Nach Rang vier in der Vorsaison ist der TSV St. Marienkirchen/Schärding in der 1. Klasse Nord-West im Herbst hinter den eigenen Erwartungen geblieben. Mit 18 Punkten rangiert das Team aktuell nur auf Tabellenplatz sieben. Während die Offensive zu den stärkeren der Liga zählt, machte sich defensiv eine zu hohe Anfälligkeit bemerkbar. Der Verein reagierte mit einem Trainerwechsel: Alexander Mokrovic wurde bereits während der Herbstsaison abgelöst, mit Bence Kalmar übernahm nun ein Spielertrainer, der mit 14 Treffern gleichzeitig auch der treffsicherste Akteur der Mannschaft ist.
Aus Sicht des Sektionsleiters, Daniel Laufenböck, ist die Ausgangslage zur Winterpause klar einzuordnen. „Mit Platz sieben und 18 Punkten können wir nicht wirklich zufrieden sein, wenn man bedenkt, wo wir letzte Saison gestanden sind“, so Laufenböck. Nach Rang vier im Vorjahr habe man sich intern durchaus mehr erwartet. „Wir wollten wieder ganz vorne mitmischen. Das ist uns im Herbst nur phasenweise gelungen.“ Zwar habe es immer wieder starke Auftritte gegeben, insgesamt fehlte jedoch die nötige Konstanz.
Ein Blick auf die Spielverläufe zeigt ein klares Muster: Offensiv verfügt der TSV über große Durchschlagskraft, defensiv ließ man jedoch zu viel zu. „Wir haben vorne genug Qualität und schießen auch unsere Tore“, erklärt Laufenböck. „Aber wir bekommen einfach zu viele Gegentore – das hat uns im Herbst einige Punkte gekostet.“ Gerade in engen Spielen habe man es verabsäumt, Führungen über die Zeit zu bringen oder Spiele defensiv sauber zu Ende zu spielen. „Da müssen wir stabiler werden. Das war eines der Hauptthemen nach der Hinrunde.“
Als Reaktion auf die durchwachsene Herbstsaison entschied sich der Verein zu einem Trainerwechsel. Mit Alexander Mokrovic einigte man sich 5 Runden vor Herbstsaisonende auf eine Trennung nach 5 gemeinsamen Jahren. Danach gab es eine Interimslösung mit Spieler Michael Fichtinger. Für die Frühjahrsmeisterschaft übernimmt nun Bence Kalmar, der bereits im Herbst als Spieler eine zentrale Figur war. Mit 14 Treffern führt er die vereinsinterne Torschützenliste deutlich an. „Der Schritt war nicht gegen Alex Mokrovic gerichtet“, betont Laufenböck. „Aber wir hatten das Gefühl, dass wir einen neuen Impuls brauchen – jemanden, der der Mannschaft neue Energie gibt.“
Mit Kalmar setzt der TSV bewusst auf eine interne Lösung. „Bence kennt die Mannschaft, die Liga und den Verein. Das war für uns ein großer Vorteil“, erklärt der Sektionsleiter. Dass Kalmar gleichzeitig bester Torschütze ist, sieht man im Verein positiv. „Er geht voran – auf und neben dem Platz. Er verlangt viel von der Mannschaft, aber auch von sich selbst.“ Der Fokus des neuen Trainers liegt zunächst auf Stabilität. „Es geht nicht darum, alles auf den Kopf zu stellen. Wir wollen kompakter werden, ohne unsere Offensivstärke zu verlieren.“ Neben dem Trainerwechsel vermeldet der TSV auch zwei personelle Abgänge. Mit Nihad Susic verließ ein Spieler den Verein Richtung Diersbach. Dragan Antunovic geht zu seinem Heimatverein St. Martin zurück.
Für die Rückrunde formuliert der Verein bewusst keine überzogenen Zielvorgaben. „Wir wollen wieder konstanter auftreten und Spiele gewinnen, die wir im Herbst noch aus der Hand gegeben haben. Wir hatten in jedem Spiel unsere Chancen und im Prinzip immer auf Augenhöhe. Wenn es gut läuft, schielen wir natürlich auch noch etwas auf Platz 2“, so Daniel Laufenböck. Tabellarisch sei noch vieles möglich. „Die Liga ist eng. Mit ein paar guten Ergebnissen bist du schnell wieder weiter vorne.“ Entscheidend sei jedoch der Entwicklungsprozess. „Wenn wir defensiv stabiler werden und unsere offensive Qualität beibehalten, dann werden die Ergebnisse von selbst kommen“, so der Sektionsleiter.
Die Wintervorbereitung beginnt beim TSV St. Marienkirchen/Schärding mit dem heutigen Tag offiziell. „Jetzt geht es darum, die Grundlagen zu legen und die Mannschaft wieder in einen stabilen Rhythmus zu bringen“, so die klare Stoßrichtung. Fix eingeplant ist zudem ein Trainingslager in Porec, das gezielt zur inhaltlichen Arbeit und zur Festigung der neuen Abläufe genutzt werden soll.