Ein intensiv geführtes Derby mit klarer taktischer Prägung bestimmte den Nachmittag von SV Kieninger-Bau Bad Goisern gegen SV DAXNER Immobilien Ebensee 1922 in der 1. Klasse Süd. Nach einer starken Druckphase der Gastgeber nach dem Führungstreffer drehte Ebensee die Partie per Elfmeter – Endstand aus Bad Goiserner Sicht: 1:2. Trainer Gerald Zwitter lobte Zweikampfstärke und Kollektiv, forderte aber „mehr Entschlossenheit und Genauigkeit im letzten Drittel“ und haderte mit einer späten, aus seiner Sicht harten Strafstoß-Entscheidung. Überschattet wurde das Derby zudem von einer schweren Verletzung.
„Klassisches Derby, taktisch geprägt und mit vielen Zweikämpfen“, fasste Zwitter zusammen. Bei ausgeglichenem Ballbesitz setzte Bad Goisern das erste Ausrufezeichen: In der 33. Minute traf der 17-jährige Nicolas Kain zum 1:0. Beflügelt von der Führung erspielten sich die Gastgeber ein deutliches Chancenplus, ließen die Aktionen jedoch teils unsauber ausspielen oder scheiterten am Aluminium – einmal krachte der Ball an die Querlatte. Auch nach Eckbällen wurde Bad Goisern in dieser Phase mehrfach gefährlich. Kurz vor der Pause folgte die kalte Dusche: In der 40. Minute glich Ivan Fekiac für Ebensee zum 1:1 aus.
Nach Wiederbeginn blieb das Duell eng, entschieden haben am Ende Nuancen und Effizienz. Die Schlüsselszene aus Zwitters Sicht: In der 75. Minute zeigte der Schiedsrichter nach einem umstrittenen Handspiel (Schuss auf die Schulter) auf den Punkt, Manuel Schmidl verwandelte sicher zum 1:2. Zwitter sprach von einer harten, fragwürdigen Entscheidung und verwies zugleich auf zwei mögliche Elfmetersituationen für seine Mannschaft, die ungeahndet blieben.
Für einen Schockmoment sorgte die 53. Minute: Nach einem Foul stürzte Ebensees Nico Diesenberger unglücklich auf die Schulter und zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu. Zwitter schickte umgehend Genesungswünsche: Alles Gute und rasche Rückkehr! Generell zeigte sich der Trainer stolz auf den Teamspirit seiner Elf: Vier Stammspieler fehlten, dennoch habe man den Matchplan großteils umgesetzt und sei für den Aufwand nicht belohnt worden. Für die nächsten Wochen gibt Zwitter die Marschroute vor: „Wir kommen zu guten Chancen, haben super Gegenpressing-Momente – die müssen wir im letzten Drittel konsequenter und genauer zu Ende spielen.“ Zugleich anerkannte er die aktuelle Form des Gegners: Ebensee habe derzeit das berühmte Quantum Glück und die Qualität, aus zwei, drei Aktionen Tore zu machen – wie an diesem Nachmittag durch Fekiac und Schmidl eindrucksvoll gezeigt. Ein Unentschieden wäre leistungsgerecht gewesen