In der 19. Runde der 2. Klasse Mitte-West brachte der ATSV Kohlgrube/Wolfsegg eine 2:0-Führung gegen Tabellenführer Sportclub Offenhausen nicht über die Zeit und musste sich am Ende mit einem 2:2 begnügen. Trainer Michael Kinberger sprach dennoch von einem starken Auftritt seiner Elf und haderte mit dem Ausgang: „Für Offenhausen war es ein glücklicher Punkt, für uns eine gefühlte Niederlage.“ Seine Mannschaft sah er spielerisch klar vorn, bemängelte am Ende aber vor allem die fehlende Cleverness, um die Partie am Freitagabend endgültig zuzumachen.
Kohlgrube erwischte den besseren Start und legte schon in der ersten Hälfte den Grundstein. In der 27. Minute traf Deniz Odabas zum 1:0, ein Treffer, der dem Heimteam sichtbar Sicherheit gab. Offenhausen suchte Antworten, zur Pause stand es aber 1:0. Direkt nach dem Seitenwechsel blieben die Gastgeber am Drücker: Fabian Kneidinger stellte in Minute 54 auf 2:0. In dieser Phase hatte der ATSV mehr vom Spiel und ließ hinten wenig zu. Erst in der Schlussphase meldete sich der Spitzenreiter zurück: Kristian Gavric verkürzte in der 80. auf 2:1, sieben Minuten später besorgte Redon Bytyqi das 2:2 (87.). Der Tabellenführer nutzte seine späte Drangphase eiskalt, während Kohlgrube sich für viel Aufwand nicht mit dem dritten Tor belohnte.
Kinberger ordnete die 90 Minuten eindeutig ein: „Wir waren spielerisch klar besser. Für Offenhausen war es ein glücklicher Punkt.“ Besonders hakte er an, woher die Gästegefahr kam: „Sie sind nur durch Standards gefährlich geworden. Aus dem Spiel hatten sie keine Chance.“ Gleichzeitig hob der Coach die eigenen Stärken heraus: „Unsere beiden Tore sind sehr schön über die Flügel mit flachem Pass entstanden. Gute Kombinationen.“ Es war nicht nur die Art der Treffer, die ihm gefiel. „Besonders gut hat funktioniert der Wille, die Einstellung, die Laufbereitschaft – und auch das Spielerische. Wir haben viel gut weg verteidigt und hätten uns den Sieg verdient.“ Warum es am Ende nicht reichte? „Uns hat vielleicht das eine oder andere Tor gefehlt – vor allem das Dritte. Und ein bisschen mehr Cleverness, die Partie nach Hause zu bringen.“
Während am Feld bis zum Schluss um jeden Meter gekämpft wurde, fand Kinberger für den Schiedsrichter klare Worte: „Der Schiedsrichter hat sehr gut gepfiffen. Es wäre jeweils einmal Gelb-Rot möglich gewesen – für Offenhausen und für uns –, aber er hat laufen lassen. So hat es für beide gepasst.“ Auch abseits der Entscheidungen war es ein Abend, der in Erinnerung bleibt: „Es war ein sehr emotionales, super Fußballspiel für Freitagabend – ein sehr gutes Zweite-Klasse-Spiel.“
Sportlich bleibt Offenhausen nach dem 2:2 an der Spitze, der ATSV Kohlgrube/Wolfsegg hält nach 19 Partien bei 26 Punkten und Rang acht. Der Coach blickt dennoch positiv nach vorne: „Ich möchte meiner Mannschaft gratulieren für die Einstellung. Das war wirklich klasse – darauf können wir aufbauen.“