Ein Abend für Emotionen: Union Raiffeisen Zell am Moos setzte sich im Derby gegen Union Oberwang mit 5:3 durch – ein Auftritt, bei dem Trainer Alexander Wesenauer vor allem Atmosphäre und Haltung hervorhob. „Es ist unglaublich schön, dass wir so einen Derbysieg feiern können. Es waren über 500 Zuschauer da. Es ist super, dass wir den Sieg eingefahren haben, und ich glaube, er war schlussendlich auch gerechtfertigt“, sagte der Coach. In der 1. Klasse Süd war es ein Derbycoup, getragen von Konsequenz bei Standards und kollektivem Willen.

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Wesenauer zeichnete ein Spielbild, das beide Lager beschrieb: „Es war auf beiden Seiten ein offensiv geprägtes Spiel mit sehr vielen Chancen. Ich möchte den Oberwangern – inklusive ihrem Trainer – ein Kompliment ausrichten. Es war ein packendes Fußballspiel, das auch den Fans gefallen hat.“ Die Partie lebte von Tempo, Mut und zahlreichen Abschlüssen – ein Schlagabtausch, der das Publikum mitriss.
Der Abend trug klare Signaturen auf der Anzeigetafel: Für Oberwang traf Marco Szalay zur frühen Führung (15.), noch vor der Pause erneut (45.) und nach Wiederbeginn zum zwischenzeitlichen 3:3 (52.). Für Zell am Moos glich Viktor Kocic in der 29. Minute aus – das 1:1 resultierte aus einer Standardsituation und war ein wuchtiger Abschluss aus rund 20 Metern, wie es der Coach schilderte. Unmittelbar danach drehte Bernhard Zach die Partie (30.) und erhöhte noch vor der Pause auf 3:1 (42.); zur Halbzeit stand es 3:2. Nach dem Oberwanger Ausgleich durch Szalay (52.) antwortete Zach postwendend eiskalt zum 4:3 (53.) und setzte in der 87. Minute mit seinem vierten Treffer den Schlusspunkt zum 5:3. Wesenauer betonte, dass zwei der eigenen Tore nach ruhenden Bällen fielen – ein Beleg für Detailarbeit und Entschlossenheit.
Auch die Begleitumstände fanden Anerkennung: „Der Schiedsrichter hat für mich sehr gut gepfiffen. Kleine Nickligkeiten gehören zu einem Derby, insgesamt war es eine überaus fair geführte Partie.“ Den Kern des Erfolgs verortete er in der Geschlossenheit: „Ich möchte meiner ganzen Mannschaft zum Sieg gratulieren. In der Vergangenheit haben wir Derbys oft wegen Kleinigkeiten verloren – diesmal hat man gespürt, dass die ganze Mannschaft mitzieht und es wollte.“
Trotz Derby-Euphorie blieb der Blick nüchtern: „Es gibt immer Bereiche, an denen wir arbeiten müssen – defensiv natürlich. Wir haben wieder drei Gegentore bekommen, wahrscheinlich vermeidbare. Daran wollen wir gezielt weiterarbeiten. Gleichzeitig wollen wir den Schwung der letzten Wochen mitnehmen und freuen uns auf die nächsten Spiele.“ Zur Stimmung fasste er zusammen: „Die Stimmung war perfekt – ein richtig würdiger Rahmen.“