2. Klasse Ost

Union Steinhaus: Nach ungeliebtem Klassenwechsel mit schwierigem Herbst und überraschenden Trainerabschied

Für die Union Kremsmüller Steinhaus ist die Premierensaison in der 2. Klasse Ost zur Halbzeit vor allem eines: eine neue Erfahrung – sportlich wie organisatorisch. Nach dem Klassenwechsel belegt die Mannschaft von Trainer Branko Cvrtak mit 16 Punkten den neunten Tabellenrang. In der Offensive sorgte vor allem Andreas Bauer für Highlights: Mit 14 Treffern war er im Herbst der treffsicherste Steinhauser.

„Begeistert bin ich nicht“ – die Belastung durch die langen Auswärtsfahrten

Sektionsleiter Cvitko Lovrenovic spricht offen an, dass der Klassenwechsel für den Verein nicht nur sportlich eine Umstellung bedeutet. „In dieser Klasse waren wir noch nie“, sagt Lovrenovic – und verweist vor allem auf die deutlich längeren Anfahrten: „Begeistert bin ich nicht, muss ich ganz ehrlich sagen.“ Für Spieler und Umfeld seien die Wege eine echte Belastung. „Du fährst fast über eine Stunde hin“, schildert er. Und wenn man dann auswärts spiele und spät heimkomme, sei das „nicht lustig“. Im Verein hofft man deshalb, langfristig wieder in eine vertrautere Region zu kommen – ob und wie schnell das gelingt, ist offen.

Sportlich solide – aber Punkteverluste durch Goalie-Ausfall

Rein sportlich fällt Lovrenovics Herbstfazit insgesamt dennoch nicht negativ aus. Die Punkteausbeute hätte allerdings besser aussehen können – vor allem aufgrund einer heiklen Situation im Tor. „Wir haben einige Punkte liegen gelassen, weil sich unser Stammtormann verletzt hat“, erklärt der Sektionsleiter. Dem Ersatz dankt Lovrenovic für den Sprung ins kalte Wasser, aber gerade auf dieser Position kostet ein Ausfall Punkte, musste ein Not-Torhüter einspringen. Gerade in engen Spielen sei Stabilität hinten entscheidend, und wenn im Tor keine Sicherheit und Routine da sei, wirke sich das auf das gesamte Team aus.

Fokus auf Entwicklung

Ein wesentlicher Punkt: In Steinhaus geht es nicht darum, sofort ganz vorne mitzuspielen. „Wir wollten sowieso nicht aufsteigen, das wäre aktuell nicht zu stemmen“, stellt Lovrenovic klar. Der Verein setzt konsequent auf den eigenen Nachwuchs und auf Geduld in der Entwicklung. „Wir haben einen guten Nachwuchs, den wir einbauen möchten. Die Jungen wollen wir aber erst über zwei, drei Jahre heranführen, bevor wir uns dauerhaft im Spitzenfeld etablieren können. Genau dieser Weg soll auch im Frühjahr im Mittelpunkt stehen.“

Trainerwechsel: Tokic rückt vom Co- zum Chef auf

Ganz aktuell gibt es eine wesentliche Veränderung: Trainer Mateo Tokic, bislang als Co-Trainer im Team, übernimmt nun als Chef. Der bisherige Coach Cvrtak habe den Verein überraschend verlassen – nach einem Angebot von Viktoria Marchtrenk, wo er künftig als Co-Trainer im Einsatz sein wird. Tokic war bereits in die gesamte Planung für das Frühjahr eingebunden. Für den Verein war es daher naheliegend, intern nachzubesetzen. Ob das die langfristige Lösung ist, will man sich in Ruhe anschauen und im Sommer bewerten.

Kader: Nur ein möglicher Abgang – und viel Bewegung rundherum

Im Kader zeichnet sich aktuell nicht viel Bewegung ab. Ein Name steht allerdings im Raum: Oliver Tomasic geht vermutlich nach Thalheim, die offizielle Anfrage steht jedoch noch aus. Klar ist nur: Sollte Tomasic gehen, würde man ihm keine Steine in den Weg legen.

Trainingsstart, Testspiele – und Ausweichen nach Wels

Die Mannschaft hat bereits mit Laufeinheiten begonnen. Der offizielle Trainingsstart am Platz ist für den 3. Februar angesetzt, anschließend sind sechs Vorbereitungsspiele geplant. Ein Trainingslager wird es diesmal nicht geben. Eine besondere Herausforderung begleitet den Verein jedoch auch in der Winterarbeit: Steinhaus kann aktuell nicht am eigenen Trainingsplatz arbeiten und weicht auf den Platz von ESV Wels aus. Der Hintergrund ist laut Lovrenovic eine längere Widmungs- bzw. Gemeindethematik – ohne ins Detail zu gehen. Die Hoffnung ist, dass man „nächste Saison wieder ganz normal“ zuhause trainieren kann.