Im Spitzenspiel der 1. Klasse Ost hat sich SPG SK/ATSV Vorwärts Steyr mit 2:1 gegen den SV Sierning durchgesetzt und damit den direkten Verfolger knapp auf Distanz gehalten. Für Co-Trainer Marco Schorkopf war der Sieg verdient, auch wenn seine Mannschaft nach einer starken ersten Halbzeit lange mehr aus dem Spiel hätte machen müssen und sich die Entscheidung deshalb bis in die Schlussphase zog.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Schon vor dem Anpfiff war für Vorwärts klar, welche Aufgabe auf die Mannschaft wartete. Erster gegen Zweiter, dazu ein Gegner, der in der Tabelle unmittelbar davor lag – mehr Spitzenspiel ging in dieser frühen Phase der Saison kaum. Genau so ordnete Schorkopf die Partie auch ein. „Es war ein Spitzenspiel, Erster gegen Zweiter. Also wussten wir, was uns erwartet“, sagte der Co-Trainer. Umso wichtiger war aus seiner Sicht, dass seine Mannschaft von Beginn an mit der richtigen Haltung auftrat. „Wir wollten die Tabellenführung“, so Schorkopf, der seiner Elf vor allem in der ersten Hälfte eine klare Überlegenheit bescheinigte. Diese Phase brachte auch die Führung: In der 16. Minute traf Albin Dzafic zum 1:0. Für Schorkopf war das allerdings nur ein Teil dessen, was in dieser Spielphase möglich gewesen wäre. „Wir hatten noch die Möglichkeit auf weitere Tore in der ersten Halbzeit, die wir machen müssen. Dann wäre das Spiel in der ersten Halbzeit entschieden gewesen“, sagte er. Genau darin lag aus seiner Sicht der Punkt, warum die Partie trotz guter Kontrolle offen blieb.
Mit dem knappen 1:0 ging es in die Pause, und gerade weil Vorwärts den Vorsprung nicht ausgebaut hatte, blieb Sierning im Spiel. Schorkopf sprach davon, dass seine Mannschaft die Partie nach dem Seitenwechsel „eigentlich ein wenig aus der Hand gegeben“ habe. Das wurde auch am Spielstand sichtbar, als Fabian Sulzner in der 59. Minute für die Gäste zum 1:1 traf. Damit bekam die Begegnung genau jene Wendung, die Vorwärts aus Sicht des Co-Trainers zuvor selbst hätte verhindern können. Schorkopf vermied es zwar, von einem einzelnen Knackpunkt zu sprechen, doch in seiner Analyse war klar herauszuhören, dass die nicht genutzten Möglichkeiten vor der Pause schwer wogen. „Es gab eigentlich keinen entscheidenden Moment. Es war ein Spitzenspiel, es ging hin und her. In der ersten Halbzeit waren wir dominant. Wenn wir die Tore machen, brauchen wir über die zweite Halbzeit eigentlich nicht mehr reden“, sagte er. Zugleich gestand er dem Gegner eine starke Phase zu: „Sierning hatte in der zweiten Halbzeit ungefähr 25 Minuten, in denen sie am Drücker waren.“ Gerade deshalb bekam das Spiel jene Spannung, die bis zum Ende anhielt.
Als sich vieles schon auf ein Remis zuspitzte, kam Vorwärts in der 87. Minute doch noch zum Siegtor. Schorkopf sprach selbst von einem „glücklichen Ende“, machte aber auch deutlich, wie der Treffer zustande kam. „Es war wieder eine Kombination der Dzafic-Brüder. Albin Dzafic trat den Freistoß, Din Aldin Dzafic vollendete per Kopf“, schilderte er die Szene, die den 2:1-Endstand brachte. Dass die Gastgeber diesen Vorsprung dann über die Zeit brachten, passte zu jener Grundtugend, die Schorkopf bei seiner Mannschaft seit Wochen sieht. „Die Einstellung war wieder mal top. Die Spieler waren motiviert und wussten, was auf sie zukommt“, sagte er. Auch mit dem Schiedsrichter zeigte sich der Co-Trainer zufrieden: „Die Leistung des Schiedsrichters war sehr gut. Es gab eigentlich keine strittigen Situationen.“ Am Ende blieb bei aller Erleichterung aber auch eine klare Forderung an die eigene Mannschaft hängen. „Wir müssen mehr Tore machen. Wir müssen unsere Chancen nützen, mehr Tore machen, die Spiele früher entscheiden“, sagte Schorkopf. Genau das dürfte nach einem Sieg, der verdient war, aber bis zur 87. Minute offen blieb, die wichtigste Lehre für die kommenden Runden sein.