2. Klasse Mitte-West

SK Blau Weiß Stadl-Paura: Vom Fehlstart zur Tor-Maschine

Der SK Blau Weiß Stadl-Paura hat in der 2. Klasse Mitte-West eine starke Hinrunde hingelegt und überwintert mit 26 Punkten auf Tabellenrang zwei – nur Herbstmeister Offenhausen liegt noch vor den Blau-Weißen. Besonders beeindruckend: Mit 39 Treffern stellt Stadl-Paura die beste Offensive der Liga. Die Tore verteilen sich dabei auf mehrere Schultern, bester Torschütze im brandgefährlichen Stürmertrio war Christoph Hautzinger mit zehn Treffern.

Dass Stadl-Paura nun ganz vorne mitmischt, war nach den ersten Wochen der Saison allerdings noch nicht absehbar. Der sportliche Leiter, Kevin Fromhund, spricht von einem Start, der alles andere als zufriedenstellend war: „Mit zwei Punkten aus fünf Runden war das nicht das, was wir uns erhofft oder erwartet haben.“ Dabei habe man laut Fromhund keineswegs schlechte Spiele gezeigt – im Gegenteil: „Wir waren in einigen Spielen klar die bessere Mannschaft. Wir haben es aber nicht über die Ziellinie gebracht.“ Die Folge: Unruhe, Druck – und die Notwendigkeit, intern klare Worte zu finden.

Genau dieser Moment wurde in Stadl-Paura zur Wende. „Ein großes Lob an die Mannschaft und an das Trainerteam“, betont Fromhund. „Sie haben sich zusammengesetzt und miteinander geredet, wie wir es besser machen können.“ Danach lief es – und zwar gewaltig. Stadl-Paura gewann acht Partien in Folge, eine Serie, auf die man im Verein sichtbar stolz ist: „Ich glaube, das Kunststück ist neben uns in Oberösterreich nur Gmunden gelungen im Herbst. Auf das sind wir schon sehr stolz.“

Keine großen Ziele – und trotzdem ganz vorne

Interessant ist dabei auch, dass Stadl-Paura zu Saisonbeginn gar nicht mit großen Ansagen unterwegs war. Fromhund erinnert daran, dass man im Vorjahr nur Zehnter war, in den Jahren davor aber durchaus im oberen Bereich gelandet ist. „Wirklich Ziele haben wir nicht definiert“, sagt er. Vielmehr habe man sich vorgenommen, wieder einen klaren Schritt nach vorne zu machen und sich im vorderen Tabellenfeld zu etablieren – was nun deutlich übertroffen wurde.

Sturmstärke durch Variabilität

Der größte Trumpf ist die Offensive. Stadl-Paura hat keinen einzelnen „Über-Stürmer“, der die Liga im Alleingang zerbombt – und genau das sieht Fromhund als Vorteil. „Wir haben nicht den 30-Tore-Stürmer“, erklärt er. „Das wollten wir bewusst nicht.“ Stattdessen setzt Stadl-Paura auf eine breite, schwer auszurechnende Angriffsreihe. „Wenn du mit drei Stürmern spielst, beschäftigt das mehr eine Abwehrreihe, als wenn du nur einen hast.“ Für Gegner wird das zur Dauerbelastung – weil nicht klar ist, wer im entscheidenden Moment zuschlägt.

Rückrunde: Schwerer Start, aber klare Haltung

Für das Frühjahr gibt man sich betont fokussiert. Fromhund will nicht von großen Parolen sprechen – und verweist auf das Erfolgsrezept nach dem schwachen Saisonbeginn: „Auf uns konzentrieren, eine gute Vorbereitung und dann schauen, wo die Reise hingeht.“ Gleichzeitig ist der Blick auf den Spielplan spannend: In den ersten Runden warten gleich echte Gradmesser. Stadl-Paura startet gegen Ohlsdorf, danach folgt das direkte Duell mit Offenhausen. Dazu kommen mit Niederthalheim, Bad Wimsbach Juniors und Schwanenstadt Juniors gleich mehrere Teams aus dem oberen Bereich. „Da wird sich dann zeigen, wo die Reise hingeht und was für uns zu erreichen ist“, so Fromhund.

Kader und Winterfahrplan

Große Veränderungen sind im Winter nicht geplant. „Wenn etwas daherkommt, kommt es daher – aber wir suchen nicht gezielt“, sagt der sportliche Leiter. Die Breite sei grundsätzlich gut, vor allem „die ersten 15 passen sehr gut“. Ein Augenmerk legt man allerdings auf das Verletzungsrisiko im Frühjahr – speziell auf Kunstrasen, wo die Belastung bekanntlich höher ist. Der Trainingsstart erfolgt am 26. Jänner. Ein Trainingslager im Ausland gibt es nicht, stattdessen bleibt man bewusst in der Heimat. Geplant ist ein Trainingswochenende daheim inklusive Teambuilding-Maßnahmen.

Stadl-Paura geht damit als erster Herausforderer von Offenhausen in die Rückrunde – mit breiter Offensivpower, neuem Selbstverständnis und der Erfahrung, wie schnell eine Saison kippen kann. Oder wie es Fromhund zwischen den Zeilen anklingen lässt: Der Start war holprig – aber jetzt weiß die Mannschaft, wozu sie fähig ist.