Nach Rang neun in der Vorsaison bewegt sich die Union Großraming auch heuer im gesicherten Mittelfeld der 2. Klasse Ost. Mit 16 Punkten belegt das Team aktuell Tabellenplatz acht. Auffällig: Mit nur 18 erzielten Toren liegt man offensiv deutlich hinter den vor ihnen platzierten Mannschaften zurück. Bester Torschütze im Herbst war Kilian Stangl mit fünf Treffern. Im Winter kam es zudem zu einem Trainerwechsel: Neo-Coach Franz Schachinger übernahm von Johann Fürweger.
Für den sportlichen Leiter, Philipp Rossbach, ist die Ausgangslage grundsätzlich in Ordnung. „Wir sind mit Platz acht zufrieden. Wir haben viele junge Spieler im Kader, die wir gezielt aufbauen, und das forcieren wir weiterhin“, erklärt er. Dass es dabei zu Leistungsschwankungen kommt, sei einkalkuliert: „Junge Spieler sind naturgemäß nicht konstant. Das spiegelt sich dann auch in den Ergebnissen wider. Insofern ist der aktuelle Tabellenplatz irgendwo gerechtfertigt.“ Der Fokus liege klar auf nachhaltiger Entwicklung, nicht auf kurzfristigen Resultaten. „Für uns ist wichtig, dass die Jungen Spielzeit bekommen und sich weiterentwickeln. Das ist unser Weg.“
Im Winter entschied sich der Verein für einen Wechsel auf der Trainerbank. Johann Fürweger machte nach drei Jahren Platz für Franz Schachinger. „Nach rund drei Jahren kann ein Trainerwechsel durchaus sinnvoll sein“, so Rossbach. Gleichzeitig findet er klare Worte der Wertschätzung: „Wir sind Hans Fürweger extrem dankbar. Was er in den letzten drei Jahren mit den jungen Spielern gearbeitet hat, war wirklich stark. Nachwuchsarbeit ist eine seiner großen Stärken.“
Von Neo-Trainer Schachinger erwartet man vorerst keine Revolution. „Er soll jetzt einmal ankommen“, sagt Rossbach. „Er kennt die 2. Klasse Ost noch gar nicht, für ihn ist die Liga neu. Jetzt geht es darum, den Verein, die Mannschaft und das Umfeld kennenzulernen.“ Ob es taktische Anpassungen geben wird, sei aktuell zweitrangig. „Das schauen wir uns in Ruhe an. Die Rückrunde dient in erster Linie der Stabilisierung. Der Blick geht eher Richtung neue Saison.“
Am Spielermarkt blieb Großraming im Winter ruhig. „Es gibt keine Abgänge und keine Zugänge“, so Rossbach. Positive Nachrichten kommen jedoch aus dem Lazarett: „Einige Verletzte kehren zurück, vor allem im Mittelfeld und im Offensivbereich. Das wird uns sicher guttun.“ Die Motivation im Team scheint hoch. „Wir hatten letzte Woche Trainingsstart, beim ersten Training waren rund 40 Spieler da. Das zeigt, dass alle voll motiviert sind.“ Auch die Stimmung passe: „Die war bei uns eigentlich immer gut, da hat es nie ein Thema gegeben.“
Zur gezielten Vorbereitung auf die Rückrunde ist auch ein Trainingslager geplant. „Anfang März fahren wir nach Steinbrunn ins Burgenland“, bestätigt Rossbach. „Dort werden wir die nächsten Schritte setzen und auch ein Testspiel absolvieren.“ Die Marschroute für das Frühjahr ist damit klar: Ruhe bewahren, weiterentwickeln und mit Neo-Trainer Schachinger eine stabile Basis für die kommende Saison schaffen.