In der 1. Klasse Nord-West erlebte Markus Hinterleitner beim Auswärtsspiel seines UFC Haibach ob der Donau bei SPG St. Roman/Esternberg 1b einen intensiven Nachmittag. Das 0:3 aus Haibacher Sicht ordnete er als gerechtfertigt ein, zugleich haderte der Trainer mit der eigenen Spielanlage. Statt Ruhe und klaren Pässen prägten aus seiner Sicht zu viele lange Bälle das Haibacher Spiel – ein selbstkritischer Blick, der die Stimmung nach Abpfiff treffend einfängt: „Wir haben unsere Grundlagen nicht abgerufen, nicht Fußball gespielt, sondern zu oft hoch und weit. Im Passspiel und im Aufbau waren wir zu überhastet und ungenau.“

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Die erste Halbzeit blieb lange auf Messers Schneide. Um die 30. Minute setzte Haibach den auffälligsten Akzent, als ein Abschluss an die Stange klatschte. Kurz darauf, in Minute 38, kombinierte sich St. Roman sehenswert nach vorne, der anschließende Kopfball flog jedoch über das Tor – zwei Momente, die das 0:0 zur Pause erklärten. Besonders ins Auge stachen dem Trainer die ruhenden Bälle der Hausherren, die immer wieder Gefahr heraufbeschworen: „St. Roman hat die Standards sehr gut getreten, häufig scharf zum ersten Pfosten – das war eigentlich immer gefährlich.“ Ein intensiver, zweikampfbetonter Abschnitt, in dem beiden Seiten die entscheidende Präzision vor dem Tor fehlte.
Nach dem Seitenwechsel geriet Haibach früh ins Hintertreffen: Miroslav Vrhel stellte in der 52. Minute auf 0:1, sieben Minuten später legte er zum 0:2 nach. Unmittelbar nach dem ersten Rückstand bot sich Haibach die große Ausgleichschance – eine sehenswerte Aktion durchs Zentrum endete mit einem scharfen Stanglpass in den Fünfmeterraum, der jedoch keinen Abnehmer fand. Stattdessen setzten die Gastgeber in der Schlussphase den nächsten Stich: Jonas Schlager erhöhte in der 72. Minute auf 0:3 und besiegelte damit den Endstand. Genau in dieser Phase spiegelte sich, was der Coach später ansprach: Hektik in den Aktionen, ungenaue Zuspiele und zu viele hohe Bälle verhinderten die Antworten auf den Doppelschlag.
Die Kulisse war lebhaft, der Rahmen stimmte – und doch blieb es sportlich: „Die Zuschauer haben sehr viel Betrieb gemacht, der Torjubel war laut – alles im fairen Rahmen. Der Platz war eng und etwas holprig, aber das ist keine Ausrede, das gilt für beide Mannschaften“, bilanzierte Hinterleitner. In der Schlussphase kochten die Emotionen kurz hoch: In der 79. Minute sah Rene Zehentmayer nach einem Foul die Rote Karte – St. Roman/Esternberg 1b beendete die Partie in Unterzahl. „Ansonsten war die Partie grundsätzlich fair geführt; zum Schluss gab es noch Diskussionen mit dem Schiedsrichter und den Ordnern“, so der Trainer.
Am Ende stand eine nüchterne Analyse: Einsatz und Stimmung passten, doch ohne sauberen Spielaufbau, klare Kombinationen und Präzision im letzten Drittel blieb Haibach an diesem Tag hinter den eigenen Ansprüchen zurück.