Spielberichte

„Zu zehnt ein Spiel mit einem 0:2-Rückstand zu drehen, ist einfach nur der Wahnsinn“ – SPG Lambach/Edt dreht verrücktes Spitzenspiel

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U. Meggenhofen
SPG Lambach/Edt

Im Spitzenspiel der 2. Klasse Mitte-West hat sich die Union Meggenhofen gegen die SPG Lambach/Edt lange wie der Sieger fühlen dürfen, am Ende aber eine 2:3-Niederlage hinnehmen müssen. Die Gäste lagen nach 53 Minuten schon 0:2 zurück und waren seit der 43. Minute nur noch zu zehnt, drehten die Partie aber mit drei Treffern binnen fünf Minuten. Für Nikolaus Zopf ist das „die geilste Truppe, die man sich nur vorstellen kann".

Weiß-Roter Fußball auf Rasen

Foto von Marcel Strauß auf Unsplash

Vor der Pause läuft fast alles gegen Lambach

Von Beginn an war es ein Spitzenspiel. Zopf sprach von einer ersten Hälfte, die „ein wenig verfahren, aber kurzweilig“ gewesen sei, und führte das auf zwei längere Unterbrechungen zurück. Zunächst musste nach der Verletzung eines Meggenhofener Verteidigers pausiert werden, dem er im selben Atemzug seine Genesungswünsche aussprach, dann brachte die Rote Karte gegen Tobias Schwarzenbacher in der 43. Minute zusätzliche Unruhe hinein. Dennoch waren über die gesamte erste Halbzeit viele schöne Spielzüge auf beiden Seiten zu sehen. Für Lambach wurde es kurz vor der Pause noch bitterer, als Noah Josef Oberndorfer das 1:0 für die Gastgeber erzielte. Als Daniel Knezevic kurz nach Wiederbeginn auf 2:0 stellte, war die Ausgangslage für die Gäste noch schwieriger. Gerade deshalb wog Zopfs Einordnung umso schwerer, dass seine Mannschaft spielerisch „schon ein wenig überlegen“ gewesen sei, sich das auf der Anzeigetafel aber zunächst nicht widerspiegelte.


Frank "Usain Bolt" Meier leitet Wende ein

Und wie! Spät, dann aber mit voller Wucht. In der 73. Minute verkürzte der eingewechselte, kürzlich gewordene Vater, Frank Meier auf 2:1, und genau dieses Tor hob Zopf nach dem Spiel besonders heraus. „Das 2:1 von unserer Nummer 8 war wahnsinnig schön herausgespielt“, sagte der sportliche Leiter. Er sprach von einer Aktion „von hinten bis vorne“ mit schnellem Umschaltspiel, viel Tempo, genauer Passfolge und einem kühlen Abschluss nach einem Sprint über das gesamte Feld. Mit diesem Treffer habe man gemerkt, dass etwas kippt. „Das Stadion hat gebrannt. Alle wollten unseren nächsten Treffer“, schilderte Zopf. Drei Minuten später glich Erfolgsgarant Tayfur Sabur aus, und nach dem 2:2 sei es „nur noch eine Frage der Zeit“ gewesen. Lange dauerte es tatsächlich nicht mehr: Die zweite Säule des Stürmerduos Andreas Jukic traf in der 78. Minute zum 3:2 und vollendete damit die komplette Wende und der Jubel endete in einem Freudentaumel nach dem Schlusspfiff.

Moral statt Resignation in Unterzahl

Für Zopf lag der Schlüssel nicht in einer einzelnen Szene, sondern in der Haltung seiner Mannschaft. „Was für eine Moral! Zu zehnt ein Spiel mit einem 2:0-Rückstand zu drehen, ist einfach nur der Wahnsinn“, sagte er. Dazu kam aus seiner Sicht der Aufwand, den Lambach in Unterzahl betrieb. „Wir haben uns durch eine unglaubliche Laufleistung und den Kampfgeist selbst mit drei Punkten belohnt“, meinte Zopf und stellte klar, dass er nach diesem Abend keine Kritikpunkte sehe. „Wenn du einen Stürmer mit 11 Toren hast und der dann in der 2. Halbzeit als Verteidiger eingewechselt wird, die Bude hinten dicht macht und zwei Stürmer mit 7 Toren aus nunmehr 7 Spielen, von denen einer noch dazu von der Bank kommt und direkt im Spiel ist, ohne lange Anlaufzeit zu brauchen, einen Torhüter, der mit einer Wahnsinnstat das 3:0 verhindert. Ich könnte heute über jeden etwas sagen. In dieser Partie finde ich für jeden Spieler nur Superlative“, sagte er weiter. Natürlich steht da die rote Karte auf der Seite der Lambacher, viel mehr wollte der sportliche Leiter an diesem Abend aber gar nicht suchen. Stattdessen stellte er heraus, dass Einsatzbereitschaft und Moral in jeder Partie den Unterschied machen können.

Tabellenführung nach wildem Abend

Den Gegner redete Zopf trotz des Auswärtssieges nicht klein. Die Union Meggenhofen sei in den ersten fünf bis zehn Minuten besser in die Partie gekommen und habe die wenigen Möglichkeiten eiskalt genutzt. „Sie wissen genau, was sie tun“, sagte er zunächst, ergänzte aber auch seine klare Sicht auf die gesamten 90 Minuten: „Über das Spiel waren sie uns spielerisch unterlegen.“ Bei Schiedsrichter Nuhanovic fiel sein Urteil überwiegend positiv aus. „Alles in allem war ich mit dem Referee sehr zufrieden“, sagte Zopf, merkte aber an, dass ein Tor der Heimmannschaft aus seiner Sicht aus einer klaren Abseitsposition entstanden sei. In der Tabelle ist der Ertrag dieser wilden Partie sofort sichtbar: Die SPG Lambach/Edt führt nach sieben Runden mit 19 Punkten vor Meggenhofen mit 18 und nimmt aus diesem 3:2 vor allem die Gewissheit mit, auch unter schwierigen Umständen ein Spiel noch komplett drehen zu können.

2. Klasse Mitte-West: Meggenhofen : Lambach/Edt - 2:3 (1:0)

  • 78
    Andreas Jukic 2:3
  • 76
    Tayfur Sabur 2:2
  • 73
    Frank Meier 2:1
  • 53
    Daniel Knezevic 2:0
  • 45
    Noah Josef Oberndorfer 1:0