Nach dem Schauwalder Derby in der 1. Klasse Nord-West zwischen Union Josko Kopfing und FC Stern Bau Münzkirchen stand vor allem die Einordnung von Trainer Firzet Hadžić im Fokus: taktisch stark begonnen, später von Fehlern und Ausfällen gebremst. Der Coach beschreibt ein faires, intensiv geführtes Nachbarschaftsduell gegen den Tabellenführer, hadert mit zwei Konter-Gegentoren und sorgt sich nach mehreren Wechseln um die Personalsituation – allen voran um seinen verletzten Kapitän.
Hadžić stellte seine Mannschaft gezielt auf den Nachbarn ein – mit Wirkung. In den ersten 45 Minuten sah er sein Team mit mehr Spielanteilen und besserer Ballzirkulation, das Pressing griff, die Abstände passten. Über rechts sorgte Leonhard Hauser wiederholt für Tiefe in den Sechzehner, bei Standards wurde Kopfing gefährlich – unter anderem um die 15. und 20. Minute. Der Coach taxierte den Ballbesitz zur Pause auf 60:40 für seine Elf. Münzkirchen kam zunächst nur zu einem Freistoß neben das Tor, ehe ein Eckball den Verlauf auf den Kopf stellte: In der 30. Minute traf Lukas Gruber zum 0:1 – aus Sicht von Hadžić „unglücklich“ und „unverdient“, weil seine Mannschaft das Geschehen bis dahin kontrolliert hatte.
Die zweite Halbzeit erzählte eine andere Geschichte. Der Tabellenführer lauerte und schlug in Umschaltmomenten eiskalt zu. Besonders schmerzte Hadžić das 0:2: Es fiel nach einem eigenen Einwurf, den seine Mannschaft schlecht absicherte und verteidigte – in der 54. Minute stellte Jonas Hamedinger den Zwischenstand her. Beim 0:3, das Martin Berschl in der 63. Minute besorgte, „ließen wir die Gegner laufen“, wie der Coach es beschreibt; die Ordnung ging in dieser Phase verloren. Die Ursachen sah er weniger im Willen, sondern in fehlender Konzentration und Substanz nach mehreren verletzungsbedingten Wechseln. Seine ohnehin ausgedünnte Offensive – drei ausgefallene Angreifer, seit Wochen ohne echten Stürmer – bekam den Mangel an Effizienz erneut zu spüren: Chancen waren da, die letzte Präzision im finalen Pass fehlte jedoch häufig.
Ein Lebenszeichen setzte Kopfing spät: Philipp Jell verkürzte in der 77. Minute auf 1:3 und gab der Partie kurzzeitig neue Luft. „Wir haben dann auf 3:2 gespielt“, schilderte Hadžić die Schlusspassage – der späte Druck brachte aber keinen weiteren Treffer. Überschattet wurde der Nachmittag von einer schweren Verletzung: Kapitän Grüneis musste um die 70. Minute vom Platz; nach dem Spiel stand ein doppelter Rippenbruch im Raum, womöglich ein Ausfall für den Rest der Saison. Für Hadžić„die größte Enttäuschung“ des Tages, noch vor dem Ergebnis. Trotz Derbyintensität blieb die Partie bemerkenswert fair. Ein sehr junger Schiedsrichter leitete das Duell aus Trainersicht „sehr gut“, strittige Szenen gab es keine. Für die kommende Woche benennt der Coach zwei Schwerpunkte: Standards defensiv konsequenter verteidigen und individuelle Entscheidungen schneller antizipieren.
An der grundsätzlichen Ausrichtung hält er fest: Ruhe bewahren, die personellen Lücken mannschaftlich schließen und die vorhandenen Chancen mit mehr Konsequenz nutzen. Der Blick bleibt pragmatisch: 24 Punkte liegen bereits auf dem Konto, die 30-Punkte-Marke ist das erklärte Ziel; sechs Zähler fehlen noch. Nächster Prüfstein ist Wesenufer, das mitten im Abstiegskampf steckt – Hadžić traut seiner Mannschaft trotz der Sorgen den nächsten Schritt in Richtung Klassenerhalt zu.