Im Derby zwischen WSV-ATSV Ranshofen und Union Raiffeisen Neukirchen/Enknach in der 1. Klasse Süd-West schilderte Harald Erbschwendtner eine intensive, aber faire Partie aus disziplinierter Ordnung. Die Hausherren hatten früh eine Großchance, die Torhüter Istvan Seregi stark entschärfte, danach kontrollierte seine Elf weite Phasen bis zur Pause. Der Coach sprach von einem annähernd ausgeglichenen Ballbesitz – und davon, dass nach dem Seitenwechsel Standards immer mehr an Bedeutung gewannen. Die Stimmung: derbytypisch emotional, ohne zu überhitzen.

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„Es war von Haus aus ein super Spiel – ein Derby, wie man es sich vorstellt“, so Erbschwendtner. Ranshofen kam bereits in Minute 2 zur Topchance, doch Seregi parierte glänzend. Danach trug Neukirchen die eigene Herangehensweise sichtbar auf den Platz: diszipliniert, kompakt, mit klaren Abläufen aus der Defensive heraus. „Das Ballbesitzverhältnis war ungefähr ausgeglichen“, bilanzierte der Trainer.
Die Gäste belohnten sich früh: Simon Schrems stellte in der 19. Minute auf 1:0. Ein unglückliches Eigentor von Elias Schneebichler brachte Ranshofen kurz darauf den Ausgleich zum 1:1 (24.). Noch vor der Pause brachte Lucian Stolojescu Neukirchen wieder in Front – 2:1 (43.) –, direkt nach Wiederbeginn erhöhte er auf 3:1 (47.). „Wir führen 3:1 und geben das Spiel dann aus der Hand“, ärgerte sich Erbschwendtner.
Ranshofen meldete sich zurück: Mario Gann verkürzte auf 3:2 (55.). In der Folge kippte die Partie – auch, weil ruhende Bälle zum Knackpunkt wurden. „Nach dem 3:1 hat uns Ranshofen aus einem Einwurf und aus einem Eckball die Tore gemacht“, so der Trainer. Ben Häuslmann glich zum 3:3 aus (65.), Michael Aigner drehte das Spiel auf 3:4 (68.), und Tom Kreilinger legte zum 3:5 nach (73.). Neukirchen stemmte sich gegen die Niederlage: Michael Starlinger traf spät noch zum 4:5 (83.), zu mehr reichte es jedoch nicht.
Als Fixpunkt im Zentrum hob Erbschwendtner Christian Reschenhofer hervor, der im Mittelfeld mit Übersicht und Zweikampfstärke überzeugte. Auch Doppeltorschütze Lucian Stolojescu erhielt ein Sonderlob. Mit der Spielleitung zeigte sich der Coach zufrieden: „Der Schiedsrichter hat das Spiel sehr gut geleitet.“ Für die nächsten Wochen bleibt der Blick pragmatisch: „Wir holen aus der Mannschaft alles heraus. Wir müssen von Spiel zu Spiel unsere Leistung abrufen – dann werden wir unsere Punkte machen.“