In der 1. Klasse Nord-West musste die SPG Sigharting/Andorf 1b am Samstag eine 0:2-Heimniederlage gegen die Union Kogler-Dach Raab hinnehmen. Die Gäste trafen je einmal vor und kurz vor Schluss, die Hausherren fanden nie den richtigen Zugriff auf ein insgesamt vorsichtig geführtes Spiel. Obmann Andreas Feichtlbauer sprach von einer „zerfahrenen“ Partie und davon, dass seiner Mannschaft an diesem Tag „die letzten fünfzehn Prozent“ fehlten, die in den zwei Spielen davor noch da gewesen seien.

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Der Beginn bestätigte den vorsichtigen Ton, den beide Seiten anschlugen. Viele Sicherheitsbälle, wenig Tempo, kaum klare Möglichkeiten – genau so fasste es Andreas Feichtlbauer zusammen: „Beide Mannschaften waren von Anfang an sehr vorsichtig. Es war ein sehr zerfahrenes Spiel.“ Aus dieser abwartenden Phase heraus gelang den Gästen dennoch der erste Treffer. In der 34. Minute stellte Johannes Wilflingseder auf 0:1. Feichtlbauer rückte die Entstehung in den Mittelpunkt: „Das 0:1 kam aus dem Nichts. Wir brachten den Ball nicht richtig weg, und so ging Raab in Führung.“ Für Sigharting/Andorf 1b war das ein Dämpfer, der bis zur Pause nachwirkte – mit dem 0:1 ging es in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel versuchten die Gastgeber, ruhiger zu werden und Wege nach vorn zu finden, doch der berühmte letzte Pass und die nötige Konsequenz fehlten. Feichtlbauer fand dafür klare Worte: „Wir waren von Anfang an nicht so bereit, die letzten fünfzehn Prozent zu geben, so wie bei den vorangegangenen zwei Spielen.“ Aus seiner Sicht brachte Union genau das mit, was seiner Elf abging. „Union Raab wollte von Anfang an den Sieg mehr als wir. Sie war geduldiger“, sagte der Obmann. Die Gäste blieben damit das aktivere Team, während die Heimelf trotz Bemühen keinen zählbaren Ertrag verbuchte und auf den Ausgleich weiter warten musste.
Die Begegnung blieb lange offen, ehe Union kurz vor Schluss den Deckel draufsetzte. In der 86. Minute traf Jakub Mares zum 0:2 und sorgte für die Entscheidung, die sich aus der Ruhe und Geduld der Gäste ergab. Über die Leitung der Partie verlor Feichtlbauer keine kritischen Worte: „Die Schiedsrichterleistung war okay und sehr unauffällig.“ Am Ende stand für ihn eine nüchterne Bilanz: „Die Union Raab hat zwei Tore mehr geschossen als wir. Aufstehen, Mund abwischen - es gibt noch 6 Spiele, 18 Punkte zu holen, um den Klassenerhalt zu sichern. Das ist jetzt angesagt." In der Tabelle hält Sigharting/Andorf 1b nach 20 Spielen bei 24 Punkten, Union Raab bei 20 – ein weiterer Hinweis darauf, wie eng es im hinteren Mittelfeld dieser Liga zugeht.
Für die Hausherren bleibt das Gefühl, eine vorsichtige Partie nicht rechtzeitig in die eigenen Bahnen gelenkt zu haben. Der eigene Obmann legte den Finger auf die Stellschraube, die nun wieder gedreht werden soll. „Wir waren nicht so bereit, die letzten fünfzehn Prozent zu geben“, sagte Feichtlbauer und verwies darauf, dass es in den zwei Partien zuvor anders war. Genau dorthin möchte Sigharting/Andorf 1b in der Trainingswoche zurückfinden: mehr Entschlossenheit, mehr Geduld, klarere Aktionen nach vorn. Gelingt das, sollen sich die engen Spiele wieder auf die eigene Seite drehen – und solche Nachmittage wie gegen Raab Geschichte sein.