In der 1. Klasse Ost stellt sich der SV Molln nach einer schwierigen Saison im Abstiegskampf sportlich und organisatorisch neu auf. Sportchef Setric Vorderwinkler spricht im Gespräch mit Ligaportal von einer fordernden Spielzeit, lobt aber den Einsatz der jungen Mannschaft. Mit einem neuen Trainerteam, einem Rückkehrer für den Angriff und einem Führungswechsel im Verein soll nun wieder mehr Struktur hineinkommen.

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Die vergangene Saison hat in Molln Spuren hinterlassen, vor allem weil die Mannschaft immer wieder an ihre Grenzen kam. „Die vergangene Saison bewerte ich als schwierig“, sagt Vorderwinkler. Vor allem die fehlende Konstanz machte dem Team zu schaffen. „Wir taten uns schwer, dauerhaft unsere besten Leistungen abzurufen, aber das ist ganz verständlich, wenn man sich im Abstiegskampf befindet und eine so junge Mannschaft hat.“
Gerade deshalb wird der Klassenerhalt im Verein nicht als Selbstverständlichkeit gesehen. Vorderwinkler spricht vielmehr von einer Leistung, die aus Einsatz und mannschaftlicher Geschlossenheit entstanden ist. „Trotzdem bin ich sehr stolz, dass wir es wieder geschafft haben und weiterhin in der 1. Klasse verbleiben.“ Dass es am Ende reichte, führt er vor allem auf den Zusammenhalt zurück. In einer Saison, in der spielerisch nicht immer alles aufging, war genau dieser Faktor für den SV Molln entscheidend.
Die größte Veränderung betrifft die Seitenlinie. Kurt Fellinger verabschiedet sich in die „Fußballpension“, nachdem er die Mannschaft im vergangenen Jahr zum Klassenerhalt geführt hat und es diese Saison erneut geschafft hat. Im Verein ist die Dankbarkeit für seine Arbeit deutlich spürbar, zumal er in einer heiklen Phase Verantwortung übernommen hat. Nun übernimmt Michael Hochgatterer als neuer Coach, unterstützt von Co-Trainer Christoph Schweiger. Auch in der Reserve wurde neu aufgestellt: Walter Kemptner und Erich Rathgeb bilden dort das Trainerteam.
Mit dem personellen Wechsel verbindet der Verein eine klare sportliche Erwartung. „Wir arbeiten gezielt daran, dass wir wieder mehr Struktur in unser Spiel bekommen“, sagt Vorderwinkler. Das neue Trainergespann soll das junge Team „völlig neu aufstellen“ und ein neues Spielkonzept entwickeln. Dazu gehört auch ein Bereich, der in der vergangenen Saison immer wieder Probleme bereitet hat: die körperliche Stabilität. Zerrungen und Leistenprobleme tauchten laut Vorderwinkler öfter auf, deshalb investiert der SV nun stärker in die Verletzungsprävention. Ziel ist es, mit einem fitten Kader in den Herbst zu gehen.
Im Kader fallen vor allem zwei Abgänge ins Gewicht. Mit Stefan Prielinger verliert der SV Molln einen Innenverteidiger, den Vorderwinkler als „wirklich sehr stark“ beschreibt und der fast zwei Jahre lang Stabilität gegeben hat. Auch Christoph Schmidthaler verlässt den Verein. Der zweite Innenverteidiger war über viele Jahre eng mit dem Klub verbunden und hatte laut Vorderwinkler „von der Jugend weg“ großen Anteil am Weg des Vereins.
Auf der Zugangsseite gibt es bislang einen Rückkehrer: Onur Memis kommt aus Adlwang zurück und soll als Stürmer neue Impulse setzen. Große Kaderbewegungen deutet Vorderwinkler damit nicht an, vielmehr geht es beim SV Molln darum, die vorhandene junge Gruppe weiterzuentwickeln und punktuell zu ergänzen.
Auch bei der Zielsetzung bleibt der Verein bewusst bodenständig. „Unser vorrangiges Ziel dieser Saison ist die Weiterentwicklung der Mannschaft“, sagt Vorderwinkler. Zwar sei Fußball weiterhin ein „leistungs- und punkteorientierter Sport“, im Vordergrund sollen diesmal aber die Fortschritte des jungen Teams stehen. Der SV will einer Mannschaft, die noch wachsen muss, keinen unnötigen Druck auferlegen, sondern ihr Zeit geben, um zu einer gefestigten Einheit zu werden.
Parallel dazu hat sich auch im Vereinsumfeld etwas verändert. Nach 13 Jahren als Obmann hat Florian Fröhlich sein Amt an Martin Gruber übergeben. Vorderwinkler bedankt sich ausdrücklich für die prägende Arbeit seines Vorgängers und erhofft sich durch den Wechsel auch abseits des Platzes neue Impulse. Damit geht der SV Molln mit einem doppelten Neustart in die Saison: sportlich mit neuer Handschrift, intern mit neuer Führung. Nach der schwierigen Saison sollen nun wieder Stabilität und Entwicklung im Vordergrund stehen.