In der 1. Klasse Süd-West hat Union Raiffeisen Neukirchen/Enknach ein umkämpftes Heimspiel gegen Union Woodstock St. Martin im Innkreis mit 2:0 für sich entschieden. Nach einer torlosen ersten Hälfte entschied Doppel-Torschütze Lucian Stolojescu die Partie nach der Pause mit Treffern in Minute 77 und 81. Trainer Harald Erbschwendtner sprach von „einem sehr ausgeglichenen Spiel“, in dem am Ende „Wille, Glaube und ein bisschen das Glück“ zugunsten der Hausherren ausschlugen.

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Von Beginn an war spürbar, wie viel für beide Seiten in Runde 19 auf dem Spiel stand. „Das Spiel war sehr ausgeglichen. Es ist um alles gegangen, vom Gegner und von uns. Die Devise war: Keiner darf verlieren“, schilderte Neukirchen/E.-Trainer Harald Erbschwendtner. Entsprechend vorsichtig und eng ging es zu, klare Chancen blieben lange Mangelware. St. Martin setzte allerdings Nadelstiche und hatte in der ersten Halbzeit zwei Alu-Momente. „St. Martin hat in der ersten Halbzeit zwei Querlattenschüsse gehabt, beide an der Oberkante“, so Erbschwendtner. Der Schiedsrichter fügte sich unaufgeregt ein, was der Coach ausdrücklich lobte: „Der Schiedsrichter war heute auch wieder gut.“ Mit einem 0:0 zur Pause war die Partie völlig offen – und die Frage, wer das erste Tor erzwingen würde, lag über dem zweiten Durchgang.
Neukirchen/E. kam nach dem Seitenwechsel entschlossener aus der Kabine, arbeitete konsequent an der Führung und wurde schließlich belohnt. Den Auftakt machte Lucian Stolojescu in der 77. Minute. „Das erste Tor war ein Freistoß von Lucy“, erklärte Erbschwendtner und meinte damit seinen Matchwinner Stolojescu. Vier Minuten später legte derselbe Mann nach und machte mit dem 2:0 den Deckel drauf. Der Trainer beschrieb die Szene plastisch: „Beim zweiten ist Lucy ins Dribbling gegangen, hat zwei Spieler ausgespielt, aufgeschaut und den Tormann in die volle Ecke geschossen.“ Genau diese Mischung aus Mut, Entschlossenheit und sauberem Abschluss hatte bis dahin gefehlt – jetzt passte alles zusammen, und Neukirchen/E. hatte die Partie in der Hand.
Was den Ausschlag gab, fasste Erbschwendtner ohne Umschweife zusammen: „Wir haben bis zum Schluss gekämpft, das hat uns ausgezeichnet. Wir hatten ein bisschen das Glück auf unserer Seite und haben den Sieg heimgefahren.“ Der Coach hob dabei die innere Haltung seiner Mannschaft hervor: „Was gut funktioniert hat, war der Wille und der Glaube, dass wir das Spiel gewinnen möchten.“ St. Martin steckte nicht auf, suchte bis zum Ende den Anschluss, doch die Hausherren ließen nun wenig zu und spielten die Führung sauber herunter. „St. Martin hat bis zum Schluss gekämpft, aber wir haben das Spiel optimal zu Ende gespielt“, sagte der Trainer – ein Satz, der zum Bild dieser zweiten Hälfte passte.
Im Duell zweier Teams aus der unteren Tabellenhälfte – Neukirchen/E. derzeit auf Rang 10, St. Martin auf 12 – waren die drei Punkte hart erarbeitet und entsprechend wertvoll. Der 2:0-Heimerfolg tut der Erbschwendtner-Elf nicht nur für die Tabelle gut, sondern auch fürs Gefühl: Nach einem langen Geduldsspiel setzte sich am Ende jene Mannschaft durch, die in den entscheidenden Minuten zulegte und ihre Chancen eiskalt nutzte. Der Trainer brachte den Unterschied auf den Punkt: „Der Unterschied war der Glaube, dass wir das Spiel gewinnen wollten. Wir wollten das bis zum Schluss durchziehen.“ Mit dieser Haltung im Gepäck will Neukirchen/E. die nächsten Aufgaben anpacken – und genau dort weitermachen, wo Stolojescu und Co. an diesem Nachmittag aufgehört haben.