In der 1. Klasse Ost lieferte der SV Sierning gegen den FC Union Steinerkirchen eine wilde Aufholjagd ab und gewann nach 1:3-Rückstand noch 4:3. Nach zähem Beginn brachte Metehan Tümkaya Sierning vor der Pause in Front, ehe der Ausgleich fiel. Nach dem Doppelschlag der Gäste kam Sierning zurück: Marcel Gudeljevic traf zweimal binnen einer Minute, Lorenz Artmayr besorgte spät den Sieg. Trainer Dominik Ebner sprach hinterher von einem „Arbeitssieg“ – mit klaren Lehren für die nächsten Wochen.

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Die ersten Minuten gehörten keiner Mannschaft so richtig, Tempo und Risiko hielten sich in Grenzen. Dominik Ebner brachte es auf den Punkt: „Es war ein Spiel ohne große Highlights am Beginn. Wir hatten mehr vom Spiel, sind aber nicht wirklich zwingend geworden.“ Kurz vor dem Halbzeitpfiff kippte die Partie erstmals: In Minute 44 nutzte Metehan Tümkaya die Gelegenheit und stellte auf 1:0. Der Jubel war noch nicht verklungen, da folgte die kalte Dusche. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff traf Christoph Heinl für Steinerkirchen zum 1:1 (45.). „Wir machen vor der Halbzeit das 1:0, kriegen aber kurz darauf das 1:1“, ärgerte sich Ebner über das schnelle Gegentor und den verpassten Vorteil zur Pause.
Der Start in Hälfte zwei lief Sierning völlig gegen den Strich. Steinerkirchen legte zu und drehte die Partie binnen zehn Minuten. Fabio Mugrauer traf in der 52. Minute zum 1:2, Andreas Jelinek erhöhte nach 62 Minuten auf 1:3. Ebner nahm die eigene Mannschaft in die Pflicht: „Nach der Pause haben wir alles verschlafen, wir waren viel zu passiv und kassieren zwei dumme Gegentore.“ Dann folgte der Umschwung. „Dann haben einige Spieler zwei Gänge hochgeschaltet“, schilderte der Coach – allen voran Marcel Gudeljevic. Der Angreifer netzte in der 66. und 67. Minute im Doppelpack und egalisierte das Match im Alleingang. Ebner hob die Rolle seines Offensivmannes hervor: „Marcel Gudeljevic hat das Heft in die Hand genommen. Wir haben ihn ins Zentrum gezogen, danach hat er eine herausragende Partie gespielt.“ Für den Trainer waren diese Minuten der Schlüssel: „Ausschlaggebend waren das 2:3 und das 3:3.“
Nach dem Ausgleich blieb Sierning am Drücker und wurde in der Schlussphase belohnt. In Minute 83 stand Lorenz Artmayr goldrichtig und schob zum 4:3 ein – der viel umjubelte Siegtreffer. Ebner gefiel vor allem die Entschlossenheit beim entscheidenden Tor: „Er ist nachgegangen und wollte das Tor machen.“ Am Ende sprach der Trainer von einem „Arbeitssieg“, ordnete die 90 Minuten aber klar ein: „Der Gegner war gut organisiert, aber sehr statisch. Aus unseren Fehlern kamen sie mit drei Schüssen aus der Distanz zu drei Toren.“ Für die eigene Mannschaft formulierte er Hausaufgaben: „Im Spiel gegen den Ball müssen wir aktiver sein, mehr Spannung an den Tag legen und als Mannschaft geschlossener verteidigen. Vor allem bei den zweiten Bällen.“ Positiv vermerkte er auch: „Die Schiedsrichterleistung war sehr gut.“
Mit dem Dreier festigt Sierning seine starke Position im Spitzenfeld, während Steinerkirchen als Tabellenletzter weiter auf Punktejagd bleibt – und beide nehmen aus diesem Abend klare Erkenntnisse mit.