In der 1. Klasse Ost hat die Union St. Marien dem bisherigen Tabellenführer SV Sierning beim 0:0-Remis alles abverlangt. Trainer Philipp Eder sprach nach dem Schlusspfiff von einer "unglaublich kämpferischen, leidenschaftlichen Leistung" und hielt das Remis für verdient. Vor allem defensiv stand St. Marien über weite Strecken stabil, auch wenn die Gäste laut Eder insgesamt etwas mehr vom Spiel hatten und phasenweise aktiver waren.
Philipp Eder sah zunächst Vorteile bei den Gästen. "Sierning hat gut angefangen, hat irrsinnig gute Bewegungen in der Offensive gehabt und uns in den ersten paar Minuten vor Aufgaben gestellt", sagte der Trainer der Gastgeber. St. Marien brauchte also eine kurze Anlaufzeit, reagierte laut Eder aber rasch. Gemeinsam mit seinem Co-Trainer habe man von draußen schnell korrigiert, danach sei die Partie offener geworden. Ganz weg war der leichte Vorteil der Gäste damit aber noch nicht. "Die Spur mehr Spielanteile hat Sierning in der ersten Halbzeit gehabt", meinte Eder. Wirklich klare Möglichkeiten erkannte er allerdings kaum. Wenn es brenzlig wurde, dann eher nach Eigenfehlern oder nach Standards. So passte das 0:0 zur Pause zum Bild eines Spiels, in dem vieles umkämpft, aber nur wenig zwingend war.
Interessant wurde die Partie aus Sicht von St. Marien direkt nach dem Seitenwechsel, weil Eder in der Offensive nachschärfte. "In der Halbzeit haben wir für unsere Offensive ein bissel was korrigiert", erklärte er, und diese Anpassung zeigte Wirkung. Zwischen der 45. und 60. Minute hatten die Hausherren ihre beste Phase. "Da haben wir wieder die Überhand gehabt", sagte Eder und verwies auf "zwei, drei gute Möglichkeiten", die seine Mannschaft in diesem Abschnitt vorfand. Genau dort fehlte aber das entscheidende Detail. Mal wurde der letzte Pass nicht sauber zu Ende gespielt, mal die Aktion nicht konsequent abgeschlossen. Deshalb blieb die Partie torlos, obwohl St. Marien in dieser Viertelstunde deutlich aktiver wirkte und sich für den Aufwand zumindest beinahe belohnt hätte.
Ab etwa der 65. oder 70. Minute kippte das Spiel nach Eders Einschätzung wieder mehr in Richtung Sierning. Die Gäste suchten vermehrt mit langen Bällen den Weg nach vorne und hatten in dieser Phase wieder mehr vom Spiel. Der auffälligste Moment war ein Lattenschuss, dazu kam nach einer Standardsituation noch einmal Aufregung auf. Ein Sierning-Spieler ging im Strafraum zu Boden, ein Elfmeter wurde gefordert, gegeben wurde er nicht. Eder blieb in seiner Bewertung bewusst vorsichtig: "Ich kann es nicht sagen, ob es einer war oder nicht." Auch sonst ordnete er den Gegner mit Respekt ein. Sierning sei "in der Offensive dynamisch" gewesen, mit vielen Rotationen und guten Bewegungsabläufen. Besonders hob er auch den Tormann in der Spieleröffnung hervor. Gleichzeitig stellte er der eigenen Abwehr ein gutes Zeugnis aus: "Wir haben sehr viele Angriffsversuche von Sierning im Eins gegen eins wegverteidigt." Deshalb sprach Eder am Ende von einer "sehr starken Defensivleistung" und von einem Remis, das "im Großen und Ganzen in Ordnung geht".
Für die Union St. Marien hat dieses 0:0 damit mehr Gewicht als ein bloßer Zähler. Gegen den bisherigen Tabellenführer blieb die Mannschaft ohne Gegentor und bestätigte genau jene Haltung, die ihr Trainer nach Spielende hervorhob. "Wir haben eine unglaublich kämpferische, leidenschaftliche Leistung auf den Platz gebracht und unserem Gegner alles abverlangt", sagte Eder. Nach zehn Runden hält St. Marien damit bei 15 Punkten und bleibt im Mittelfeld der Tabelle, während der SV Sierning mit 25 Punkten ganz vorne dabei bleibt. Tore gab es am Sonntagnachmittag keine, eine klare Aussage schon: Gegen St. Marien muss man sich auch ein torloses Remis erst einmal hart verdienen.