stand im Zeichen klarer Analysen und verpasster Gelegenheiten.

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Mittermayr ließ an der Kräfteverteilung keinen Zweifel: „Eferding war die bessere Mannschaft, sie hat hochverdient gewonnen.“ Er legte nach: „Wir waren an diesem Tag sehr harmlos.“ In seiner Einschätzung lag auch ein struktureller Befund: Eferding habe „weit mehr Ballbesitz“ gehabt; dazu kamen bei St. Martin personelle Engpässe und eine Vorbereitung, die „mehr als schlecht“ gewesen sei. Dass fünf Spieler gefehlt hatten – bedingt durch Verletzungen, Urlaub und andere Gründe – verschärfte die Lage spürbar. Mittermayr ordnete die Niederlage schließlich als folgerichtig ein, weil der Gegner kompakt auftrat und die eigene Mannschaft den geforderten Einsatz nicht konstant abrufen konnte. Besonders schmerzte ihn der innere Widerspruch aus Einsatzwillen und zu wenig Durchschlagskraft: „Der Wille war da, der Kampfgeist nicht.“
Der Verlauf nahm früh eine Richtung, die St. Martin kaum mehr korrigieren konnte: In der 33. Minute stellte Attila Gyurcsik auf 0:1. Kurz darauf der nächste Einschnitt – in der 44. Minute erhöhte Sebastian Illibauer auf 0:2, wobei Mittermayr dabei eine Abseitsposition gesehen haben wollte. Zur Pause stand es 0:2. Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff traf Eferding nach einer Standardsituation: Nach einem Eckball köpfte Lukas Wimmer in der 48. Minute freistehend zum 0:3 ein – ein Muster, das Mittermayr besonders ärgerte, weil der zentrale Raum nicht besetzt war. In der Schlussphase betrieb St. Martin Ergebniskosmetik: Liridon Krasniqi verkürzte in der 90. Minute auf 1:3. Der Treffer änderte am Gesamtbild wenig; er unterstrich eher, dass es an diesem Tag vor allem an Konsequenz im eigenen Strafraum und an Kompaktheit gegen den Ball fehlte, während Eferding die entscheidenden Momente auf seiner Seite hatte.
Ein möglicher Wendepunkt verpuffte: Ab der 61. Minute agierte Eferding in Unterzahl, doch St. Martin konnte daraus kein Kapital schlagen. Mittermayr fand dafür klare Worte: „Das haben wir nicht ausnützen können, weil wir momentan einfach eine schlechte Leistung bieten. Wenn man 30 Minuten gegen zehn Leute spielt, muss man effizienter sein und mehr Power bringen – das fehlt derzeit, und daher bin ich sehr enttäuscht von meiner Mannschaft.“
Für die kommenden Tage kündigte er Anpassungen an: „Ich werde Akzente setzen – es gibt viele Dinge, die verändert gehören.“ Gleichzeitig machte er deutlich, dass auch die Spieler gefordert sind, wieder verlässlich zu trainieren und an die Leistungsbereitschaft des Herbstes anzuknüpfen. Seine Zukunft knüpfte Mittermayr unmissverständlich an die Bereitschaft zur Veränderung im Team: „Sollte das möglich sein, bin ich noch der richtige Trainer. Sollte das nicht möglich sein, werde ich mich wohl verabschieden.“ Der Befund des Abends: klare Diagnose, ehrliche Selbstkritik und ein unüberhörbarer Appell an Intensität und Verbindlichkeit.