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Firzet Hadžić (Union Josko Kopfing): „Über 90 Minuten sehr gut verteidigt“ – 1:0-Sieg in Wesenufer

Union Wesenufer
Union Kopfing

Im Duell von Union Wesenufer und Union Josko Kopfing in der 1. Klasse Nord-West prägten Disziplin, Kompaktheit und Nervenstärke der Gäste die Partie – genau jene Tugenden, auf die Trainer Firzet Hadžić angesichts großer Personalengpässe gesetzt hatte. Sein Fazit nach dem Abpfiff war eindeutig: „Meine Mannschaft hat über 90 Minuten sehr gut verteidigt“ – und sich damit wertvollen Rückenwind für den anvisierten „Matchball“ in der kommenden Woche geholt.

Duell zweier Spieler in grünen und weißen Trikots

Foto von Ian Taylor auf Unsplash

Plan, Umstellungen und die frühe Führung als Anker

Hadžić stellte sein Team aufgrund zahlreicher Ausfälle strikt auf Stabilität und Effizienz ein. Er musste erneut auf seinen Kapitän verzichten, hatte nur drei Spieler auf der Bank – darunter einen aus der zweiten Mannschaft – und legte den Fokus auf eine kompakte Grundordnung, die Null so lange wie möglich zu halten und über Umschalten Nadelstiche zu setzen. Nach eingehender Gegnerbeobachtung (unter anderem beim Spiel Wesenufer gegen Schardenberg) ging der Plan früh auf: Nach aggressivem Pressing von Leonhard Hauser missriet den Hausherren ein Rückpass, der Ball sprang zentral frei – und Adam Kozselka vollendete in der 20. Minute eiskalt zum 1:0. Mit der Führung im Rücken blieb Kopfing tief und kompakt, suchte nach Ballgewinnen die schnellen Wege nach vorne. „Wir wollten mit zehn Spielern hinter dem Ball die Räume eng machen und auf Konter spielen“, so der Coach. Vorne setzte er bewusst auf Tempo – angeführt von Hauser und Philipp Jell. Mehrfach lag das zweite Tor in der Luft, doch im letzten Drittel fehlte in einigen Situationen die Konsequenz. Zur Pause stand es folgerichtig 1:0.

Standards, Leidensfähigkeit und ein früher Rückschlag im Zentrum

Ein Schlüssel lag in der Verteidigung der Standards. Hadžić hatte sein Team gezielt auf die Lufthoheit der Gastgeber vorbereitet – Wesenufer brachte fünf, sechs sehr große Spieler, Kopfing nur zwei bis drei. Die Antwort: kompromisslose Kompaktheit und viel Körperkontakt in der Box. Gleich mehrere heikle Eckball-Situationen gingen knapp vorbei oder über das Tor, einmal setzte ein Stürmer der Hausherren kurz vor Schluss einen Kopfball aus aussichtsreicher Position über die Latte. Zudem entschärften die Gäste eine späte Doppelchance im Strafraum mit aufopferungsvollem Blocken. Umso bemerkenswerter war die kollektive Stabilität nach einem frühen Nackenschlag im Zentrum: Bereits nach 30 Minuten musste Sechser Valentin Kramer verletzungsbedingt vom Feld. Trotz des Ausfalls blieb die Ordnung eng, lange Bälle und Standards beantwortete Kopfing mit gutem Timing, Zweikampfstärke und klarer Staffelung – genau jene Defensivleistung, die Hadžić gefordert hatte.

Top-Rasen, ruhige Hand – und der Blick auf den Matchball

Auch das Umfeld passte: Top-Rasen, traumhaftes Wetter, starke Atmosphäre – befeuert von der jüngsten 3:0-Euphorie der Hausherren und zahlreicher Unterstützung aus Kopfing. Positiv fiel zudem die ruhige, souveräne Leitung auf dem Platz auf: Aus Sicht von Hadžić agierte der Schiedsrichter sehr gut und ausgewogen. In der Bilanz blickte der Coach über den Tag hinaus.

Nach intensiver mentaler Arbeit – viele Gespräche, klare Vorgaben zu Geschlossenheit und taktischer Disziplin – will das Team den Schwung mitnehmen: Trotz vieler Verletzter weiter punkten. In Zahlen: Kopfing steht bei 27 Punkten. Der nächste Schritt ist intern als „Matchball“ definiert: Nächste Woche gegen Neukirchen soll die 30-Punkte-Marke fallen. Einzelne Auszeichnungen lehnte Hadžić ab – entscheidend sei die Geschlossenheit des gesamten Kaders und die Ruhe im Umfeld, vom Vorstand bis zur sportlichen Leitung. Die Parole für die kommende Woche ist damit klar: zusammenbleiben, den Plan erneut konsequent durchziehen – und den Sack zumachen.

1. Klasse Nord-West: Wesenufer : Kopfing - 0:1 (0:1)

  • 20
    Adam Kozselka 0:1