Vor dem Neustart in der 2. Klasse Nord-Mitte richtet sich bei Union Baumgartenberg der Blick nach vorne. Trainer Jürgen Kappl spricht nach einer verpatzten Saison in der 1. Klasse Nord-Ost von starkem Zusammenhalt, hoher Trainingsintensität und klar erkennbarer Entwicklung, verschweigt aber auch die Baustellen nicht. Vor dem Vorbereitungsstart am Montag fordert er vor allem mehr Selbstvertrauen, bessere Chancenverwertung und einen offeneren Kopf für das Positive.

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Kappl macht im Rückblick keinen Rundumschlag, sondern versucht bewusst, die vergangenen Monate sauber einzuordnen. Dass das Ziel am Ende nicht erreicht wurde und nur eines der letzten fünf Saisonspiele gewonnen werden konnte, blendet er nicht aus. Gleichzeitig will er die Zeit nicht nur auf Ergebnisse reduzieren. "Im Endeffekt hat der Zusammenhalt in der Mannschaft funktioniert. Die Entwicklung war klar erkennbar", sagt der Trainer. Auch die Arbeit unter der Woche sieht er als klare Stärke. "Die Trainingsbeteiligung war bis auf manche Ausnahmen, die den Verletzungen geschuldet waren, immer sehr gut. Die Intensität war immer sehr gut." Gerade deshalb bleibt für ihn der Punkt schmerzhaft, dass die Mannschaft ihre Möglichkeiten nicht immer auf den Platz gebracht hat.
Die Gründe dafür spricht Kappl offen an. "Natürlich müssen wir die Chancen besser nutzen, Fehler in der Defensive abstellen und vielleicht einmal mehr an uns selbst glauben", sagt er. Genau dort setzt auch sein Blick auf den Sommer an. Für den Trainer geht es nicht nur um taktische oder personelle Fragen, sondern auch um die Haltung in den Köpfen. "Wir müssen in die Köpfe kriegen, dass wir zum Positivdenken anfangen, Spaß am Fußball haben und das Können, das wir im Training haben, dann einfach am Platz bringen." Im Kader gibt es bereits Bewegung. Drei Spieler haben den Verein verlassen, neu dazugekommen sind Paul Kastner für die Offensive und Julian Kappl, der im zentralen Mittelfeld und in der Innenverteidigung eingesetzt werden kann.
Auch rund um den Trainerstab bleibt es nicht ganz ruhig, selbst wenn sich im Vereinsumfeld ansonsten wenig verändert hat. Co-Trainer Huber Harald hat den Verein verlassen und mit Rene Bruckmüller steht der neue Co-Trainer schon fest. Zusätzlich denkt der Verein laut Kappl darüber nach, einen Individualtrainer einzubinden. Noch wichtiger als diese Fragen ist vorerst aber die personelle Situation im Kader. Von der Vorsaison sind mehrere Spieler weiterhin angeschlagen. Bei Marco Schreihofer klingt Kappl besonders vorsichtig. "Bei Marco ist es so, dass er das Fußballspielen wahrscheinlich generell einstellen wird", sagt er. Bei Gregor Braher und Lukas Haslinger hofft der Trainer auf eine baldige Rückkehr, bei Lukas Spiegl soll in der Vorbereitung genau geschaut werden, damit nichts überstürzt wird und man zum Meisterschaftsstart möglichst komplett ist.
Trotz dieser offenen Themen versucht Kappl, den Blick bewusst auf jene Dinge zu lenken, die ihm Mut machen. Besonders hebt er Sebastian Wansch aus den eigenen Reihen hervor, der im Februar erst 15 Jahre alt geworden ist und wegen der vielen Ausfälle sofort zum Stammspieler wurde. Für den Trainer war das "phänomenal", auch wenn man am Saisonende gemerkt habe, dass in diesem Alter irgendwann die Kräfte nachlassen. Ebenfalls ein starkes Zeichen sieht er bei Fabian Aigner im Tor, der laut Kappl trotz des Abstiegs Angebote ausgeschlagen hat und dem Verein treu geblieben ist. Dazu kommen Führungsspieler, die die Mannschaft weiter anschieben sollen. Die Richtung für die kommenden Wochen ist damit klar. "Wir wollen das Negative wegbringen und das Positive hervorheben. Wir wollen mit einer breiten Brust in die Saison starten und uns endlich wieder ein Erfolgserlebnis holen und von Spiel zu Spiel schauen."