In der 2. Klasse Nord-West feierte die SU Herzogsdorf-Neußerling einen 2:0-Heimsieg gegen die Union Feldkirchen an der Donau. Nach zäher erster Hälfte fand die Kellermayr-Elf nach der Pause die richtige Antwort: Manuel Wimmer stellte in Minute 70 auf 1:0, Julian Durstberger legte in der Schlussphase das 2:0 nach. Trainer Roland Kellermayr sprach von einer lauten Pause, viel Mentalität – und einer Mannschaft, die sich den Erfolg mit Arbeit und Willen geholt hat.

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Roland Kellermayr machte keinen Hehl daraus, dass ihm die ersten 45 Minuten gar nicht schmeckten. „Von Anfang an war ein bisschen Anspannung drinnen“, schilderte der Coach und präzisierte: „Wir waren nicht wirklich im Spiel. Wir sind den Bällen nur hinterhergerannt, haben keine Zweikämpfe gewonnen und haben das, was wir eigentlich spielen wollten – über die Seiten nach vorne – komplett Feldkirchen überlassen.“ Die Gäste hätten damit „unser Spiel gespielt“. Sein Fazit zur ersten Halbzeit fiel deutlich aus: „Darum war ich absolut nicht zufrieden.“ Auf der Anzeigetafel stand zur Pause trotzdem 0:0.
Diese Reaktion kam unmittelbar nach dem Seitenwechsel – und sie hatte viel mit der Kabinenansprache zu tun. „In der Halbzeitpause ist es dieses Mal etwas lauter geworden. Ich bin normalerweise ein ruhiger Typ, aber wenn etwas gar nicht passt, dann gehört das besprochen“, erklärte Kellermayr. Was danach folgte, war genau sein Bild von Fußball: „Große Mentalität, wir helfen zusammen, wir rackern und kämpfen – da hat man gesehen, dass wir gewinnen wollen.“ In Minute 70 zahlte sich das aus: Manuel Wimmer traf zum 1:0 und gab der Partie die Richtung. Herzogsdorf-Neußerling blieb dran, arbeitete weiter konsequent auf den Außenbahnen – ein Punkt, den der Trainer vorher explizit gefordert hatte. „Wenn die gegnerische Mannschaft rausspielt, ist es ein Vorteil, den Außenspieler abzupressen.“ Genau daraus entstand laut Kellermayr auch der zweite Treffer: „Beim 2:0 von Julian Durstberger hat er abgepresst, den Ball im Liegen gewonnen und dann über den herauslaufenden Torwart geschlenzt.“ In Minute 81 war die Entscheidung perfekt – der verdiente Lohn für eine klare Steigerung nach der Pause.
Dass dieser Sieg Gewicht hat, machte Kellermayr mit einem Blick auf den Gegner deutlich. „Feldkirchen ist definitiv eine kompakte Mannschaft, zweikampfstark, technisch stark in der Mitte und auf den Seiten – schnelle, effektive Leute.“ Auch die Tabelle unterstreicht das: Feldkirchen/D. liegt vor Herzogsdorf/N. im Klassement und zählt zum vorderen Mittelfeld. Umso mehr strich der Coach die eigene Entwicklung heraus: „Bei uns ist der Tabellenplatz nicht wichtig. Für uns ist wichtig, dass wir uns Woche für Woche weiterentwickeln – und das sehe ich.“ Ein Baustein dabei ist die aktuelle Heimform: „Wir haben jetzt drei Spiele daheim gespielt, dreimal zu null, neun Punkte – das zeigt Mentalität, und der große Platz tut uns gut.“ Kurz vor Schluss gab es laut Kellermayr noch eine Gelb-Rote Karte gegen sein Team. Er wollte die Szene nicht groß bewerten: „Ich will mich nie auf den Schiedsrichter ausreden. Die Entscheidung steht, vielleicht können wir es in dem Moment auch anders lösen – im Fußball geht es oft schnell.“ Der Fokus liegt ohnehin schon auf der nächsten Aufgabe: „Wir werden versuchen, die Heimbilanz zu halten und werden schauen, dass wir auch in Ottensheim etwas Greifbares mitnehmen.“ Genau diese Mischung aus Selbstkritik, harter Arbeit und klarer Marschroute hatte an diesem Nachmittag den Ausschlag gegeben.