In der 1. Klasse Süd trennten sich die SV Gmunden Juniors und der UFC Attergau in Runde neun mit 0:0. Für Trainer Andreas Staudinger war das vor dem Anpfiff ein Ergebnis, das man "sofort unterschrieben" hätte. Nach dem Spiel blieb zwar das Gefühl, dass seine Mannschaft kurz vor Schluss sogar den Sieg am Fuß hatte, insgesamt sprach der Trainer aber von einem gerechten Remis auf schwierigem Terrain.
Staudinger erlebte eine Partie, in die seine Mannschaft nach eigener Einschätzung gut hinein fand. "Es war eigentlich lang ein offenes Spiel", sagte der Attergau-Coach und verwies zugleich auf die Ausgangslage vor diesem Auswärtsspiel. Gegen die Gmundner hatte seine Elf genau jene Qualitäten erwartet, die dann auch zu sehen waren: eine junge, technisch gute Mannschaft mit viel Zug nach vorne. Dazu kam der Kunstrasen, den die Gastgeber naturgemäß besser kennen als jeder Gegner. Umso wichtiger war für den Trainer, dass seine Mannschaft die eigenen Vorgaben sauber umsetzte. "Wir sind im Zentrum in einem guten Block gestanden und eher tief geblieben. So haben wir kaum Tiefe zugelassen", erklärte Staudinger. Gerade damit, so seine Sicht, bekam Attergau die gefährlichen Räume der Gmundner Offensive ordentlich zu. Zur Pause stand es folgerichtig 0:0, auch wenn Staudinger schon davor eine Szene sah, in der für seine Mannschaft mehr drin gewesen wäre.
Der Trainer sprach nämlich von einem Moment in der ersten Hälfte, der ihm auch nach dem Schlusspfiff noch im Kopf blieb. "Für mich war das ein ganz klarer Elfmeter", sagte Staudinger über eine Szene vor der Pause, in der der Pfiff aus seiner Sicht ausblieb. Noch deutlicher blieb ihm aber die Schlussphase hängen. "Zum Schluss hatten wir nicht eine hundertprozentige, sondern eine tausendprozentige", meinte er und schilderte die Gelegenheit sehr konkret: "Sagerer Simon rennt alleine auf den Torwart zu, kann es eigentlich selber machen, legt dann quer und spielt den Ball vielleicht ein bisschen zu steil." So kam Jonas Hemetsberger noch zum Abschluss, setzte den Ball aber daneben. Dazu gab es nach Angaben des Trainers noch einen abgefälschten Abschluss an die Latte, sowie eine weitere gute Möglichkeit durch Dominik Posch, bei der der Ball nur hauchdünn an der Stange vorbeiging. Gleichzeitig machte Staudinger aber auch klar, dass Gmunden auf der anderen Seite ebenfalls knappe Möglichkeiten hatte und das Spiel deshalb nicht nur in eine Richtung lief.
Gerade deshalb wollte Staudinger das torlose Remis nach 90 Minuten nicht größer machen, als es war. "Ein Punkt ist vollkommen in Ordnung und ich glaube, er ist auch gerecht", sagte der Trainer, obwohl er im letzten Drittel noch mehr drin sah. Was seiner Mannschaft aus seiner Sicht fehlte, war vor allem die letzte Konsequenz in manchen Offensivaktionen. "Es waren manchmal die falschen Entscheidungen, wo wir statt einem Abschluss noch einen Haken machen", erklärte er. Lob gab es dagegen klar für die Defensivarbeit, denn seine Mannschaft hielt die Gmundner über weite Strecken weg von jenen Räumen, in denen sie gefährlich werden wollten. Kritisch fiel nur seine Bewertung der Spielleitung aus. "Schiedsrichter Polat hatte für mich keine gute Linie", sagte Staudinger, stellte aber zugleich fest, dass auf beiden Seiten Entscheidungen liegen geblieben seien. Für den UFC Attergau bleibt damit ein Auswärtspunkt, mit dem man nach neun Spielen und 17 Zählern weiter im oberen Tabellenbereich bleibt.