In der 1. Klasse Süd-West hat der UFC Burgkirchen am Freitagabend gegen die Union Woodstock St. Martin/I. mit 0:3 verloren. Für St. Martin war es nach den zuletzt schwierigen Wochen ein Sieg, der vor allem aus Sicht von Neo-Trainer Johannes Ertl auf einer klaren Grundlage stand: „Wir waren von der ersten Minute an da.“ Dass seine Mannschaft in Burgkirchen nicht nur dagegenhielt, sondern das Spiel Schritt für Schritt auf ihre Seite zog, war für ihn die eigentliche Geschichte dieses Abends.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Ertl schilderte die Partie so, dass seine Mannschaft von Beginn an sehr präsent war und den Kampf sofort annahm. „Wir waren eigentlich von Beginn an sehr spielbestimmend“, sagte der Trainer, schob aber auch nach, dass Burgkirchen nach vorne immer gefährlich blieb und vor allem im Konterspiel Qualität zeigte. Gerade deshalb maß er der frühen Phase große Bedeutung bei. Nach einer ersten guten Möglichkeit der Gäste kamen auch die Gastgeber über die Seiten zu ihren Chancen, doch genau in diesem Moment zeigte sich für Ertl ein Schlüsselmoment des Abends. „Unser Tormann hat überragend reagiert“, sagte er über zwei Paraden, einmal mit dem Fuß, einmal mit der Faust. Für den Trainer war das deshalb so wichtig, weil ein Rückstand die Verunsicherung der vergangenen Wochen sofort wieder zurückgebracht hätte. Stattdessen blieb St. Martin stabil, gewann Sicherheit und nahm die Partie danach noch entschlossener in die Hand.
Das 1:0 fiel dann genau zu einem Zeitpunkt, der aus Sicht der Gäste kaum besser hätte sein können. In der 45. Minute brachte Vlado Zuparic St. Martin in Führung, nachdem Ertl diese Szene als stark ausgeführte Standardsituation beschrieb. Mit dem 0:1 zur Pause hatte seine Mannschaft nicht nur den Spielstand auf ihrer Seite, sondern auch die Bestätigung für eine konzentrierte erste Hälfte. Klar war für den Trainer allerdings auch, dass Burgkirchen nach dem Wechsel Druck machen würde. Genau darauf habe sich sein Team eingestellt. „Wir haben gewusst, dass Burgkirchen jetzt alles versuchen wird“, sagte Ertl. Seine Mannschaft blieb aber defensiv organisiert und ließ die Gastgeber nicht wirklich ins Laufen kommen. Als sich dann über die linke Seite eine weitere Möglichkeit auftat, nutzte St. Martin sie konsequent: Timo Zheng setzte sich laut Ertl stark durch, spielte den Ball flach und scharf in den Sechzehner, wo Daniel Klaffenböck in der 64. Minute zum 0:2 vollendete. Damit war die Partie klar in die Richtung der Gäste gekippt.
Dass Burgkirchen trotz seiner individuellen Qualität an diesem Abend kaum Räume fand, führte Ertl vor allem auf die mannschaftliche Geschlossenheit zurück. „Das Umschaltspiel von offensiv auf defensiv war überragend. Wir haben im Verbund verschoben, wir waren kompakt, wir waren organisiert“, sagte der Trainer. Besonders hob er dabei Dragan Antunovic hervor, der wegen des verletzten Jörg Weilhartner in die Mannschaft rückte. „Mit seiner Erfahrung hat er die Mannschaft geführt, als wäre er nie weg gewesen“, meinte Ertl und nannte ihn den entscheidenden Mann in der Defensive, weil er vieles organisierte und ordnete. Burgkirchen bescheinigte der Trainer von St. Martin trotzdem eine gute und technisch starke Mannschaft, die in dieser Liga nur schwer zu bespielen sei. Am Freitag bekam der UFC aber zu wenig Zugriff, weil St. Martin die Räume eng hielt und immer wieder rechtzeitig dazwischenkam. Den Schlusspunkt setzte in der Nachspielzeit Zbynek Musiol, der nach einer Hereingabe von Benjamin Blaha per Kopf zum 0:3 traf. Kurz darauf sah Rejhan Kismetovic noch Rot, eine Szene, die Ertl als unnötig bezeichnete.
Am Ende sprach Ertl bewusst nicht nur über einzelne Torschützen oder über die drei Punkte, sondern über die Art und Weise, wie seine Mannschaft aufgetreten ist. „Die Mannschaft hat in allen Belangen absolut überzeugt“, sagte er und schloss dabei ausdrücklich auch die Einwechselspieler mit ein. Für ihn war es ein Spiel, in dem die Union St. Martin vieles von dem auf den Platz brachte, was er sich unter Fußball vorstellt: Arbeit gegen den Ball, Kompaktheit, klare Abläufe und der Wille, in jeder Phase dagegenzuhalten. Auch deshalb fiel sein Fazit entsprechend deutlich aus. „Ich kann nur ein ganz großes Lob an die Mannschaft aussprechen“, sagte Ertl. Nach dem 3:0 in Burgkirchen dürfte es für St. Martin nun vor allem darum gehen, genau diese Geschlossenheit mitzunehmen. Der neue Trainer hat jedenfalls den Eindruck gewonnen, dass seine Mannschaft an diesem Abend nicht nur ein Ergebnis geholt, sondern sich auch ein gutes Stück Selbstvertrauen zurückgearbeitet hat.