In der 2. Klasse Mitte-West hat sich der SK Stratex Gallspach gegen den ATSV Stadl-Paura mit 4:1 durchgesetzt, doch wirklich zufrieden war man beim Absteiger damit nicht. Sportchef Paul Straßl sprach trotz des klaren Ergebnisses von einer schwachen Leistung, sah im 2:0 den entscheidenden Moment und machte vor allem die Chancenverwertung zum großen Thema. Der Erfolg gegen den punktelosen Tabellenletzten fiel am Ende deutlich aus, die Einordnung danach aber ebenso deutlich kritischer.

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Dass es kein einfacher Nachmittag werden würde, hatte Straßl schon vor dem Anpfiff erwartet. „Für uns war klar, dass es keine leichte Partie wird“, sagte er nach dem Spiel und verwies damit auch auf die disziplinierte Art des Gegners. Gerade deshalb ärgerte ihn, dass Gallspach den Start nicht besser für sich nutzte. „Wir haben in den ersten zehn Minuten drei, vier Hundertprozentige ausgelassen“, erklärte Straßl, der darin auch ein Muster erkannte, das seine Mannschaft schon länger begleitet. Statt eines frühen Vorsprungs blieb es zunächst offen, ehe Belmin Ramic die Gastgeber in der 31. Minute doch noch mit 1:0 in Führung brachte. Mehr wurde aus Sicht der Heimelf bis zur Pause aber nicht mehr daraus, sodass Gallspach mit einem knappen 1:0 in die Kabine ging.
Nach dem Seitenwechsel schien sich die Partie zunächst in die Richtung zu entwickeln, die Gallspach haben wollte. Klaus Krexhammer erhöhte in der 55. Minute auf 2:0, und genau dieser Treffer war für Straßl die Szene, in der er den Sieg vor Augen hatte. „Das 2:0 war für mich der entscheidende Moment. Da war mir klar, dass wir gewinnen“, sagte der sportliche Leiter. Ganz so geradlinig verlief die Schlussphase dann aber nicht. Srecko Andrejic verkürzte für Stadl-Paura in der 67. Minute auf 2:1, und plötzlich war wieder jene Unruhe da, die Gallspach eigentlich längst abgestellt haben wollte. Straßl formulierte das klar: „Dann haben wir es noch unnötig spannend gemacht.“ Erst in der Schlussphase zogen die Gastgeber entscheidend davon, als Shpend Murtezani in Minute 82 das 3:1 erzielte und Eldar Huskic fünf Minuten später mit dem 4:1 endgültig alles klar machte.
Bemerkenswert war nach dem Schlusspfiff vor allem, wie offen Straßl seine eigene Mannschaft beurteilte. Von Zufriedenheit war trotz vier erzielter Treffer kaum etwas zu hören. „Grundsätzlich war es eine sehr schlechte Partie von uns. Das muss man sich eingestehen“, sagte er ohne große Umschweife. Auch auf die Frage, was denn gut funktioniert habe, wollte er weder jemanden noch einen Mannschaftsteil besonders hervorheben. „Von Anfang bis zum Ende war es keine gute Leistung“, so Straßl, der damit deutlich machte, dass ihn weniger das Resultat als vielmehr die Art und Weise beschäftigte. Als größte Baustelle sieht er weiterhin das Spiel im letzten Drittel. „Luft nach oben ist ganz klar die Chancenverwertung. Da lassen wir im letzten Drittel zu viele Chancen liegen“, erklärte er. Dass Gallspach am Ende dennoch vier Tore angeschrieben bekam, änderte für ihn nichts daran, dass die Leistung aus seiner Sicht klar unter den eigenen Ansprüchen lag.
Neben der Kritik an der eigenen Mannschaft vergaß Straßl aber auch nicht, den Gegner einzuordnen. Für den ATSV Stadl-Paura fand er ausgesprochen respektvolle Worte. „Dem Gegner muss man großen Respekt aussprechen. Er war hochmotiviert, kämpft um jeden Ball und ist eine sehr disziplinierte Mannschaft“, sagte er. Genau das spiegelte sich auch im Spielverlauf wider, weil die Gäste nach dem 0:2 nicht auseinanderfielen, sondern durch den Treffer von Andrejic noch einmal herankamen. Zur Leistung von Schiedsrichter Gigerl wollte Straßl kein großes Thema aufmachen und hielt nur fest: „Grundsätzlich war es in Ordnung.“ Unter dem Strich bleibt für den SK Gallspach damit ein 4:1-Heimsieg, der auf dem Papier klar aussieht, intern aber nicht darüber hinwegtäuschen soll, dass noch einiges besser werden muss. Die passendste Zusammenfassung lieferte Straßl selbst: „Wichtig ist, dass wir gewonnen haben.“