Spielberichte

"Zu Hause waren wir eine Macht" – Gruber sieht Platz drei als Basis für den Neustart der SV Schärding

Schärding SV

In der 1. Klasse Nord-West geht die Schärding SV nach Platz drei mit einer klaren Mischung aus Zufriedenheit und Auftrag in die neue Saison. Trainer Horst Dieter Gruber spricht von einer starken Rückrunde, verweist auf die beeindruckende Heimserie ohne Niederlage und nennt zugleich die Auswärtsspiele als größten Ansatzpunkt. Dazu kommt ein Neustart, weil der Verein künftig unter neuem Namen und mit neuer Struktur antritt.

Torwart in türkisem Trikot

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Zwischen Heimstärke und offener Baustelle

Gruber blickt insgesamt positiv auf die abgelaufene Saison zurück, weil die Mannschaft das eigene Ziel erreicht hat. "Mit dem dritten Platz können wir zufrieden sein. Unser Ziel war es, vorne mitzuspielen und in den Top drei zu enden", sagt der Trainer. Dass Schärding am Ende genau in dieser Zone landete, war für ihn kein Zufall. Vor allem die Auftritte auf eigenem Platz waren für Gruber der große Trumpf. "Zu Hause waren wir eine Macht und haben kein einziges Spiel verloren", betont er. Diese Heimstärke hat die Mannschaft über viele Wochen getragen und erklärt auch, warum sie sich trotz mancher Rückschläge im oberen Tabellendrittel halten konnte. Den kritischen Punkt spricht Gruber aber genauso offen an. "Negativ waren unsere Auswärtsspiele. Aus 13 Spielen sind wir siebenmal als Verlierer vom Feld gegangen." Dazu kommt ein Punkt, der für ihn sinnbildlich für die gesamte Saison steht: Schärding schoss viele Tore, ließ aber gleichzeitig zu viel zu. "Wir haben sehr viele Tore geschossen, aber einfach auch zu viele kassiert", fasst es Gruber zusammen.

Die letzten Wochen passten zum Gesamtbild

Gerade die Schlussphase der Saison spiegelte diese Mischung aus Qualität und fehlender Konstanz noch einmal gut wider. In den letzten fünf Runden gab es ein 1:1 gegen Union Kopfing, eine 5:1-Niederlage gegen SPG St. Roman/Esternberg 1b, ein weiteres 1:1 gegen SV Waizenkirchen, eine 3:0-Niederlage gegen Union Raab und zum Abschluss noch einen 2:1-Erfolg gegen Meister FC Münzkirchen. Auch daran lässt sich ablesen, warum Gruber von einer guten Saison spricht, aber eben nicht von einer ganz runden. Zusätzlich spielte in dieser Phase auch die personelle Situation hinein. "Am Ende der Saison sind uns in den letzten Spielen zwei, drei wichtige Stammkräfte weggefallen", sagt der Trainer mit Blick auf verletzungsbedingte Ausfälle in den letzten Wochen. Umso wichtiger ist für ihn, dass sich das Bild zum Start der Vorbereitung wieder gedreht hat. "Stand jetzt sind zum Trainingsstart alle wohlauf und können am ersten Training teilnehmen." Für einen Trainer ist das gerade in einer Phase des Umbruchs ein wesentlicher Punkt, weil die Vorbereitung damit von Beginn an mit einer breiten Gruppe angegangen werden kann.

Neuer Name, neue Struktur, neuer Trainerstab

Abseits des Rasens ist in Schärding im Sommer besonders viel in Bewegung. Der Klub startet künftig unter neuem Namen, und genau das ist für Gruber mehr als nur eine formale Änderung. "Wir starten die Saison jetzt als neuer Verein mit der Schärding SV", erklärt er. In der vergangenen Spielzeit trat die Mannschaft noch unter ATSV Handyshop Schärding an, nun folgt der Neustart als Schärding SV. Für Gruber bedeutet das einen echten Neustart im Vereinsleben. "Wir stellen uns neu auf", sagt er, weil nicht nur der Name neu ist, sondern auch die organisatorische Basis breiter werden soll. Parallel dazu gibt es Änderungen im Trainerteam. Gruber bekommt einen Co-Trainer zur Seite gestellt, außerdem wird auch die 1b neu betreut. Damit geht Schärding nicht nur mit einer neuen Bezeichnung, sondern auch mit einer neuen Struktur und zusätzlichen Verantwortlichen in die kommende Spielzeit.

Kaderumbau mit Augenmaß und klarer Zielsetzung

Auch am Kader wird gearbeitet, ohne dass gleich alles umgekrempelt wird. Mit Peter Neumayr, Richard Pek, Gabriel Sandrk, Adnan Kadiric und Benedikt Rossa, stehen Abgänge bereits fest. Auf der Zugangsseite ist Schärding bereits mit zwei Spielern einig. Raphael Lederhilger kommt aus Enzenkirchen und soll die Rolle des Ersatztorhüters übernehmen. Dazu holt der Verein mit Karl Schardinger einen Spieler vom SV Taufkirchen/Pram, der nach Grubers Worten die Defensive stabilisieren soll. Außerdem wurde Michael Angleitner nach seiner Leihe im letzten Jahr fest von Senftenbach verpflichtet. "Wir wollen natürlich den Kader trotz der Abgänge nicht überbeladen, um auch unseren jungen Talenten, aus der eigenen Jugend, eine ordentliche Perspektive zu bieten und diese sukzessive in die Kampfmannschaft einzubauen" wies Gruber auf die Differenz der Zu- und Abgänge hin. Dennoch könnte ein weiterer Transfer in den nächsten Tagen auch noch finalisiert werden. Dass gerade der defensive Bereich im Fokus steht, passt zu Grubers Blick auf die Liga. Als Mannschaft, die ihn in den vergangenen Monaten besonders beeindruckt hat, nennt er Meister FC Münzkirchen. "Sie haben die Saison wirklich top gespielt", sagt er und verweist vor allem auf die Konstanz des Titelträgers. Für Gruber liegt der Schlüssel dabei klar auf der Hand: "Die große Stärke war ihre defensive Stabilität. Sie haben sehr wenige Gegentore zugelassen und mit so einer starken Defensivleistung über die ganze Saison hinweg, gewinnst du dann halt auch die Meisterschaft." Genau aus diesem Gedanken heraus ergibt sich auch Schärdings Ausblick. Die Liga werde durch neue Gegner, Absteiger und Wechsel innerhalb der Klassen wieder eng und spannend, dennoch formuliert Gruber den Anspruch klar: "Wir wollen natürlich wieder ganz oben mitspielen."