Spielberichte

„Die Verletzung hat uns das Genick gebrochen“ – Union Gampern verpasst im Kellerduell möglichen Punkt

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Union Gampern
SV Scharnstein

Im Kellerduell der 1. Klasse Süd musste sich die Union Gampern dem SV Wolf System Scharnstein mit 0:1 geschlagen geben. Nach einer torlosen ersten Hälfte entschied Christoph Moser die Partie in Minute 56. Neo-Trainer Günther Pfarl machte nach dem Spiel vor allem die Verletzung von Sandro Plakolm und einen vergebenen Elfmeter als Knackpunkte aus und sah seine Mannschaft danach nicht mehr so griffig wie noch zu Beginn.

Zweikampf zwischen Spielern in Rot und Weiß-Blau - Ball in der Luft

Image by Jörg Struwe from Pixabay

Guter Beginn, dann kam der Bruch

Dass der Abend für Gampern so bitter enden würde, hatte sich laut Pfarl zunächst nicht angedeutet. Der Trainer sah seine Mannschaft ordentlich in der Partie und sprach von einem brauchbaren Start. „Am Anfang sind wir gut in die Partie reingekommen. Bis dorthin hat es sehr gut gepasst“, sagte er. Dann aber kam jene Szene, die aus seiner Sicht das Spiel spürbar veränderte. Sandro Plakolm verletzte sich, und für Pfarl war das weit mehr als nur ein personeller Rückschlag. „Ab der Verletzung ist es nicht mehr so gelaufen, wie wir uns das vorgenommen haben“, meinte der Gampern-Coach. Zugleich äußerte er die Sorge, dass es sich um eine schwere Knieverletzung handeln könnte. Zwar ging es mit einem 0:0 in die Pause, doch nach Einschätzung des Trainers war der Bruch im eigenen Spiel schon davor zu erkennen.


Elfmeter bleibt ungenützt, Moser nutzt Chance

Noch schwerer wog für die Gastgeber, dass sie ihre große Möglichkeit auf die Führung liegenließen. Gampern bekam in der ersten Halbzeit einen Elfmeter zugesprochen, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Für Pfarl war genau das einer der Momente, die seine Mannschaft zusätzlich zurückwarfen. „Der verschossene Elfer hat uns noch einmal eine Watschen gegeben“, formulierte er es sehr offen. Nach dem Seitenwechsel fiel dann die Entscheidung, die in den nackten Zahlen stehen bleibt: In Minute 56 traf Christoph Moser zum 0:1 für Scharnstein. Pfarl führte den Treffer auf einen Ballverlust im Mittelfeld zurück und nahm danach bewusst seinen jungen Torhüter in Schutz. Der Coach betonte, der Fehler habe weiter vorne begonnen, und einem erst 16-jährigen Schlussmann wolle er „nicht viele Vorwürfe machen“. Für ihn war klar: Diese eine Szene reichte in diesem Spiel letztlich aus.

Mehr Kampf als Spielfluss

Viel fußballerischen Glanz wollte Pfarl in dieser Partie ohnehin nicht sehen. Er sprach von einem Spiel mit „viel Kampf und Krampf“ und beschrieb das Duell als typisches Match zweier Mannschaften, die die Punkte dringend gebraucht hätten. Entscheidend sei gewesen, dass Scharnstein nach der Verletzung „den Tick mehr“ wollte. Gampern sei nicht so griffig gewesen wie noch in der Vorwoche, dazu habe man sich mit der eigenen Spielweise das Leben selbst schwer gemacht. „Wir haben zu viele hohe Bälle gespielt, obwohl ich immer gesagt habe, wir sollen ganz normal Fußball spielen“, erklärte Pfarl. Gerade das störte ihn, weil seine Mannschaft nach dem Gegentor nicht mehr richtig zulegen und sich kaum noch klare Möglichkeiten erarbeiten konnte. Trotzdem sagte er, dass vom Verlauf her „ein Punkt für beide gerecht gewesen wäre“. Am Unparteiischen lag es aus seiner Sicht jedenfalls nicht. „Die Schiedsrichterleistung war top“, sagte Pfarl, der die Spielleitung ausdrücklich lobte.

Mit dem Rücken zur Wand, aber ohne Aufgabe

So blieb die Union Gampern im Keller der Tabelle erneut ohne den erhofften Befreiungsschlag. Pfarl sprach nach dem Spiel offen darüber, wie schwierig die Lage inzwischen ist. „Die Niederlage tut weh. Jetzt stehen wir schon sehr mit dem Rücken zur Wand“, sagte der neue Trainer, der dennoch keinen Zweifel daran ließ, dass seine Mannschaft weiterarbeiten müsse. Immerhin hob er hervor, dass im Team trotz allem niemand aufgebe. „Positiv ist, dass keiner aufgibt“, betonte Pfarl. Die rote Laterne konnte Gampern nicht abgeben, und genau das hatte im Vorfeld zusätzlich Druck erzeugt. Umso wichtiger wird nun sein, die Köpfe schnell wieder hochzubekommen. „Ich hoffe, dass die Burschen nicht den Kopf hängen lassen“, sagte der Coach. Viel mehr bleibt dem Schlusslicht derzeit auch nicht, als „brutal weiterzuarbeiten“ und darauf zu hoffen, dass sich die Situation personell wie sportlich bald wieder verbessert.

1. Klasse Süd: Gampern : Scharnstein - 0:1 (0:0)

  • 56
    Christoph Moser 0:1