Die Union Neuhofen/Krems blickt auf einen durchwachsenen Herbst in der 1. Klasse Ost zurück. Mit 16 Punkten und Tabellenrang neun blieb die Mannschaft von Trainer Akif Imamovic hinter den eigenen Erwartungen. Das ausgeglichene Torverhältnis von 20:20 unterstreicht einerseits die defensive Stabilität, zeigt andererseits aber auch klar auf, wo es hakte: In der Offensive fehlte zu oft die letzte Konsequenz.
Sektionsleiter Thomas Berhuber macht keinen Hehl daraus, dass man sich im Verein mehr erwartet hatte. „Grundsätzlich sind wir mit Punkten und Tabellenplatz nicht zufrieden. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga haben wir einen kleinen Neustart hingelegt und uns klar vorgenommen, im vorderen Bereich mitzuspielen“, erklärt er. Gleichzeitig relativiert Berhuber die nackten Zahlen. Eine lange Verletztenliste habe den Herbst stark geprägt. „Wir hatten über Wochen hinweg viele Ausfälle. Das Trainerteam musste ständig umbauen und kompensieren. Trotzdem haben wir diese Phase als Mannschaft gut überstanden.“ Besonders wichtig seien die letzten drei Spiele gewesen, in denen noch sieben Punkte geholt wurden. „Die waren enorm wichtig für den weiteren Verlauf.“
In vielen Partien präsentierte sich Neuhofen/Krems gut organisiert und spielerisch auf Augenhöhe, oft sogar überlegen. „Wir waren in einigen Spielen die bessere Mannschaft, haben uns aber vorne nicht belohnt“, so Berhuber. „Wenn man die Herbstsaison ehrlich analysiert, hätten wir durchaus um rund neun Punkte mehr holen können.“ Die fehlende Durchschlagskraft sei jedoch kein Qualitätsproblem. „Natürlich hat uns der zeitweise Ausfall von Simon Kollnberger wehgetan, das ist klar. Aber grundsätzlich haben wir genug Qualität im Kader. Es war eher eine Mischung aus fehlender Entschlossenheit, ein bisschen Pech und mangelnder Abschlussstärke.“ Das Vertrauen in die Mannschaft sei dennoch ungebrochen. „Wir sind überzeugt, dass wir im Frühjahr die nötigen Tore machen werden.“
Die sportliche Führung setzt bewusst auf Kontinuität. „Mit Akif Imamovic und Co-Trainer Otto Heigl haben wir ein Trainerteam, mit dem wir langfristig arbeiten wollen“, betont Berhuber. Der Fokus liege nicht ausschließlich auf kurzfristigen Ergebnissen. „Natürlich wollen wir so schnell wie möglich punkten und uns von den hinteren Tabellenregionen lösen. Gleichzeitig sehen wir das Frühjahr auch als wichtige Entwicklungsphase in Richtung Sommer.“ Es gehe darum, Dinge auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und eine Basis für die kommende Saison zu legen. „Unser Ziel ist es, im Sommer mit mehr Stabilität und Reife neu anzugreifen.“
Große Umbrüche sind im Winter nicht geplant. „Grundsätzlich bleibt der Kader zusammen“, so Berhuber. Dennoch hält man die Augen offen, insbesondere im Angriff. „Gerade offensiv wollen wir noch etwas machen. Es ist nicht einfach, aber wir führen Gespräche.“ Die Idee dahinter ist klar: „Wenn wir im Winter jemanden holen, soll er sich bereits im Frühjahr integrieren können, damit er im Sommer nicht bei null beginnt, sondern schon Teil der Mannschaft ist.“
Auch in der Vorbereitung setzt man auf Kontinuität. „Wir haben bis auf eine kleine Pause praktisch durchtrainiert“, erklärt Berhuber. Diese Woche hatten wir dann den offiziellen Trainingsstart. Ein klassisches Trainingslager wird es nicht geben. „Stattdessen planen wir ein intensive Trainingstage, bei denen wir gezielt an unseren Schwerpunkten arbeiten.“