In der 1. Klasse Süd-West lieferte der USV St. Pantaleon gegen den FC Genino Pischelsdorf ein 2:2 ab, das lange nachwirken dürfte: frühe Rote in Minute sieben, Rückstand zur Pause, starke Antwort nach dem Wechsel und der späte Ausgleich kurz vor Schluss. Trainer Mijo Ravlija sprach von großem Herz und einem bitteren Ende, fand das Remis aber unterm Strich vertretbar. Beide Teams dürften mit gemischten Gefühlen vom Platz gegangen sein.

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Für die Heimischen begann der Nachmittag denkbar schlecht: Nach nur sieben Minuten sah Denis Andric Rot. „Das war ein riesiger Rückschlag. Mit einem Mann weniger ist jede Laufarbeit härter, jeder Zweikampf tut noch mehr weh“, sagte der Coach und betonte: „Die Mannschaft hat Moral gezeigt und das Herz am Rasen gelassen. Ich bin sehr stolz auf die Jungs.“ Trotz Unterzahl hielt St. Pantaleon dagegen und kam sogar zu guten Momenten. „Wir hatten Pech mit einem Stangenschuss von Elias Wagner und noch ein, zwei Chancen“, so Ravlija. Kurz vor der Pause schlug Pischelsdorf dann zu: Gabriel Kreuzwirth stellte in Minute 39 auf 0:1. „Da haben wir nach einem Eckball geschlafen“, ärgerte sich der Trainer. Mit diesem Rückstand ging es in die Kabinen – und mit der klaren Ansage, nach der Pause noch einmal alles rauszuhauen.
Aus der Halbzeit kam St. Pantaleon mit deutlich mehr Energie. „Wir sind mit Schwung rausgekommen“, schilderte Ravlija. Zunächst blieb ein Strafstoßpfiff aus, kurz darauf zeigte der Schiedsrichter dann doch auf den Punkt – Tobias Fuchs glich in Minute 62 zum 1:1 aus. „Der Ausgleich war verdient“, meinte der Coach und legte nach: „Wir gehen dann sogar in Führung – nicht ganz unverdient und nicht, obwohl wir nur zu zehnt waren.“ Für das 2:1 sorgte Elias Wagner in der 79. Minute, der damit seine starke Leistung krönte. Bis dahin passte viel von dem, was sich der Trainer gewünscht hatte: „Teamgeist, Zusammenhalt, Laufbereitschaft – das hat heute sehr gut funktioniert.“ Umso bemerkenswerter: Pischelsdorf nützte die Überzahl nicht so druckvoll, wie es viele erwartet hätten. „Ehrlich gesagt hat es mich überrascht, dass sie nicht zwingend angelaufen sind, obwohl sie die Punkte brauchen“, erklärte Ravlija.
Die Schlusspointe gehörte dennoch den Gästen: Jonas Renzl traf in der 89. Minute zum 2:2. „Zwei Minuten vor Schluss das 2:2 zu bekommen, ist bitter. Die drei Punkte hätten wir gerne mitgenommen“, sagte Ravlija offen. Trotzdem wollte er das Ergebnis einordnen: „Nach der frühen Roten hätte ich ein 2:2 sofort unterschrieben. Von den Chancen her ist es im Großen und Ganzen fair.“ Dass es auf beiden Seiten Diskussionen gab, verschwieg der Coach nicht: „Der Schiedsrichter hatte leider ein paar harte Fehlentscheidungen – auf beiden Seiten. Ins Detail möchte ich nicht gehen.“ Inhaltlich nahm er klare Lehren mit. „Weniger gut war teilweise die Kommunikation, das Übergeben an den nächsten Mann. Pischelsdorf hat oft den Zwischenraum bespielt. Da brauchen wir mehr Kommandos“, so der Trainer. Und im Spiel nach vorne fehlte der letzte Stich: „Es lag am finalen Pass, dem Steckpass in die Tiefe. Der kam nicht an oder wurde gar nicht gespielt.“ Am Ende blieb der Spagat zwischen Ärger und Anerkennung. „Es fühlt sich leicht nach einer Niederlage an – aber unterm Strich geht das 2:2 in Ordnung“, fasste Ravlija zusammen.