Nach dem Duell zwischen ATSV Handyshop.at Schärding und TSV St. Marienkirchen/Schärding in der 1. Klasse Nord-West zeigte sich Horst Dieter Gruber gelöst, aber klar in der Analyse. Er sprach von einem möglichen „ein Tor zu hoch“, betonte jedoch: „Unterm Strich, glaub ich, geht der Sieg in Ordnung.“ Die erste Hälfte sah er beim Gegner: „St. Marienkirchen war in der ersten Halbzeit meiner Meinung nach, die bessere Mannschaft und hat auch verdient das 1:0 geschossen. Wir hatten irgendwie keinen Zugriff.“ Nach der Pause kippte die Partie aus seiner Sicht auf die eigene Seite – und obwohl das Resultat am Ende 4:1 hieß, stellte Gruber nicht das Ergebnis, sondern Haltung und Anpassungen in den Mittelpunkt. Ein zentrales Motiv war die Breite im Kader: „Das ist aktuell schon eine unserer Stärken, dass wir auch von der Bank nachlegen können.“

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Schärding tat sich vor dem Seitenwechsel schwer, den gewünschten Zugriff zu finden – auch, weil die eigene Grundidee anfangs nicht konsequent umgesetzt wurde. Der Coach schilderte, dass man ursprünglich höher stehen wollte, die Mannschaft aber zunächst tiefer agierte. St. Marienkirchen nutzte das: „Die wollten schon sehr auf Ballbesitz spielen, hatten ein gutes Kombinationsspiel, was vor allem in der ersten Halbzeit dann richtig gut umgesetzt war und uns Probleme bereitet hat.“ Die Gäste gingen nach einem starken Abschluss mit 1:0 in Führung – Torschütze: Tobias Schachinger. „Das Tor war natürlich sensationell. Also das war so eigentlich eine Halbchance, aber trotzdem ein unglaubliches Tor und richtig gut getroffen.“ Kurz vor dem Pausenpfiff kam Schärding zurück: Das 1:1 markierte Michael Angleitner (45.).
„Wir haben zur Halbzeit nichts gewechselt“, erklärte Gruber – inhaltlich aber wurde justiert: höher stehen, mutiger anlaufen, vorne draufgehen. Diese Korrekturen griffen. Der Trainer bilanzierte: „St. Marienkirchen hat nur eine richtig gute Torchance gehabt, wo wir ein bisschen Glück hatten und mehrmals vor und auf der Linie klären konnten.“ Offensiv legte Schärding zu: „Bis auf die vier Tore, würd ich sagen, vielleicht noch ein, zwei Aktionen wo der Torwart gut reagiert hat“, insgesamt aber verlagerte sich das Spiel klar auf die Schärdinger Seite. Die Trefferfolge nach der Pause: 2:1 Richard Pek (67.), 3:1 Raphael Zelle (84.), 4:1 Benedikt Rossa (92.). Besonders zufrieden war Gruber mit dem Impact von der Bank: „Ich habe vier Spieler in der zweiten Halbzeit eingewechselt und drei davon haben, haben den Treffer erzielt.“
Bei ruhenden Bällen überwog Defensive auf beiden Seiten. Gruber dazu knapp: „Standards waren beide nicht wirklich gefährlich.“ Herausragend war einmal ein Schärdinger Versuch: „Von uns war ein Freistoß aus der Halbposition mal, wo der Torwart dann noch sehr gut mit dem Fuß pariert hat.“ Die Partie war intensiv, aber sauber: „Das Spiel war schon zum Teil körperbetont, aber jetzt nichts Gehässiges“, unterm Strich „eigentlich ein sehr faires Spiel“. Ein Sonderlob ging an das Gespann: „Grundsätzlich muss ich ein Lob an den Schiedsrichter aussprechen. Er hat die Partie wirklich sehr gut geleitet.“ Ein möglicher Strafstoß blieb aus: „Eine Aktion in der wir meines Erachtens einen Elfmeter bekommen hätten müssen. Jedoch war dieser dann Gott sei Dank nicht spielentscheidend.“ Beim 1:1 könne man laut Gruber über eine mögliche Abseitsstellung diskutieren, er selbst habe es auf der gegenüberliegenden Seite nicht klar gesehen. Der Fokus richtet sich nun nach vorne: „Das nächste Spiel ist in Haibach.“ Das Umfeld bleibe eng: „Unsere Liga ist sehr ausgeglichen. Hier kann fast jeder jeden schlagen.“ Gruber erwartet einen mutigen Auftritt und ist „positiv gestimmt, dass wir in Haibach, einen Punkt oder vielleicht sogar drei Punkte mitnehmen können.“