Nach Rang acht in der 1. Klasse Nord zieht SV Hellmonsödt ein Fazit mit zwei Gesichtern. Co-Trainer Mario Riener spricht von einem sehr starken Start, einer stabilen Defensive und einem früh erreichten Minimalziel, spart aber auch die Probleme nicht aus. Vor allem die schwankenden Leistungen, die Chancenverwertung und zu viele Gegentore nach Standards haben laut Riener verhindert, dass am Ende noch mehr drin war.

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Riener blickt auf eine Saison zurück, die für den SV Hellmonsödt zunächst genau in die richtige Richtung lief. „Wir sind grundsätzlich top gestartet, haben die ersten Runden allesamt gewonnen“, sagt er und verweist darauf, dass damit auch das Minimalziel früh abgehakt war. Der Klassenerhalt war rasch kein großes Thema mehr, weil die Mannschaft sich in vielen Partien über Einsatz und Disziplin definierte. „Wir haben uns einfach ausgezeichnet durch viel Kampf, viel Fleiß, gute Arbeit vor allem gegen den Ball und die extra Meter, die wir gegangen sind“, beschreibt Riener die Grundlage. Gerade diese Arbeit gegen den Ball machte den SV Hellmonsödt zu einem unangenehmen Gegner, der nur wenige Gegentore zuließ und auch dann erfolgreich war, wenn vorne nicht besonders viel zusammenlief. Dass es am Ende trotzdem nur zu 36 Punkten und Platz acht reichte, erklärt der Co-Trainer mit dem Bruch, der danach kam. „Dann ist leider der Faden etwas gerissen“, sagt Riener, und genau dieses Bild passt gut zu einer Saison, die nach starkem Beginn immer wieder Wellen schlug.
Den Hauptgrund dafür sieht Riener nicht in einer einzigen Schwäche, sondern in einer Kombination aus fehlender Effizienz und Nachlässigkeiten in entscheidenden Momenten. „Wir haben viele Chancen vor dem Tor gehabt, aber wenig Tore daraus erzielt“, sagt er. Das ist für ihn ein Punkt, der mehrere Spiele gekostet hat, weil der SV Hellmonsödt laut seiner Einschätzung Partien nicht rechtzeitig zumachen konnte. Gleichzeitig kassierte die Mannschaft immer wieder Gegentore, die besonders schmerzten. „Ein Großteil unserer Gegentore haben wir aus Standardsituationen, vor allem aus Eckbällen, bekommen“, erklärt Riener. Dadurch gingen laut ihm sogar Begegnungen verloren, in denen der SV Hellmonsödt über weite Strecken näher am Sieg war. Als Beispiel nennt er das Spiel gegen den späteren Meister Leonfelden 1b/Schenkenfelden. „Da waren wir die stärkere Mannschaft und haben die Partie aufgrund eines Eigentors und eines Elfmeters in den letzten zehn Minuten verloren.“ Auch der Saisonendspurt passt zu dieser Beschreibung: Auf das 2:1 gegen Neustift/Oberkappel folgten Niederlagen gegen Ulrichsberg / Klaffer und Niederwaldkirchen, ehe ein klares 4:0 gegen SV Gramastetten wieder zeigte, was in dieser Mannschaft steckt. Für Riener bleibt deshalb ein gemischter Eindruck zurück: „Am Anfang war es sehr gut und dann leider sehr wellig in der Leistung, in der Leistungsbreite, die die Mannschaft gezeigt hat.“
Im Kader bleibt der Umbruch überschaubar, trotzdem verliert der SV Hellmonsödt eine prägende Figur. Riener spricht bei der langjährigen Nummer zehn, Thomas Oyrer, von einer Legende, dem Mittelfeldmotor und vom Herz der Mannschaft. Der Routinier hat mit 41 Jahren seine Karriere beendet und hinterlässt nicht nur sportlich eine Lücke. „Er war extrem das Vorbild für die Jugend, auch für die älteren Spieler, weil er einfach immer da war“, sagt Riener. Dazu kommt als einziger externer Neuzugang Manuel Janko von der Union Rainbach, der im zentralen Mittelfeld eingeplant ist. Viel mehr noch als über den Neuen spricht Riener aber über den eigenen Nachwuchs. „Bei uns in Hellmonsödt wird auf die eigenen Spieler, auf die eigene Jugend gesetzt“, betont er. Die jungen 17- und 18-Jährigen seien bereits gut integriert worden, hätten viele Einsatzminuten bekommen und ansprechende Leistungen gezeigt. Genau dort liegt auch der Plan für die nächsten Monate. „Das Festigen unserer jungen Spieler ist das oberste Ziel und mit denen in der Kampfmannschaft dann erfolgreich zu sein“, sagt Riener. Der Weg ist damit klar: nicht hektisch nachbessern, sondern dem vorhandenen Unterbau weiter vertrauen.
Nicht nur im Kader, auch im Trainerteam gab es eine Veränderung. Der bisherige Trainer, Marian Haider, hat den Verein verlassen, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist, arbeitet der SV Hellmonsödt vorerst mit einer Interimslösung weiter. Riener beschreibt diese Phase sachlich und ohne Unruhe. Für den Verein geht es nun darum, den Übergang sauber zu gestalten und gleichzeitig die Vorbereitung geordnet anzugehen. Dazu passt auch der Blick auf die personelle Lage. „Wir haben vor allem noch aus der vorletzten Saison einige Spieler, die langzeitverletzt waren“, sagt Riener und nennt Kreuzbandverletzungen, Knorpelschäden und Achillessehnenrisse. Alle seien auf dem Weg der Besserung, offen sei aber noch, wann genau wieder auf sie zurückgegriffen werden kann. Währenddessen läuft der Sommerfahrplan bereits an. „Wir werden dreimal in der Woche trainieren und starten dann auch schon nächste Woche mit dem ersten Vorbereitungsspiel“, sagt Riener. Der Trainingsauftakt erfolgt am Sonntag, 5. Juli. Vieles ist beim SV Hellmonsödt also noch im Aufbau, aber die Richtung ist klar: defensive Stabilität zurückfinden, die jungen Spieler weiter entwickeln und aus einer Saison mit starken und schwächeren Phasen die richtigen Lehren ziehen.